Alte Zeiten - Bilder & Geschichten von früher.

-Mit aktuellen Gedanken und Einschätzungen dazu-

Aus den vielen Fotographien meines Archivs, die bis etwa ins Jahr 2000 allesamt glasgerahmte Dias sind, und ab da bis zum Jahr 2012 analoge Papierbilder, habe ich hier eine Auswahl digitalisierter Versionen zusammengestellt, und diese mit den entsprechenden Hintergründen und Begebenheiten ihrer Entstehung angereichert. Ich werde das fortlaufend aktualisieren, erweitern, auch gelegentlich die Blöcke umbauen oder austauschen, von daher lohnt es, immer mal wieder vorbeizuschauen.

 

Danke für dein Interesse, viel Freude beim Schmökern....


Verzeichnis:

 

1993     - Kauf des ersten T3 Campers

              - Fahrt nach Schottland

1997     - Bulli-Reise nach Rügen

1998     - Fahrt zum Staffelsee

 

 


Kauf des ersten T3 Campers & Fahrt nach Schottland

 Zugegeben, der lila T2, es war ein Emotionskauf aller erster Güte gewesen. Verstand adé. Und ebenso zugegeben, es war ein Groschengrab, Energieräuber, Zeitfresser. Aber wen interessierte das? Mich jedenfalls nicht. Dennoch erwischte ich mich nach fast 2 Jahren des Dauerschraubens und des Familienfrustes des öftern dabei, über Ersatz nachzudenken. Ich war derjenige, der Kohle, Energie und Zeit investierte, und das bei zunehmend schlechten Ergebnissen und einem schwindenden Urvertrauen in ein Reisefahrzeug, welches zum Standmodell mutierte.

Also dachte ich nach. Dachte ich laut, fand das verhaltenen Applaus statt Gegenwehr, und ich dachte immer öfter laut. Die Götter der Bullis und die Schutzpatrone der Bordsteinschrauber konnten sich das scheinbar auch nicht mehr länger anhören. Sie schickten uns den rettenden Engel in Form unseres Postboten, sowie dessen VW Bus.

Sozusagen bei Briefübergabe erfuhren wir von seinen Verkaufabsichten, und was lag da näher, als wenigstens mal dabei zu schauen?

 Ok, ich kenne mich, und ich weiß, wie ich "bei was schaue", wenn ich so drauf bin, wenn ich bei sowas schaue.

 

Da klopft das Herz, die Hände sind klamm, die Augen auch, und ich werde auf eine Art zielstrebig, zu der es keine Nebentür gibt. Das ist bei Gitarren auch so, und bei Kameras, bei guten Bergstiefeln und Rucksäcken. Und bei Autos. (Nein, was ihr jetzt denkt, kommt hier nicht vor...)

 

Bauchgefühl...

Damit bin ich immer richtig gut "gefahren". Und da stand er nun, der Klappdach-T3 vom Feinsten...Herzrasen! Körpereigne Beta-Blocker in Form eines rudimentären Restverstandes hielten die künstlich erzeugte Gegenwehr um Für & Wider für höchstens 3 Minuten aufrecht. Unter diesen Umständen war das ganz schön lang. Dann endlich ergab ich mich.


 Der T3 war für heutige Maßstäbe "neu". Und jetzt, hier beim Schreiben der Eckdaten, wünsche ich mir, sowas wäre nochmal möglich. Der Bus war 9 Jahre alt! Einen 9 Jahre alten T3 besessen zu haben, ist aus heutiger Situation was fast schon Surreales. Aber so war es. Und obendrein war dieser Bulli ursprünglich auch noch ein Multivan mit Klappdach gewesen. Das alleine zählt im T3-Sektor schon zur verschwindend kleinen Minderheit.

 

Unser Postbote hatte ihn campingtauglich gemacht. Somit war der medium-blaue, Diesel befeuerte Superschlitten sofort reisefertig! Rundum Isolierscheiben, fest eingebaute Möbel, ein Küchenblock hinter dem Beifahrersitz. So ein wenig abgekupfert war das Konzept sicher bei WESTFALIA, und das Klappdach zierte ja auch der WESTFALIA-Schriftzug. Aber die Firma war mir damals en detail kein Begriff. Mir, uns, gings um eine coole Alltags-Camper-Lösung mit Bulliflair.

 Im Heck werkelte das Selbstzünder-Aggregat á la Rudolf Diesel. Stramme 50 PS aus 1600ccm, 4-Gang, bei 100km/h infernalisch laut, aber egal. Und Gnade hat er nicht bekommen können. Unbedarft, bei knapp 95.000Km gestartet, hat er sich wacker gehalten und mit uns gemeinsam durch die Zeit geschlagen.

Über 11 Jahre im Besitz als einziges Familienfahrzeug erreichte das kleine Dieselchen samt Karosse 311.000Km, und das bei wirklich wenig Pflege, kaum Wartung, und überschaubarem Reparatureinsatz.

Nachvollziehbar, es ging ja bei 9 Jahren los, und nicht wie heute, bei 25-30 Jahren, und das Auto mußte jeden Tag ran; wir hatten sonst keins. Reparaturen durften also nicht länger als eine Nacht, oder mal ein Wochenende dauern. Dies passierte genau so.

Und wenn ich jetzt auf das Foto schaue, scheint er auf einer kleinen, mit buten Blumen und Wiese bewachsenen Erdkugel zu stehen. Eine feine, kleine, heile Welt war das.


Langzeiturlaub für Kurzgeschlossene? Allerdings!

Nur wenige Wochen nach Kauf brachen wir für mehrere Wochen nach Schottland auf.

In Begleitung von Frank samt Familie im WeeWhiteOne, wie sein Bus ab dato heißen sollte.


DT-Classics


1993, Fahrt nach Schottland

 

 Im Grunde genommen war die mehrwöchige Tour durch Schottland ein echter Road-Trip. Laura, mit etwa 1,5 Jahren die Jüngste im Team, ließ lange, beschwerliche Ausflüge und Wanderungen nicht so umsetzen, wie wir das als Erwachsene vielleicht sonst getan hätten. Schlimm war das nicht. Aber es beeinflußte Rhythmus und Tempo der Reise. Im Bulli zu sitzen, teils auch bei schlechtem Wetter, und dann durch die Highlands zu fahren, hatte auch seinen Reiz.

 

 Schließlich war es doch für mich die erste lange Fahrt überhaupt im "neuen T3". Und mit 2 Bussen fängt die Art von Reisen an, die mich immer schon sehr angefixt hat. Entlang der Hills auf den roads to the North, vorne, aus der Scheibe schauend, oder im Rückspiegel die bekannte Ansicht des Busses meiner Freunde, was bei so einer Reise könnte schöner sein ?


 

  Die "Malcom Miller"                                       Laura am "Eilan Donan Castle"                 Altes Schild nach Gifford                        Unterwegs irgendwo

 Ben Nevis. Höchster Berg Schottlands und insgesamt höchster Berg Großbritanniens. Seine 300 Meter hohe Nordwand ist die höchste Felswand in ganz Großbritannien. Wir haben es vorgezogen, knapp 220 Jahre nach Erstbesteigung, von Fort William aus die flachen 2 Kilometer zum Einstieg zu wählen, und dann von Glen Nevis aufsteigend,  die für geübte Bergwanderer nutzbare "tourist route" zu nutzen.

Hierbei ist der gesamte Höhenunterschied durchaus erwähnenswert. Der Anfang der Route liegt bei ungefähr 20 Meter über dem Meeresspiegel, und zieht sich steil bis sehr steil auf den ungefähr 7 Kilometern Aufstiegsdistanz auf eine Gipfelhöhe von abschließend 1345m. Die also 1300 Höhenmeter, die es rauf und runter zweimal zu bewältigen gilt, dürfen als durchaus anspruchsvoll bis sportlich bezeichnet werden.

 

 Im Schnitt soll der Gipfel etwa 300 Tage im Jahr von starkem Nebel eingewabbert sein. Von daher hatten wir eindeutig einen der restlichen 64 Glückstage erwischt. Der einzige Nebel, den wir erlebten, entsprang diversen Gläsern Guinness und Single Malt Whisky vom Vorabend. Diese stiegen rasanter zu Kopfe, als wir tagsdrauf bergan,  und die Mischung erwies sich im weiteren Verlauf des frühen Aufstiegs durchaus Einfluß nehmend. Diese torfbraunen Gebräue färbten den überwiegenden Teil der Passagen deutlich nebulöser, als gewünscht. Dennoch lohnend, denn der Gipfelmoment war ein vollkommenes Highland-Highlight.

 

 

 

 

 Wie auf nahezu jeder Reise ergeben sich Augenblicke, die die kleinen, feinen Dinge des Lebens und des Unterwegsseins so dermaßen in den Vordergrund holen, dass das eigentlich Spektakuläre und Pompöse der Landschaften, Gegenden und Länder für einen Moment lang total nebensächlich wird.

 

 

 

 

 

 

 

 Take a break, take a pub! Nach stundenlangem Regen ist selbst im Bulli irgendwann mal der Punkt erreicht, wo Anhalten angesagt ist. Die urigen Pubs, Inn´s, Motels & Hotels entlang der Highland-Roads sind durchweg einladend. Mist ist, dass rein immer leichter fällt, als raus. Wenn man einmal sitzt, ziehen die Scotsmen einen mit Gemütlichkeit, Stimmung und Getränken in ihren Bann. Wie gut, dass nicht permanent und überall gedudelt, geklampft und gefidelt wird, sonst käme man gar nicht mehr vor die Tür.

 

 

 

 

 

 Trotz größtmöglicher Vermeidung von Trubel, Großraumparkplätzen und überlaufenen Touristenattraktionen, standen ein paar wenige typische Hotspots auf unserer Liste der Orte, die wir dennoch mal besuchen wollten. Eins davon: Eilean Donan Castle, das Highländer-Schloß. Die Szenerie rund um die Burg war deutlich ansprechender als das, was sich bei Besichtigung im Inneren bot. Vielleicht habe wir aber auch einfach nur die Kunst und Historie  nicht verstanden. What ever, nice place...

 

 

 

 Die Buchten und Strände der Westküste sind groß, atemberaubend, und meist einsam. Nach den ersten, unbedarft forschen Versuchen, ein Ründchen zu schwimmen, stellt sich schnell Ernüchterung ein.

Trotz Golfstrom ist hier auch im Sommer nichts von dem zu erwarten, was ich mir unter Badetemperatur so vorstellen mag. Es bleibt bei ausgedehnten Spaziergängen, Fotographieren, und dem Genuss der Szenerie an sich.

 

 

 

 

 

 

 

Die Küstenstrasse streift diese Strandpassagen zumeist in fußläufiger Nähe, bevor es über die nächste steile Strasse an Klippen und Felsen vorbei zur nächsten Bucht führt. Das Befahen ist nicht minder ansprechend, als das Anhalten und Schauen. Selbst in Eile wird man hier kaum schnell voran kommen. Eine so prächtige Kulisse zieht jeden unweigerlich in ihren Bann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 Überfahrt nach Skye, der gößten Insel der inneren Hebriden.

Im Schottisch-Gälischen bedeutet Skye Insel des Nebels.

Wir hatten Glück. Eine Insel mäßigen Ferndunstes war es.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausblick einer Bergtour auf Skye.

 

 

 

 

 

 Unten: Glen Coe.


 

Heute würde man sagen: Ziemlich "chillich".

Die Reise war rundum beeindruckend. Land, Leute, Wetter, der Whisky, die einmaligen Highland-Roads und die vielen verschiedenen schönen Stellplätze, die sich uns boten.

Und ein Hoch auf die Unerschrockenheit! Mit Bravour meisterten die Bullis und wir diese lange Reise.

Für Laura war es nach Wales die 2. lange Bulli-Tour. Meine Kinder sind streng genommen allesamt in und um den T3 aufgewachsen. Aus heutiger Sicht eine Prägung, die nicht die schlechteste gewesen sein wird. Die Einfachheit des Umherziehens, des Reisens, Kochens, Schlafens, und die grenzenlose Freiheit, die das VW-Bus-Leben eindeutig spürbar werden läßt, geht an niemandem spurlos vorbei.


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1997, Bulli-Tour nach Rügen

Rügen im Jahr 1997,

das war weit nach Perestroika, weit nach Mauerfall, und richtig weit im Osten. Im Jahr 1997 wurde der leidige Solidarzuschlag gesenkt, und das ostdeutsche Politbüro stand zwar spät, aber doch endlich vor einem westdeutschen Gericht. Anlass waren die laut Anklage " ...etwa 800 zu Tode gekommenen Flüchtlinge..." an der innerdeutschen Grenze. Zu Tode gekommen klingt banal nach Unfall. Abgeknallt, wie Hasen oder Hunde, das trifft es eher. Meiner Annäherung an die neuen Bundesländer halfen diese smart formulierten Anklagen samt Fernsehberichten, Interviews und Nachrichten dennoch nicht.

Die Vorstellung, von West nach Ost zu fahren, löste bei mir das Gefühl von Bedrohung aus. Auf meiner inneren Landkarte hörte die BRD immer noch genau da auf, wo sie Jahrzehnte lang aufhörte, und der Begriff DDR war meinem Denk- und Wortschatz auch immer noch nicht ganz entwichen. Das hatten wir ziemlich eindeutig in der Schule eingetrichtert bekommen, jahrelang.

Und von zu Hause aus konnte mit dem Ostteil Deutschlands auch niemand was anfangen. Wie auch? Meist benutze ich das Wort Ex-DDR. Verwandte oder andere Anlässe, dorthin zu fahren, habe ich nie gehabt. Reisen, Denken, Reden, alles hörte zwangsläufig an der "Zonengrenze" auf.

Da war der Zaun der Geschichte, über den die Lehrer und der Rest der Welt sprachen. Und wer nicht sagte, in die DDR zu fahren, der fuhr "nach drüben". Und so packten wir Pfingsten ´97 den Bulli und fuhren "nach drüben".

 

 

In meinen Aufzeichnungen des Reistagebuches von damals lese ich:  

"...unser hochglanzpolierter Bulli schnurrt tadellos, wir kommen zügig voran...",

und erreichten schlußendlich die Insel.

1997, Stralsund ist eine der größten Baustellen in Strandnähe des Ostens.

Im Stadtbereich sieht es aus wie auf einem Mega-Spielplatz für Baumaschinen.

Buddeln im Sandkasten für Baggerfahrer, alles im Maßstab 1:1.

Eindrücke einer Wanderung oberhalb der Kreidefelsen.

Das Beeindruckende der Farben hat sich in mir eingelagert, als wäre ich gestern erst dort gewesen.

So etwas Schönes habe ich selten gesehen.

 

 

 

 

Die verwunschenen Orte, die Reetdächer der alten Häuser, und der immerfort spürbare Wind sind genauso klassiche Bestandtteile von Rügen, wie die Rapsfelder, die Kreideküste, und der Leuchtturm an Kap Arcona.

Die Bimmelbahn á la Weihnachtsmarkt bei Kap Arcona, und auch die teils touristischen Auswüchse profitabler Art habe ich beim Besuch dort, wie auch beim Fotographieren, schlichtweg "ausgeblendet".

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Windflüchter bei Ahrenshoop, Fischerboote, und allgegenwärtig der Himmel und das Meer.

 Im T3 zu viert unterwegs zu sein, bedarf einer guten Organisation, einer möglichst nicht ausufernden Packwut, sowie einer Mischung aus Abenteuerlust und Baldriparan. Einen Rückzugsort gibt es nicht so wirklich. Im Grunde genommen ist rund um die Uhr Halligalli im Schober. Die Akzeptanz dieses Halligallis hat bei jedem, und auch bei mir, eine unverrückbare, innere Grenze. Und ist sie erreicht, oder gar überschritten, wird sie auch schlagartig außen sichtbar.

Innen für sich sein ist eher ungewöhnlich und kommt kaum vor. Bei offener Schiebetür, das Dach aufgeklappt, bei einer leichten, warmen Sommerbrise, die zur Heckklappe herein weht, ja, da kann sowas richtig, richtig schön sein. Bei Sonne, Wärme und entspannter Laune ist das einfach nur perfekt und super.

Nun ja, nehmen wir an, es scheint sie Sonne. Also auf gehts. Wenn ich mal mal für mich sein mag, steige ich eben zur Schiebetür raus, gehe spazieren, jogge, fahre Mountainbike oder setze mich mal ans Meer, falls eins da ist. 2 Tage Regen machen allerdings komische Sachen mit einem, und für mich reicht meist einer. Manche Reise wird da schnell mal am Altar der Widrigkeiten geopfert. Wer das, und das Vorhandensein von 4 Personen nicht vorher einplant, wird von sich selbst, und dem, was dann aus einem werden kann, mächtig überrascht werden.

 

Die eigentliche Überraschung der gesamten Tour

stellte sich allerdings auf der Heimfahrt ein.

Völlig unauffällig, ohne beängstigende Umstände

oder Sorgen bereitende Zwischenfälle,

überquerten wir die "Zonengrenze" heimwärts.



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1998, Bulli-Tour zum Staffelsee

 

 Unsere Fahrt nach Bayern an den Staffelsee ist aus heutiger Sicht eine jener Fahrten, die mir leicht aus der Sicht, aus dem Blick geraten sind. Zum einen ist es eine ganze Weile her, zum anderen habe ich dort überraschend wenig fotographiert.

 

Mag sein, dass der Schwerpunkt der Reise irgendwie anders liegt, immerhin ist es unsere erste Reise zu fünf Personen. Und Nummer  5 ist recht präsent. Nicht nur, dass Säuglinge viel Aufmerksamkeit benötigen. Vor allem macht sich die Zahl 5 beim Packen bemerkbar, und eben auch beim Fahren.

 

Kein Anhänger, keine Dachbox. Aber Vorzelt, Sitzmöbel, Spielzeug, Räder, Rucksäcke und Kindertrage, Geschirr, Kochzeug, Lebensmittel, und eben alles, was Kind in den ersten Monaten so an Ausrüstung braucht, muß in den Bulli. Erfahrung damit ist ja vorhanden, aber es kommt was zusammen ! Die 50 Diesel-Pferdchen sticht auch längst der Hafer, und sie schlagen sich wacker.

 

 

Wahnsinn, wie lange und oft kleine Kinder tatsächlich nur sitzen!

 

Während der Zeit am Staffelsee sind wir deshalb lange Phasen des Tages einfach nur am Platz zu finden. Decken raus, Spielzeug hin, für die Erwachsenen ein gutes Buch dabei, und schon ist heile Welt.

Mehr brauchts dann auch nicht.

 

 

 

 

 Die Lage im Alpenvorland bietet einerseits eine gemäßigt anspruchsvolle Landschaft, in der Steigungen und steile Passagen nicht vorhanden sind. Andererseits ist die Distanz vom Staffelsee zu den Alpen hin sozusagen nur eine Armlänge weit, nicht mehr.

 

Bei Bedarf ist alles in Wurfweite erreichbar. Das ist von Vorteil, wenn man mit noch sehr kleinen Kindern unterwegs ist. Wir sind auch einen Tag recht hoch hinauf gestiegen unter Nutzung der  Seilbahn fürs erste Stück. Hier, am Einstieg in den Mittenwalder Klettersteig, hat unsere Tour allerdings ihren Wendepunkt. Für diese Ansprüche ist nicht die Zeit. Aber einen Blick wagen, das ist erlaubt. Grandios liegen die Alpen voraus, und ein glückseeliger Rausch dessen umgibt mich mit Ausblick darauf, was alles später mal möglich sein kann, wenn alle kleinen Menschen gößer geworden sind.

 

Ob man als junger Mensch, als Kind, auch schon den Begriff Glück für sich beschreiben kann, oder treffsicher einen Zustand damit in Verbindung bringt, läßt sich sicher nicht einfach beantworten. Um bei den kleinen Weltentdeckern Zufriedenheiten herzustellen und möglich zu machen, bedarf es allerdings meist nur wenig Worte, und noch viel weniger unnützen Aufwand. Ein bisschen Wasser, die passenden Gerätschaften, Sonne, und zur gegebenen Zeit eine kleine Brise elterliche Aufmerksamkeit für das große Abenteuer, welches gerade bestanden sein will, uns alles ist gut.

 

 

Zuhause, das ist weniger ein feststehender Ort, ein Haus oder eine Wohnung, sondern entspricht in hohem Maße in erster Linie einem Gefühl. Zuhause sein, das bedeutet Frieden. Und ganz bestimmt ist ein Zuhause immer dort, wo wir uns mit Herz und Seele heimisch fühlen. Da umgibt uns das "heimelige Gefühl" von Gemütlichkeit, Geborgenheit, Wärme, und einer untrüglichen Gewissheit, in Sicherheit zu sein.

Dieses Gefühl, im VW Bus heimisch zu sein, läßt sich an jeden beliebigen Ort der Welt mitnehmen. Alles, was wir mit Heimat verbinden, löst sich mit Abfahrt am Wohnort los vom Haus, von der Wohnung, und gleitet hinein in den Campingbus. Und dieses wohlige Lächeln, mit dem jeder Meter der Reise Teil unser ist, legt sich tief ab in einem. Ich denke, dieses Glücklichsein, diese Lässigkeit und Freiheit, machen schlußendlich viel aus von dem, was es bedeutet, im VW Bus glücklich und zufrieden, sprich, daheim zu sein.


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