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Sonntags am Flugplatz

 Eigentlich sollte es laut Vorhersage heute ab Mittag richtig mieses Wetter geben. Ist es aber nicht geworden. Stattdessen wechseln sich weiße Wolken mit blauem Himmel ab, ok, bisschen grau ist auch dabei, aber zum Nichtstun ist es viel zu gut. Was ich immer schonmal machen wollte, sind "mitgezogene" Fotos von sich schnell bewegenden Dingen. Das dürfen gerne Klassiker sein. Aber bevor ich mich jetzt per Kamera stupide auf irgendeine Autobahnbrücke stelle, oder hier bei uns an der bergigen Landstrasse nichtsahnenden Sonntagsfahrern auflauere, kommt mir noch früh genug der alte Sportflugplatz vor den Toren der Stadt in den Sinn. Dort könnte ich die Stimmung einfangen, und mich vielleicht auch beim "Mitziehen" erproben.

 

Einen Tag zu erwischen, wo hier alte Flugapparate zu finden sind, ist nicht unbedingt das Problem.

 

Ein Problem, oder besser gesagt, die Herausforderung hier besteht darin, dass dort, wo ich mich gerne hinstellen mag, genau dies verboten ist.

 

Außerdem ist hier heute Volksfest-stimmung, und dementsprechend voller Menschen ist das Gelände. Wie foto-grafiere ich nun sowas hier konform zum Datenschutz? Alle, oder keinen? Ich ent-scheide mich für keinen.


 

 Seit 1934 wird auf dem Segelfluggelände Eisernhardt geflogen. So wirklich nach top modern sieht es hier zum Glück nicht aus. Vielmehr überwiegt der Charme der gute, alten Zeit. Diese typische"über den Wolken"-Stimmung spürt man hier sofort. Die halbrunde "Flugleitung" aus der die Starts und Landungen überwacht werden, gibt es so schon seit 1973.

 

 

Eine der Vereinsmaschinen, die sich schon seit 1991 im Einsatz befindet, ist die PZL Wilga, die aus Polen stammt.

 

 Heute geht hier tatsächlich nichts ohne Tele-Objektiv. Mir geht´s heute darum, die Flieger-Atmosphäre fotografisch ansprechend einzufangen, Geschwindigkeit und Propellerdrehzahen sichtbar zu machen, und eben "Mitzuziehen". Ich wage mich also an die Flugzeuge, die in Bewegung sind. 90 Grad, in optimalem Winkel zum "Mitziehen", es bleibt mit Blick auf das Rollfeld Utopie. Von daher gilt es, das Beste draus zu machen.

 

 Letzte Sekunde mit Bodenkontakt...

 

Nach sicherer Landung, Vorbeirollen an der alten Flugleitung. Ob der junge Mann, der hier heute alles koordiniert, auch Lotse genannt wird, weiß ich gar nicht.

 

 

 Aus Flugzeugfragmenten verschiedener "Stieglitze" entsteht ab Ende der 60er Jahre in vielen, vielen Arbeitsstunden die "D-Emmi", die 1980 ihren Betrieb aufnehmen kann. Hier stehen sozusagen knappe 40 Jahre Vereinsgeschichte, und ein klasse Fotomotiv ist der Klassiker der Lüfte sowieso.

 

 

Segelflug wird hier nach wie vor großgeschrieben. Ich sehe auf den 2. Blick sogar 2 Gesichter im leeren Cockpit.

 

 

Und dann geht´s ans Mitziehen! Der lange erwartete Start der Kunstflugmaschine erfolgt. Jetzt gilt´s!

 

 Es ist wirklich nicht ganz einfach, dem Flugzeug per Kamera zu folgen. Vor allem, wenn die Distanz nicht sehr groß ist, rauscht die Propellermaschine in Sekundenbruchteilen durch den Sucher. Bei den ersten Versuchen ist daher ausschließlich schön viel Himmel pur am Foto, oder unschön verzerrte Teile der pfeilschnellen Hoch-geschwindigkeitsmaschine.

 Ich entscheide mich daher gegen die vorab gewählte Serienaufnahme, löse jetzt einzeln aus, und habe den Autofokusbereich möglichst groß gestellt. Erstens bleibt da die Chance, das Ding überhaupt zu erwischen, und außerdem ist bei der Einstellung der Autofokus am schnellsten. Bei den benutzerdefinierten Einstellungen des Autofokus´ stelle ich noch den Modus für sich beschleunigende Motive ein. Das sollte helfen.

 

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Die Fotos  (außer Flugleitung) entstanden mit der FUJIFILM X-T2, und dem FUJINON XC 1:4,5-6,7 / 50-230 mm


2019 © DT-Classics



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