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Es werde Licht

Wintersonnenwende, am 21.12. Erst paar Tage her. Winter; Sonne; Wende. Die Dunkelheit scheint durchschritten.

Durch den Winter zu gehen, und zwar wirklich zu gehen, macht aus jedem Schritt in der winterlichen Tristesse, Kälte und Dunkelheit einen Schritt der eigenen Mühen und inneren Überwindung. Es zieht sich.

Touren, Wanderungen, oder auch der abendliche, kürzere Spaziergang, sie wirken lang, und der Tag fürchterlich kurz. Und beängstigend ist, dann so völlig ohne Licht auszukommen.

Nicht umsonst sind die Städte erleuchtet, die Strassen hell, und im Advent besonders. Das Dunkel verdeutlicht, wie alleine ein jeder ist. Nicht einsam, aber alleine. Auf sich gestellt zu sein, völlig für sich, ist der allgegenwärtige Zustand, und auch die Ur-Bedingung, unter der wir unsere Zeit hier durchschreiten. Das Dunkel verdeutlicht, was Licht bedeutet. Alles Empfinden dazu, auch alle Erinnerung, alles Sehnen nach Licht, tragen wir bestimmt permanent in uns.

So ganz ohne Tageslicht, vielleicht auch ohne die entsprechenden Aktivitäten, hat alles eine fast schon leblose Aura. Auch die VW Bullis stehen größtenteils still. Es ist vieles zum Erliegen gekommen mit zunehmender Dunkelheit. Ich denke daher oft darüber nach, ob das grelle, gleißende Licht der Städte, welches überall und immer leuchtet, ein wenig dazu beiträgt, das eigentliche Licht zu übersehen, das es ja auch noch irgendwo gibt.

Gerade jetzt über die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel wird viel davon geredet. Aber davon leuchtet erstmal nichts. Vielleicht ist es gar nicht möglich, ohne Übung drauf zu stoßen. Beim Streben nach dem kleinen Licht in uns sollten wir uns gegenüber ehrlich bleiben, was es mit dem drüber Reden und dem eigenen Tun so auf sich haben mag.

Es wird so sein, dass wir mühsam lernen müssen, den Lichtstrahl zu erhaschen, der immer und immer wieder in unserem Inneren aufblitzt, um ihm hinterher zu folgen.

Jetzt, hier, am Ende der längsten Dunkelheit, nährt uns vielleicht die Hoffnung, dass wir in uns selbst zumindest einen kleinen Funke eines ewigen Lichts beherbergen, das nichts anderes, als leuchten möchte. Unsere teils trägen Sinne ahnen nur wie von Ferne, dass es einem Sinn entsprechen mag. Einem Sinn, einer Bedeutung, einem Auftrag vielleicht.

Ein verbindliches Ziel wird es keins geben. Es gilt auch nichts zu gewinnen. Von Bedeutung ist eher, all´ dies von den nur 3 Tagen Weihnachten abzukoppeln, und hinein zu tragen in einen Alltag.

Ein alltägliches, 365-Tage-Weihnachten mag gelingen, wenn auch uns selbst gegenüber Aufrichtigsein zählt, und wir ein bisschen Licht sind für einen jeden, der uns in seiner eigenen Dunkelheit vor die Scheinwerfer läuft. Und das müssen nicht zwingend die eines VW Bullis sein.




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