- Ein Leben rund um den VW Bus T3 -

 

in Fotografie & Geschichten

 


Im VW T3 WESTFALIA Club Joker zum Bullitreffen Oberweser/Weisse Hütte

15. - 18.06. 2017

 

 

Gut erinnern kann ich mich noch an die Zeit, in der es vor jeder Reise zu schauen galt, was eigentlich an Basisausrüstung für die Kinder in den Bus gehört, und was nicht. Erst wenn das alles geklärt und eingepackt war, machte ich mir über die restlichen, sprich, unsere Ladungen und die eigenen 7 Sachen Gedanken. 5 Personen mit Vorzelt, Sitzmöbeln, Räder, Spielzeug u.s.w. im Klappdach-T3, und das alles ohne Anhänger, ist eine anspruchsvolle Unternehmung. Es muß eine verzweifelte Form von Wunschdenken mobiler Harmonie sein, und hat letztendlich auch was von Bereitschaft für emotionales Harakiri. Erstaunlicherweise gelang das Überleben aber! Und dann, wenn der Berg an Gepäck eingeladen war, stiegen die Kids eines nach dem anderen hinten ein.

 

 

Lange ist es her.     

 

 

 Die abgewetzten Kuscheltiere unterm Arm, nahmen sie wibbelig und reisefiebrig Platz in den für heutige Sicherheitsansprüche verwegenen Sitzschalen mit Beckengurt, unterstützt durch handgefertigte Sonderlösungen aus der Sperrholz-Ecke. Dafür käme ich heute mühelos ins Fernsehen, und nahtlos übergehend in Gewahrsam.

Nun ja, ihre damals noch kurzen Beinchen baumelten jedenfalls noch zwischen Sitzfläche und Boden, wippend im kinderfreundlichen Takt von Rolf Zuckowskis heilpädagogischen Kinderliedern, zu Karla Kolumnas Mörderquitsche, oder dem markanten Törrröööh jenes Elefanten, vor dem niemand verschont blieb. Und dann ging es endlich los.

 

 

                                                                               

Und doch nicht.


    2006, auf dem Weg zum Alfsee

 

Der T3 hat Aufwachsen und Erwachsenwerden geprägt, verbindet nach wie vor die Interessen und Vorlieben,

und auch die Art, wie wir überhaupt unterwegs sein wollen. Es ist die unbesprochene Selbstverständlichkeit:

Wir reisen im besten Auto der Welt.

Unser diesmaliges Ziel: VW Bus Treffen in Oberweser, Campingplatz Weisse Hütte. So ganz auf Autobahnen verzichten gelingt diesmal nicht, dafür ist die Zeit schon bisschen knapp. Also, roll on..!

 

 

 Eingebettet in Wiesen, Felder und Baumgruppen liegt unweit des Campingplatzes Weisse Hütte der Ortsteil Gottstreu. Ebenso, wie im nahe gelegenen Ort Gewissenruh, zeugt auch dieser Ortsname von der Gründung eines Dorfes, in dem religiös gesonnene Menschen zur Zeit der waldensischen Fluchtbewegung um 1722 dank des Landgrafen Carl von Hessen-Kassel eine neue Heimat fanden.

 Der staatlich anerkannte Erholungsort im Wesertal bietet Einwohnern und Gästen gleichermaßen Ruhe, Erholung, und Beschaulichkeit. Das Leben verläuft hier spürbar entschleunigt in der wundervollen Umgebung zwischen Reinhardswald und Weserlauf.


 Ralf, der Chef vom Platz empfängt seine Bulli-Gäste wie jedes Jahr

mit frisch geräucherten Forellen.

Ein Bier dazu-Genuss pur!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Kuriosität am Platz ist ein knapp 50 Jahre alter HANOMAG, der so manchem Bulli die Show stielt.

 

 

Wer hat eigentlich einen VW Bulli, und betritt ihn aufrecht und auf Füßen?

Selbst bei aufgeklapptem Dach finde ich mich oftmals auf Knien hockend im Fahrzeug.

Das ist typisch.

 

Eigentlich, ja eigentlich ist alles bereit für den ersten Abend.

Aber so wirklich beschaulich soll es dann erst nach dem Gewitter werden,

welches sich das Wesertal aufwärts auf uns zu bewegt,

und sich dann mit Macht über dem Platz austobt.

 

 

 

 

Abends, bei Feuerschein und Kerze kommt alles und jeder zur Ruhe.

Die Uhren ticken langsamer hier

auf diesem unhektischen,

naturbelassenen Platz.

 

Ich habe meine "HOYER" Jumbo mit.

Gitarre spielen, Musik machen überhaupt, ist überlebenswichtig. Ich kann mir mich selbst ohne dies kaum mehr vorstellen.

Wir haben unseren Song des Tages gefunden:

 

Come down off your throne

and leave your body alone - somebody must change


You are the reason

I've been waiting so long - somebody holds the key


Well, I'm near the end and I just ain't got the time
And I'm wasted and I can't find my way home

 

 

Come down on your own

and leave your body alone - somebody must change
You are the reason

I've been waiting all these years - somebody holds the key


Well, I'm near the end and I just ain't got the time
And I'm wasted and I can't find my way home

-Steve Winwood, 1969-

 

 

Menschen, Begebenheiten, Begegnungen, Freunde.

Erinnerungen, Erlebnisse, Erfahrungen, Erkenntnisse.

Gesichter, Gesten, Stimmen und Stimmungen.

 

Frontlenker! Herrlich!

Wer weiß, was ein Frontlenker ist?

Da steige ich ein,

nehme auf der Vorderachse Platz. (Aha-Frontlenker!)

Jede Fahrt im T3 ist was Besonderes.

Und jede Fahrt im Club Joker

ist sehr besonders.

Heimfahrt ist Teil des Ganzen.

Und während meine Hände

auf dem leicht narbigen Lenkrad ruhen,

legt Malte die vielleicht am meiste überhaupt im Bulli gespielte CD ein.   

 

                                                                                                                                                                                                Best of, THE POLICE.          

              

                                                                                     Mit der Rollei entsteht dann das letzte Foto dieser Tour.


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