52 Wochen-Thema 10: "Spiegel"


2 Kommentare //

 

 Es ist höchst ungemütlich. Draußen auf dem Land geht seit Wochen Regen nieder, Schnee bleibt aus. Wäre schön gewesen, denn der macht die Welt gleichermaßen hell und freundlich. Drinnen ist es auch ungemütlich. Die negativen Schlagzeilen behalten die Oberhand. Das Leben hält uns den Spiegel vor, und die Gelegenheit wäre günstig. Es wäre eine gute Stelle für reflektorisches Verhalten. Unser von Wohlstand und Selbstverständlichkeit geprägtes Leben hat es auch mal verdient, zum Stillstand gezwungen zu sein, und über das zu sinnieren, was wir tun. Urlaub, grenzenloses Reisen, unerschöpfliche Freizeitgestaltung, Wohlstand, und während wir uns kollektiv in Coronischer Hysterie über die leergefegten Regale beim Discounter aufgeregen, verendet an den Küsten des Mittelmeeres die Humanität. Das Leben hält uns mit aller Macht den Spiegel vor. Es ist höchst ungemütlich.

 

  FUJIFILM X-T2      FUJINON XF 35mm 1.4      f11 / 1/56 Sec. / ISO 800

 

 Mit diesem Foto nehme ich teil

an dem Foto-Jahresprojekt:

 

"52 Wochen-Thema :

"Spiegel"

 

 

Veranstaltet wird dieses Projekt

 

von *kwerfeldein.de

 

 

Über 52 Wochen des Jahres 2020 werden jeweils Montags

bestimmte Themen vorgegeben.

 



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Kommentare: 2
  • #1

    Werner (Mittwoch, 11 März 2020 08:39)

    Danke für diese Gedanken. Ja, so empfinde ich es auch (oder um es mit Stoppok zu sagen: "Lass sie alle rein!"). Wo bleibt das Mensch-Sein?
    Tolle Bildidee!
    Liebe Grüße,
    Werner

  • #2

    Dirk von DT-Classics (Mittwoch, 11 März 2020 09:21)

    Lieber Werner,

    danke für deine unterstützenden Zeilen!

    Egal, welchen Ursprungs, Menschen in Leid soll geholfen werden. Das erklärt sich schon alleine aus Nächstenliebe. Den großen (wunden) Punkt aller Probleme, die sich an den Grenzen von Europa und den Grenzen der Menschlichkeit auftun, sehe ich allerdings in der Doppelmoral, deren Verantwortung wir als Individuen und als Land tragen. Solange auch wir Deutschen mittels Kriegstreiberei, Waffenhandel und geschäftlichem Gebaren mit Despoten Zustände herbeiführen und unterstützen, die Menschen aus ihrer Heimat treibt, ist das dort in Kauf genommene Übel mit ungeregelten Grenzöffnungen nicht zu vereiteln. Das schlechte Gewissen geht so niemals weg. Mensch-Sein heißt für mich in erster Linie, andere Menschen (ob im nächsten Dorf, oder in einem anderen Staat) so, wie sie sind, anzunehmen, und ihnen ihre Heimat zu erhalten, in der sie gut und gerne leben können.

    Herzlich, Dirk