52 Wochen-Thema 17: "Unschärfe"


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 Gut erinnern kann ich mich noch, als damals zu analogen Zeiten die ersten Zoom-Objektive auf den Markt kamen. Und genauso gut erinnern kann ich mich an die rasanten Fotoeffekte, die damit erzeugt wurden. Über den betätigten, schnell gezogenen Zoom wurde gleichzeitig mit längerer Belichtungszeit ausgelöst. Ich verbinde die Ergebnisse in meinen Erinnerungen überwiegend mit Fotografien aus dem Sport. Die Fotos waren eingefrorene Action. Wahnsinnig gut fand ich das. Streng genommen war zwar nahezu nichts scharf, und die Unschärfe nahm zu den Rädern hin auch noch deutlich zu, aber egal. Diese Art Unschärfe birgt eine besondere Spannung.

 

 Unschärfe gibt es aber auch anders. Sie entsteht im Auge und landet im Hirn. Oder anders herum. Die Ober-flächlichkeit der Gedanken läßt dem Auge nicht mehr an Scharfsinnigkeit zu. Dinge, Begebenheiten, und auch Menschen, denen wir nicht die volle Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, landen daher als verwischte, frag-mentierte Randerscheinungen in unseren Sinnen. Das, was wir nicht in den Mittelpunkt unserer Wahrnehmung stellen, ergibt sich dieser teils schmerzvollen Beugungsunschärfe, denen wir es achtlos überlassen. Dort, wo wir nicht genau hinschauen, dort, wo der eigene Blick nur lapidar vorüber gleitet, hinterläßt uns unser innerer Auto- Fokus nichts als Unschärfe.

 

FUJIFILM X-T2      FUJINON XC 50-230mm 4,5-6,7 OIS, bei 95mm      f 22 /  1/8 Sec. / ISO 200

 

 Mit diesem Foto nehme ich teil an dem Foto-Jahresprojekt:         "52 Wochen-Thema : "Unschärfe"

 

                             Veranstaltet wird dieses Projekt von                      *kwerfeldein.de

 

 

Über 52 Wochen des Jahres 2020 werden jeweils Montags bestimmte Themen vorgegeben.

 


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