- Ein Leben rund um den VW Bus T3 -

 

und darüber hinaus...


 

 

Unterwegs 2018

 

Geschichten & Bilder von Oldtimer- und Bustreffen

 


 

 

Verzeichnis:

 

Mai          - Bulli-Days & Dehler-Treffen am Edersee

Juni         - "Rund um Freudenberg" - Orientierungsfahrt des MSC Niederndorf

 

 


 

Bulli-Days & Dehler-Treffen; Tagesfahrt zum Edersee

05. Mai 2018

 

Der Flieder blüht, und nicht nur der. Das ganze Land schimmert seit Wochen gelb. Blütenstaub liegt invasiv auf allem. Es sieht teilweise so aus, wie wir das aus den Zeiten kennen, in denen wüster Saharasand ungefragt aus Afrika herüberwehte, um sich hier kurz abzulegen. Aber was soll´s, es ist allemal besser, als wenn wie sonst nur westfälischer Starkregen runter käme.

Sommerzeit, Bullizeit, jede verpaßte Gelegenheit ist eine verpaßte Gelegenheit. Auch wenn diesmal nur 1 Tag drin ist, die Kilometer bis zum Edersee sind ja überschaubar. Wir haben Mai, meine gefahrenen Gesamtstrecke in 2018 beläuft sich bislang auf gerade mal schlappe 70 Kilometer. Das soll sich heute ein wenig ins Plus verschieben, also auf geht´s.

 


Unterwegs mit 4 Bullis, ich sehe natürlich immer nur drei. Hinterherfahren unter solchen Bedingungen mag ich. Der bullifizierte Generationen-Mischmasch läßt sich nicht mehr leugnen. Väter, Söhne, Freunde, kreuz und quer verbandelt, von allem was dabei, ausnahmslos klasse, und plötzlich sitzt "next generation" hinter dem eigenen Lenkrad. Schön hinbekommen. Alle gemeinsam unterwegs, endlich wieder, und das bei bestem Wetter. In mir läßt es sentimental die Frage aufkommen, wie oft das wohl so sein wird in der laufenden Saison. Schon alleine die Tatsache, mehr als einen T3 im öffentlichen Strassenverkehr zu sehen, ist sowas von unalltäglich geworden, dass sich einem das Besondere eines solchen Eindrucks geradezu aufdrängt.

 

Zum Edersee zu fahren, quer durch Siegerland, Wittgenstein und das hessische Edertal, da ist der Weg als Ziel indiskutabel. Sowas geniessen zu können, einfach unterwegs zu sein, war eigentlich schon immer möglich, aber man wagt es mittlerweile immer seltener zuzugeben. Das Thema Auto ist halt derzeit in einer seltsamen Schräglage, in der wenig positive Attribute für die übrig bleiben, die gerne klassische, ältere Fahrzeuge bewegen. Als Relikte einer Zeit, in der die Freiheit 4 Räder hatte, stehen gerade VW Busse für etwas ausnahmslos Positives. Aber hinweg mit den düsteren Gedanken, wir sitzen im T3, das Schicksal hat es gut mit uns gemeint. Auf noch recht leeren Landstrassen rollen die Oldies (also die Autos...) herrlich brummend vor sich hin. Es herrscht wenig Verkehr bei richtig viel Natur. Samstags morgens steckt der Großteil der Menschen scheinbar in Gärten, Baumärkten, im Brunch-Modus, oder vielleicht noch im Bett. Wir nicht. Von Raumland an folgen wir dem Lauf der Eder über große Teile der Strecke. 90 Minuten später sind wir dann da. Keine Wolke am Himmel, kein Öl an der Heckklappe. Geht doch!

 

 

Herrlich gelegen:


 

 

Die Bulli-Days, wie auch das "Dehler-Sommertreffen", beide Veranstaltungen laufen an diesem Wochenende parallel hier am See. Die überschaubare Anzahl an Dehler-Campern stehen fast schon verträumt auf einer kleinen Halbinsel. Sehr entspannt und ruhig geht´s dort zu. Ein T3-Dehler ist etwas, dem ich immer schon etwas Außergewöhnliches zugeschrieben habe. Firmen, die T3´s ausbauen, gibt und gab es viele. Aber die Firma Dehler aus dem Sauerland baute eigentlich Segelyachten. Vielleicht liegt in der Kenntnis von Wasserverdrängung und Schnittigkeit begründet die Tatsache, dass das Dehler-Dach der T3´s den besten aller jemals gemessenen CW-Werte von Hochdächer ablieferte. Selbst das Originaldach sieht dagegen tatsächlich ziemlich alt aus. Dehler, Yachten und Wasser, das gehört einfach zusammen. Hier am See ein Dehler-Treffen zu machen, finde ich daher im Kontext dazu sehr stimmig.

Einstieg ins Thema,

Umfangreiches Know-How

zu den Fahrzeugen der Firma Dehler,

sowie Informationen bzgl. Forum, Teile,

wie auch zur Historie, findet man hier:


Ein wunderschönes Gespann habe ich entdeckt, und wie kosequent bis ins Detail gearbeitet worden ist, zeigt sich unter anderem daran, dass Bulli samt Trailer mit den gleichen Felgen ausgestattet wurden. Auf so etwas stehe ich total.

Und oben drauf im super guten Zustand die "Yamaha XT", die auch längst ein Klassiker ist. Ich kann mich nicht satt sehen. Damals, als sie 1976 auf den Markt kam, war sie wirklich das allererste Großserien-Geländemotorrad überhaupt, das mit Einzylinder-Viertakt gebaut wurde. Tatsächlich wurde der "XT" auch damals schon eine Trockensumpfschmierung gegönnt. Und den Begriff "ENDURO", den kennt die Allgemeinheit erst ziemlich genau seit "XT". Leute, die ich kenne, die damals eine "XT" hatten, waren alles Raubeine. Und genau da an den Beinen ist die "XT" sicher dem einen oder anderen Besitzer lebhaft und schmerzlich in Erinnerung geblieben. Denn der drehmomentstarke Motor besitzt keinen E-Starter und fordert dem Fahrer beim Betätigen des Kickstarters einiges an Entschlossenheit, Kraft und Übung ab, und verzeiht keine Halbherzigkeiten. In solchen Fällen knallt der Kickstarter meist lecker und lehrreich vor´s Schienbein. Lange ist´s her.....

 

Es ist heiß. Wer weiß, vielleicht wird es nicht noch wärmer in 2018. Da zählt jeder Tag. Badestimmung bei den Bulli-Days.

Die Organisation ist vorbildlich. Viele interessante Aussteller finden sich, Teilemarkt ist vor Ort, und für´s leibliche Wohl ist bestens gesorgt.                  Hier geht´s zur Seite der Bulli-Days:  


 

Ein paar Eindrücke vom VW-Bus-Treffen:

 

Seltenes Kleinod, nicht nur hier bei den Bulli-Days: Ein lupenreiner, völlig originaler ATLANTIC in Bestzustand.

 

 

 

 

Absolut stilvoll gebaut, und obendrein total praktisch, zeigt sich dieser Eigenbau einer mobilen Küche, die ich in der offenen Schiebetür eines T4´s entdecke. Wunderschön stimmungsvoll sieht das alles aus, fast schon südländisch mediteran. Der Wert, den die Besitzer auf ein individuelles Fahrzeug legen, setzt sich hier auch ganz klar beim Thema Kochen fort. 

 

 

 

 

 Hier waren eindeutig handwerklich begabte Praktiker am Werk. Es bedarf schon einer gewissen Erfahrung, um entsprechend aller lieb gewonnenen Gewohnheiten und Rituale eine Küche zu bauen, die dann all´ diese Anforderungen erfüllt. Nutzen folgt immer einer bestimmten Ordnung, und hier in dem Fall auch einer bestimmten Ordentlichkeit.

 

 

 

 Von innen, wie auch von außen nutzbar, erkenne ich einen aufklappbaren Tisch. Sowohl bei der Zubereitung von Speisen, aber auch gut vorstellbar mit Kerze, Lampignon und 2 Gläser gutem Wein, trumpft dieses schöne Stückchen Möbel mit Gemütlichkeit und charmantem Eigensinn. Glückwunsch, sehr schön geworden !!

 

 

Nicht gerade selten sind die Kombinationen von Bussen + Anhängern. Zum Beispiel zum Transport von Campinggut oder eben auch sperrigem Zeug, was im gut erhaltenen Bus viellleicht zu Unmut führen mag. Aber auch kleinere bis größere Wohnwagen, quasi als eine Form von "2-Zimmer-Wohnerweiterung", sieht man immer öfter.

Was die Auswahl von Wohnwagen anbelangt...

....liegen die Erwartungen an Alter, Form und Größe....

...doch teilweise deutlich auseinander.

 

Aber es geht noch anders. Kein Camper, kein Wohnwagen. Dachzelt!!

Dachzelte sind mächtig im Kommen, da erlebe ich schon seit einiger Zeit eine wahre Renaissance. Man sieht sie auf Kombis, Pkw´s, Geländewagen und teilweise sogar auf Anhängern.

Viele Traveller und Abenteurer, die auch u.a. auf Youtube ihre Filme einstellen, nutzen auf Reisen diese individuelle Form der Übernachtungsmöglichkeit. Es vereinen sich auf geniale Art die Fortbewegung per Automobil und das Übernachten im Zelt.

 

 

Tolle Info´s

zum Dachzelt

gibts hier:

Für jeden, der keinen Camper als Fahrzeug besitzt, und nicht am Boden pennen mag, gibts kaum besseres, um die Situation im Auto zu entzerren, und ein Schlafen unterwegs überhaupt möglich zu machen. Wer sich intensiver informieren möchte, kann auf eine sehr rührige und kompetente Community zurückgreifen. Die Dachzelt- Nomaden veranstalten ein eigenes Festival, an dem sich alles zum Thema Dachzelt findet.


 

Der Sommer, warmer Wind, trockenes, kurzes Gras, und die Farbe Orange.

Das macht das Herz leicht

und hebt die Stimmung.

Es kann so einfach sein.


 Leben im und um den Bulli prägt. Was wir "Großen" gerne tun, und als für uns selbstverständlich ansehen, zeigt sich weitergegeben bei den Kindern als eine sinnstiftende Form von "Nachwuchsförderung".

Ich kann mich noch gut dran erinnern, wie das bei uns früher aussah. Da gab es zwar noch nicht diese vielen schönen, kindgerechten Bulli-Accessoires, wie wir sie heute kennen, aber eine bulli-affine, frühkindliche Prägung von einem einfachen, aber nachhaltigen Leben steckte da auch in Vielem. Es ist ein schönes, ans Herz gehende Bild, was ich da als Tagesgast von den Bulli-Days mit nach Hause nehmen darf.


DT-Classics

-Mai 2018-



 

 

 

"Rund um Freudenberg" - Orientierungsfahrt des MSC Niederndorf

16. Juni 2018

 

 

Chinesenzeichen. Ok.... Bislang glaubte ich, das hätte was mit Tattoos zu tun, oder mit mystischen Symbolen, mit geheimen Fingerzeichen oder sowas. Aber jetzt bin ich voll und ganz im Bilde. Chinesenzeichen sind die Geheimschrift der Ori-Gemeinschaft. Dahinter verbirgt sich aber nicht etwa eine mysteriöse Bruderschaft, sondern die illustre Runde derer, die mit Autos an organisierten Orientierungsfahrten teilnehmen.

Quelle:

https://de.wikipedia.org/wiki/Orientierungsfahrt

 

 

So eine "Schnitzeljagd" für Young- & Oldtimer, sportlich oder touristisch geprägt, veranstaltet jährlich der MSC Niederndorf. Mit meinem Freund Jochen als Co-Pilot, habe ich in diesem Jahr daran teilgenommen, und ich vermute, ich bin das Greenhorn im Starterfeld gewesen. Erste Teilnahme an sowas überhaupt, manches kam mir auch von Anfang an chinesisch vor (...oder heißt es eher spanisch..?).


Schur onn Gemorje!!  Zwo echte Sejerlänner Jonge. Doh kahste sie zo säh...

 

 

Im Starterfeld tummeln sich viele alte automobile Bekannte, und ich kann für mich nur feststellen, dass die Fahrzeuge, die mit dem  Begriff "Oldtimer" belegt sind,  so langsam eine Epoche abdecken, die frühestens in den 60er Jahren beginnt. Und das sind schon die wenigsten. 70er, 80er, diese Jahrzehnte stiften mehr und mehr die allermeisten Vertreter solcher schönen Veranstaltungen.

 

 

Alles davor, was man an Autos z.B. aus Dick&Doof-Filmen kennt, taucht irgendwie nur noch in Museen auf, so scheint es. Aber sei´s drum. Mit Baujahr 1983 ist unser VW T3 ganz gut aufgestellt, es gibt noch deutlich jüngere Teilnehmerfahrzeuge im Feld. Die Spannung ist groß. Mit Nr. 68 sind wir in der Lage, die ersten Starts zu beäugen. Da weiß man wenigstens, wie das so abläuft. Der Rest bleibt vorerst unbekannt.


Formen mit Geschichte. Es ist völlig überflüssig, die Automarken am Heckklappenschild erst mühsam nachzulesen.

Verwechslung ausgeschlossen. Was hier steht, erkennt man sofort. Ein Käfer ist ein Käfer, und ein C-Coupé ein C-Coupé.

click = groß

FIAT - Die Marke baute früher in schön.

Ohne Worte. Hier reicht der leise Genuss.

AUDI & VW. Zwei Klassiker ohne Skandal.

 


 Das Lachen ist uns zwar

auf der Strecke erhalten geblieben,

aber mit so mancher Sache haben wir uns

zugegebener Maßen schwer getan.

Das finden der Strecke,

das Notieren aller Zahlen und Bildchen,

das Ermitteln von Entfernungen,

das Deuten von Chinesenzeichen.

 

In machen Autos ist das Cockpit gespickt mit irgendwelchen TipTronic-Meßarmaturen, hochkomplizierten Upper-Class-Präzisionsuhren

und sonstigem Zauberzeugs für die Fahrt.

 

Wir fahren da eher als die Underdogs mit einer Motorradfahrer-App auf Jochens Smartphone, einer Stopuhr-Funktion meiner Schweizer Armbanduhr, und dem per Daumendruck zu nullenden Tageskilometerzähler im T3-Tacho. Das sollte reichen für´s Erste. Heil angekommen sind wir damit tatsächlich recht gut. Vorgabezeiten eingehalten, die Zeichen erkannt ( die der Zeit, und die der Chinesen...), Mittagsrast erfolgreich bewältigt, keine Panne, kein Defekt. Und zur Plazierung sei gesagt, erstmals dabei sein...nuja...ist erstmal alles.

Ganz klarer Sieger des heutigen Tages ist der MSC Niederndorf! Volle Punktzahl für die aufwenige, umfangreiche, und sensationelle Organisation dieser wunderschönen Veranstaltung. Da blieb nichts dem Zufall überlassen. Die Strecke war perfekt, führte durch Gegenden und über Sträßchen, die auch der nicht zwingend kannte, der hier in der Region heimisch ist. Die Verpflegung für den Tag war gesichert, Fotografen standen gut postiert an der Strecke, und der Zieleinlauf samt Anmoderation eines jeden Fahrzeugs erfolgte im historischen Ortskern der Stadt Freudenberg.

 

Anfangs noch ein wenig belächelt,

ist der VW Bus T3 mittlerweile doch eine feste Größe

bei Oldtimerveranstaltungen jeglicher Färbung.

 

Im bunten Starterfeld etabliert,

fühlt man sich durchaus "gut angezogen" mit einem T3,

wobei es schon noch exotisch wirken mag, wenn dies ein Camper ist.

 

Sicher ist sicher.

Sollte im Wirwarr der Chinesenzeichen und Sonderprüfungen

doch mal ungeplant alles schief gehen, ist der Tag nicht verloren.

Wir hätten ja alles dabei. Dach hoch, Stühle raus,

einen frischen Kaffee aufbrühen - fertig.

 

Und...danke, lieber Jochen!

Ohne dich samt deiner Ortskenntnis, Intuition und App,

hätte sowas wie Übernachtung durchaus passieren können...

 

Potential zum Wiederholungstäter. Die eine oder andere Ori samt Chinesenzeichen wird sicher folgen.

Quelle: DSG-Photo / Berabeitung: DT-Classics


DT-Classics

-Juni 2018-