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Zurück zu uns- zurück zur Natur!

 Wer wie ich über die Prägung des Vaters in früher Jugend an das Wandern herangeführt wurde, wird diese unmittelbare Zufriedenheit, die die Natur vermittelt, ein Leben lang suchen. Und mit allem einher geht dabei auch sicher die nötige Sensibilität, die uns die Natur auferlegt, um in sich selbst weiter zu bestehen. Was mir da so in die Kinderschuhe gelegt wurde, hat viel mit Achtung vor der Natur zu tun. Oder sollte ich sagen, Schöpfung?

Wie auch immer; es verselbstständigt sich jedenfalls über die Jahre, dass man vielleicht sowas wie eine Grundhaltung dazu entwickelt. Und diese entwickelt sich weiter. Da stört einen beim Wandern das achtlos weggeworfene Papiertaschentuch genauso, wie ein alter Kaugummi am Bürgersteig, eine Zigarettenkippe im Park, oder auch teils der Müll, den Camper verursachen, und hinterlassen.

Camper sind gerne draußen. Draußen, das ist Natur. Warum dann das, was man so liebend gerne unberührt vorfinden mag, nicht auch geschützt wird, erklärt sich mir selten bis garnicht.

Umgang, egal womit, entspringt in seiner Weise doch immer einer vorliegenden Grundhaltung. In allererster Linie denke ich, beginnt die Problematik daher damit, dass der moderne Mensch den Kontakt zu sich selbst, zu seinem inneren Kern, mehr und mehr verliert, oder zugunsten kurzlebiger Inhalte, einfach opfert; aufgibt.

Was wäre, wenn dies begründet sein würde in einer unbewußten Grundhaltung, schwindender (Eigen-)Verantwortung, und nachlassender Aufmerksamkeit für das Wesentliche?                

Stimmt es, dass die moderne Welt halt den Focus auf viel Unwesentliches legt? Und wenn wir als Menschen ursprünglich gesehen ein Teil der Natur sind, hängen dann die Umstände nicht auch untrennbar zusammen?

Die heutige Generation wird bestätigt darin, dass Bequemlichkeit ein gutes Zeichen ist, und Anstrengung im globalen Sinne sich für kaum etwas lohnt. Und dies zeichnet sich vielleicht mehr und mehr im Umgang eines jeden mit sich selbst ab.

Davon ausgehend, dass ich nichts und niemandem mehr Zuwendung, Liebe und Aufmerksamkeit schenken kann, als mir das mir selbst gegenüber möglich ist, wird der Kern der ganzen Angelegenheit vielleicht deutlich. Das maximal mögliche Maß einer „gesunden Eigenliebe“ entspricht dann nämlich immer auch dem größtmöglichen Maß, mit dem wir mit allen anderen Dingen, Menschen oder der Natur, umzugehen in der Lage sein werden. Insofern ist der Kontakt, der Umgang mit der Natur, ein Spiegelbild dessen, wie wir mit uns selbst umgehen.

Das mag unaufmerksam, gleichgültig, und nach schneller Bedürfnisbefriedigungen klingen. Nachhaltig, behutsam, schonend oder gar liebevoll ist es dann tatsächlich eher nur noch unterdurchschnittlich. Das gesunde Maß liegt auf ganz anderer Ebene. Die ist eher langatmig und global.   Abschließend bleibt festzustellen, dass wir uns in der Natur auch immer wieder neu mit unserer eigenen inneren Wildnis auseinandersetzen müssen.

Wirklich draußen, bestenfalls alleine, wird dann die Stille zum einzigen "Geräusch", dem immer weniger Menschen bewußt begegnen können.

Es ist fast überall laut. Ausgenommen, in der Natur, und bestenfalls tief in uns selbst. Diese Stille meint keinesfalls die Abwesenheit von Geräuschen, sondern die Abwesenheit jenes unseres Egos, das sich daran sättigt, wenn wir uns in den Grundbedürfnissen selbst missachten, und uns stattdessen von Äußerlichkeiten abgelenkt,  und nur noch um uns selbst drehen. Um die Frage „Was können wir dagegen tun?`“ zu beantworten, gilt es dann wohl, individuell zu schauen. Jeder für sich sollte wissen, dass er mit allen seinen Handlungen, gerade auch in der Natur, in erster Linie immer sich selbst behandelt. Im Guten, wie im Schlechten. Ich finde, das wäre doch eine erhellende Erkenntnis, mit der man in ein neues Jahr gehen könnte, und letztendlich auch durch ein ganzes Leben. Es käme beiden zugute. Uns, und der Natur.



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