- Ein Leben rund um den VW Bus T3 -

 

und darüber hinaus...


 

Unterwegs 2018

 

Geschichten & Bilder von Reisen und Fahrten

 


 

Verzeichnis:

 

Juli          - Schweiz/Berner Oberland - Bergtouren und Wanderungen rund um das Obere Simmental

Mai          - 2 Tage im "Freistaat Flaschenhals"


 

 

 

Schweiz/Berner Oberland - Bergtouren und Wanderungen rund um das Obere Simmental

05.-20. Juli

 

 Gepackt! Abreise!

Auf, in die Berge!

 

 Endlich, nach vorfreudigen und  spannenden Tagen der emsigen Vorbereitungen steht der Bulli reisefertig vor der Tür. Raus, mal länger als nur für ein Wochenende, es ist recht lange her. Und endlich nochmal auf Tour im T3!

Für mich ist dieser schöne und unverwechselbare Moment, wenn der alte Wasserboxer anspringt, so etwas wie die Begegnung mit einem lange nicht gesehenen Freund.

17.00h, Feierabend, gerade noch die frischen Lebensmittel rein, Sanitärzeugs ebenso, und dann los. Wir cruisen in dieser urtypischen Entspanntheit in den Abend hinein, die uns schon seit der Abfahrt vor der Haustür umschleicht. Gefahren wird noch grenznah bis Bad Bellingen, tanken in Deutschland, wie anschließend die restlichen 200 Kilometer bis Lenk verwahren wir uns für den Morgen.

 Die Schweiz, wieder einmal zieht es uns ins Gebirge. Je flacher die Landschaften, umso anstrengender die Schritte. Wir möchten lieber dorthin, wo das saftige Grün bis weit hinauf reicht, schroffer Fels schmale Wege und steile Stiege bereithält, und die erhabenen Gipfel ein verwegenes Schneemützchen tragen.

Wir haben lange recherchiert, wo genau dieses Jahr unser Zielgebiet liegen könnte. Am Liebsten dort möchten wir sein, wo trotz allem Reizvollen wenig Pauschalangebote oder sogenannte "Hotspots" die Menschenmassen anlocken. Unser Ergebnis für 2018 war mir bis dato selbst unbekannt: Das Simmental. Ehrlich gesagt, er war mir bislang nicht präsent, dieser Bereich des Berner Oberlandes.

Wer partout keine Bücher und Reiseführer mehr liest, sondern online bei den Suchmaschinen "Simmental" eingibt, der wird erstaunt sein. Vordergründig taucht nämlich erstmal eine Rinderrasse auf, der dieses Tal den Namen gab.

Und dann weiterführend folgt eine übersichtlich lange Reihe von schwärmerisch-schönen Beschreibungen und Angeboten, die allerdings neben den sonst weltbekannten Höhepunkten anderer schweizer Regionen angenehm verschmitzt und sehr zurückhaltend wirken.  Sie bieten nicht aufgeblasen Erlebnisse an, sondern laden dafür höflich ein, das Tal, die Region, eigenständig zu entdecken.


 Werbung für das Obere Simmental, sie liest sich zwischenzeilig angenehm anders, macht neugierig. Urtümlicher, echter, von weniger Künstlichkeit gefärbt, so zumindest wirkt es auf uns. Die Region profitiert ganz sicher auch von Reisenden. Aber die großen touristischen Ausweidungen von allem Vermarktbarem sind diesem herrlichen Kleinod scheinbar bislang erspart geblieben. Und dort, im schönsten Talabschluß der Alpen, da liegt auf ca. 1100m Camping Hasenweide. Wie sehr dieser Platz all` unseren Vorstellung entsprechen sollte, zeigte sich nachhaltig. Dazu später noch ein bisschen mehr...


 

 

In eigener Sache:

Alle in dunkelgrün gehaltenen Zitate stammen aus "WALDEN, oder Leben in den Wäldern",

1854 geschrieben von Henry David Thoreau.

 

Ich habe dieses alte, aber wundervoll zeitlose Buch in Stunden der Muse, Ruhe und Stille während des Aufenthalts an der Lenk gelesen. Vieles, was ich während der Berggänge gesehen und erlebt habe, löste Gedanken und Empfindungen aus, die ich auf ähnliche Weise in "WALDEN" lesen durfte. "WALDEN", und die Bilder dieser zwei intensiven Wochen in den Bergen, sie bekommen daher hier ihren Platz.

 

  Alle Rechte an dieser Ausgabe

ISBN 978 3 257 06932 7

vorbehalten Copyright 1971, 2012, 2015

DIOGENES Verlag AG Zürich

GENERELLER HINWEIS:

Alle kleineren Bilder sind per "click" vergrößerbar!

 

  



 

 So einige Dinge und Handgriffe finden bei Reisen mit festem Standort überhaupt erst statt. Sie würden beim Road-Trip gar nicht mitgenommen, oder wären überflüssig. Dazu zählen sicher das große Zelt nebst Ofen.

Muß man nicht mitnehmen, ganz klar.

Unserer Erfahrung nach ist das allerdings ziemlich entspannend. Zuzüglich zum Bus, der ja eher Schlafzimmer und Küche darstellt,

stellt das Zelt einen komfortablen Wohn- und Schlechtwetterraum dar,

den wir sehr zu schätzen wissen.

 

 Die Schweiz ist aus unserer Sicht ein sicherlich eher teureres Land. Das relativiert sich allerdings, wenn man unter so Bedingungen reist, wie wir das tun. Alle unsere Lebensmittel und Getränke sind an Bord. Ab und an nachzukaufen sind höchstes frisches Brot, Gemüse & Obst. Die Gerichte sind unkompliziert, nahrhaft, aber eben kein Fastfood, Dosen- oder Tütenessen. Abends mit Blick auf den nächsten Tag gut zu speisen macht Sinn, schließlich sind wir nahezu täglich für etliche Stunden in den Bergen unterwegs.

 

 In all´ den Jahren, in denen ich mittlerweile per Bulli unterwegs bin,

hat das Thema Essen an Bedeutung gewonnen, und damit einher gegangen, ist auch die Qualität gestiegen.

Was früher Standard war ( 5-Minuten-Zeugs, Ravioli, oder teurer Traveller-Lunch), ist einer Küche gewichen, die mir, uns entspricht. Dankbar bin ich dafür, jemanden an meiner Seite zu haben, dem das gerade auch auf Reisen viel bedeutet. Die Rituale und Zeremonien runden die Tage köstlich ab. Da lacht sogar der Kaffee...


2 Wochen Schweiz sind nicht nur ein Highlight für Augen, Herz & Seele, sondern werden auch schnell zur finanziell intensiven Phase. Die Rechnung "Camping = Schnäppchen" geht selten auf, und gerade in der Schweiz reißt einen das einfache Leben diesbezüglich auch nicht raus. Vor allem die Lebensmittelkosten liegen eine deutliche Spanne über den aus der Heimat gewohnten Preisen. Bei lapidar gehandhabten Einkäufen verpassen sie der Reisekasse schnell jene Löcher, die man dann doch lieber dem Schweizer Käse zuspricht.

 

 Aber zurück zum Tal, zu uns, und den ersten Gehversuchen vor Ort. Vom Campingplatz Hasenweide bis Lenk sind es knapp 5 Kilometer. Wir machen uns auf den Weg. Erste Schnupperrunde. Es fühlt sich alles noch ein bisschen unwirklich an. Tatsächlich, wir haben Urlaub, sind per Bulli unterwegs, campen in den Alpen!

Entlang des Weges, üppig die Blumen, die Pflanzen, bunt die Gärten, saftig die Wiesen und Weiden. Ein recht passender Start. Kurz vorm Ort dann erreichen wir den Lenksee.

 

 In anderen Beschreibungen wird dieser auch Lenkersee oder Lenkerlisee bezeichnet. Ich für meinen Teil bleibe beim verniedlichenden Lenkerli, denn so enden hier fast alle Begriffe. Am See ist es, als ob man in Moornähe wäre. Es ist diesig, wechselweise stark oder weniger stark verhangen. Doch jetzt mogeln sich allmählich leichte Sonnenstrahlen hinein und die Wolken schieben sich auch nach und nach die Hänge hoch. Von der oberen Bergwelt hier am Talende haben wir dennoch bislang nicht viel sehen können.


 

 Lenk ist mit etwa 2000 Einwohnern keine riesige , aber mit seinen Ortsteilen die im Simmental höchstgelegene Ortschaft. Es ist dort nach meinem Geschmack. Denn obwohl der Tourismus hier sicherlich eine bedeutende Einnahmequellen sein wird, wirkt Lenk auf mich so, als würden sich auch die Einheimischen nicht verstecken oder verstellen müssen. Lenk ist keine touristische, künstlich aufgehübschte Fassadenortschaft.

 

 Der Ort ist natürlich, übersichtlich, vollständig, und bei sich belassen. Am Foto, Lenk gesehen vom Flueseeli aus. In der oberen Bildmitte Lenk, dann etwas weiter unterhalb die helle, größere Fläche, das ist der Bereich der Metsch-Bahn (Gondel). Der ovale, kleine hellweiße Fleck, mittig, leicht rechts im Fichtenwald, läßt Anmeldung, Kiosk und die kleine Festcamper-Siedlung vom Campingplatz Hasenweide erkennen.


 

 

Und dann kommt die Sonne hervor. Es ist Tag 2, und bis zur Abreise wird sie uns nicht mehr verlassen.

Perfekter kann kein Sommer sein, und auch für alle Touren und Wanderungen bleibt wettermäßig

kein Wunsch offen. Genial, direkt vom Campingplatz aus die Umgebung erkunden zu können.

 

Wir folgen dem allgegenwärtigen Rauschen...

"Siebenbrünnen", aus dieser Karstquelle in 1405m Höhe bricht in 7 Schleiern tosend das Quellwasser der Simme aus dem Fels.

Die Urgewalt niedertosenden Wassers ist faszinierend und hält einen in seinem Bann. Das Endlose darin ist kaum greifbar. Seit Jahrtausenden rauscht die Simme hier herab.

Dinge und Kreaturen,

die mir sonst nie ins Auge fallen,

bleiben bei geschärften Sinnen nicht länger unentdeckt. Überall zeigt sich

das Große im Kleinen.

Wasser ist Fluch und Segen zugleich, beruhigend und beängstigend, belebend und gefährdend, vor allem in dieser überschäumenden Gewalt.

 

 

5-Stunden-Tour:

Simmenfälle(1102) - Nessli(1645)

- Hahnenmoos(1957) -

Abstieg nach Lenk.

 

 

 

 

 "Es gibt nur eine Sinnlichkeit, wie viele Gestalten sie auch annimmt, und auch nur eine Reinheit."

Es macht demütig, und auf eine Art auch andächtig. Tausende von Menschen haben hier wohl schon gestanden, sind gegangen. Der Wasserfall donnert zu Tal. Jahre, Jahrhunderte, Jahrtausende...

 

Auf den Bergen ist das dunkelgrün der Wiesen und Matten weit hochgezogen, und vermischt sich mit

dem tiefdunkel der Wälder.


 

 

 Bergtour:

Lenk(1068m) - Iffigenalp(1584m)-Iffigsee(2065m)-Wildhornhütte(2303m)-Tungelpass(2084m)-

Stübleni(2109m)-Leiterli(1943m)

 

 

 

 

 

 

 

 

 Die mit weiß-rot-weiß gekennzeichneten Steine, Felsen, Pfosten und Bäume markieren die Wege. Je höher, umso aufmerksamer gilt es, danach zu schauen.

Dort, wo Pfade nicht mehr als solche zu erkennen sind, kommt man schnell ab vom selben. Spannend wird es, wenn der rote Balken durch einen blauen ersetzt ist. Dann ist Bergerfahrung, höchste Trittsicherheit und Schwindelfreiheit selbstredend.

 

 

 

 Die Iffigen-Alp liegt wie auf einer Terrasse gebettet in 1584m Höhe. Die verträumte Pracht dieses Hochtals wirkt fast schon kitschig-schön, und abgesehen von uns, würde sich hier jeder Hobbit sicherlich wohl fühlen. Da, wo sich der Tannenstreifen und der schmale Fahrweg fast treffen, dort liegt die Alp samt Gastronomie. Für mich ist dieser Ort in seiner vollständigen Schönheit einer der Plätze, die ich mehrmals aufgesucht habe.

 

 

 Auch hier im Iffigtal dominiert neben den Bergen das Wasser. Der Iffig-Bach rauscht über die Alp, die an machen Stellen an Bilder erinnert, die man aus den wilden Teilen Skandinaviens, Kanadas oder den Rocky Mountains Nordamerikas kennt. Und obwohl meine Heimat, das Rothaargebirge, sicherlich zum Wildesten gehört, was man in NRW durchstreifen kann, ist es verglichen mit alledem hier höchstens eine milde Vorstufe.

 

 Offene Feuerstellen gibt es hier im Berner Oberland massenhaft, und es ist völlig unkompliziert, diese zu nutzen. Die Gemeinden richten diese "Brätel-Stellen" ein, stellen meist sogar das Holz zu Verfügung, und nicht selten finden sich dort eine kleine Schutzhütte nebst gemauertem Grill. Hier auf der Iffigen-Alp sind es die großen Steine aus dem Bach, die die Feuerstellen bilden. Bei uns in BRD müßte die Hütte incl. saftiger Kaution gemietet werden, wahrscheinlich wäre sogar ein Zaun drumrum. Oder es wäre von vorne herein verboten. Wie schön, dass das auch anders geht.

 

 Im Tal oberhalb der Alp sind wir Richtung Iffigsee unterwegs. Die Weite in Verbindung mit der Höhe wirkt teilweise seltsam. Oftmals bleibe ich stehen, schaue ins Iffigtal, dann hoch zu den Gipfeln, und suche am passenden Gefühl dazu, wie hoch unsere aktuelle Position wohl sein mag. Das Auge wird nicht satt. Doch die Wege lassen immer nur Gehen zu. Oder Schauen. Beides gleichzeitig ist wenig empfehlenswert.

 

 

 

 Iffigsee, die 2000m Höhe sind überschritten, und von hier bis zum Schnee und Eis ist es nicht weit. Aber es bleibt ungefährlich, viel höher steigen wir nicht auf. Die Tour führt uns knapp unterhalb der letzten Schneefelder auf die bis oben hin grünen Gipfel und Pässe. Wir biegen auf Höhe ab und folgen dem vorher ausgesuchten Weg über Tungelpass und Stübleni.

 

 

 

 

 Von der Fußspitze bis zum Horizont liegen die Almen, die Täler, die gesamte Bergwelt offen vor uns. Lifte, Gondeln oder Bergbahnen sind hier im gesamten Gebiet nahezu nicht zu finden. Bis hier oben hin ist so mancher Schritt zu gehen, gute Kondition ist angeraten. Der Lohn ist offensichtlich und unmittelbar. Mit allen Sinnen intensiv unterwegs zu sein, geschieht hier ungefragt und ohne Zutun. Es passiert einfach so, nimmt uns in seinen Bann. Uns begegnen auch nahezu keine anderen Leute. Die meiste Zeit haben wir dieses Paradies für uns alleine.

 

  Wir durchlaufen das Gebiet am Stübleni, an dessen Nordhang sich eine kraterartige und recht bizarre Gesteinslandschaft ausbreitet - die Gryden. Hier ist alles ein bisschen Winnetou. Der Kontrast zu den anderen Wegabschnitten ist schon ziemlich groß, und die damit abwechslungsreiche Färbung der Gesamtstrecke ein absoluter Genuss.


 "Wir sind nur dann imstande, alles Edle und Erhabene aufzufassen,wenn wir stets

die uns umgebende Wirklichkeit in uns aufnehmen, und von ihr ganz durchdringen lassen."

 

 

 


 Jahrzehnte lang winkte zwecks Dosenmilchwerbung ein putziger Teddybär von gemalter Alpwiesenkulisse herunter.                             -"Nichts geht über Bärenmarke"-

 Jetzt tapst er dort real umher, denn unser Reiseziel, das Berner Oberland, ist wieder Bärenland! Die Schweiz hat seinen letzten Bären zwar 1904 getötet, aber nun ist er zurück.

Den Bären in Italien unter Schutz zu stellen, und die gezielten Aussetzungen Slowenischer Bären im Trentino, haben dazu geführt, dass sich der dortige Restbestand wieder erholen konnte. Und Bären wandern. Seit 2017 sind belegte Besuche des Fast-Vegetariers auch im Kanton Bern zu verzeichnen.

 Die Hinweisschilder zu Beginn der Bergpfade und Wanderwege wirken neu. Der Bär ist Thema hier im Tal.

Die offensichtlichen Lieblingsplätze eines Braunbären liegen auch dort, wo unserer Wege herführen. Flächen mit hohem Buschbestand, viel Beeren und sonstige Leckerchen für Meister Petz gibt es hier reichlich.

 

 Zugegebener Maßen; ich schlurfe absichtlich oder teils lauter als sonst, räusper´ mich, oder spreche mal was, dort, wo es eigentlich nichts zu sagen gibt.

Vor allem dann, wenn wir schon unterwegs sind, und die Sonne noch im Halbschlaf ist. Da wandert der Blick die bewachsenen Hänge hinauf, oder aufmerksam an der gegenüberliegenden Bergflanke entlang. Im Grund glaube ich zwar nicht, dass wir ihm tatsächlich begegnen.

Aber, wer weiß..?

Keiner rechnet wirklich damit, niemand wünscht es sich, aber jeder kennt die grundsätzliche Wahrscheinlichkeit eines Zufalls.


 

 Motorisierte Klassiker sind zu Blech gewordene Emotionen, und ja, ich mag alte Autos. Sie heben die Stimmung, erzählen Geschichten, und erinnern mich an die Zeit, in der man einen Fahrzeugtyp am Aussehen erkannte, oder am Sound. Davon gibt es an der Hasenweide binnen 2 Wochen reichlich zu hören und zu sehen. Vor meinem geistigen Auge stelle ich mir gerne vor, wie wohl so die wundersame Geschichte lauten mag, die den Besitzer mit ausgerechnet diesem jenen Fahrzeug verbindet. Diese Urknall-Geschichte, irgendein Schlüsselerlebnis dazu, das wird es geben, auch wenn sie mir hier vor Ort verborgen bleiben. Eine Auswahl dessen, was sich an Fahrzeugen am und um den Campingplatz so tummelte, möchte ich euch nicht vorenthalten.


 

 

Tour:

Lenk(1068m) - Bühlberg(1664m) - Hahnenmoos(1957m) -

Würtnere(1837m) - Seewle(2079m) - Schatthore(2070m) -

Abstieg über Laubbärgli(1848m) nach Lenk

 Wendet man sich vom Metschstand auf der dem Simmental zugewandten Bergseite weiter in Richtung Hahnenmoos, und anschließend in Verlängerung gen Albristhorn(2762), durchquert man hangseits das Gebiet von Würtnere(2079m) und Seewle(2017m).

 Die Formen der Berge, wie auch die Art der Vegetation, des Lichts, der Wolken, alles erinnert ein wenig an die Berge Schottlands oder Wales´. Sogar die fast schon typisch britischen Steinmauern finden sich. Eine sehr spezielle, sehr ansprechende Gegend.


"Als ob man die Zeit totschlagen könnte, ohne die Ewigkeit zu verletzen!"


 

 

 

1,5 Std-MTB-Tour:

Simmenfälle(1102m) - Lenk(1068m) - Iffigen-Fall(1340m) - Iffigen-Alp(1584m), und das ganze zurück.

 

 

"Laß mich sehen, wo war ich denn? Mich dünkte, ich war gerade in dieser Stimmung, in diesem Winkel lag die Welt vor mir. Wenn ich jetzt diese Betrachtung beschließe,

wird sich mir je wieder eine

so schöne Gelegenheit bieten?

Ich war so nah daran, in den Urgrund der Dinge einzudringen, wie je in meinem Leben. Ich fürchte, dass meine Gedanken nicht mehr zu mir

zurück kommen werden."

 

      Iffig-Fall                                                              IffigenAlpHochUndWiederRunterBiker                                                                         Iffigen-Alp

 Die ca. 6 Km lange Strecke von Lenk zur Iffigen-Alp ist von der Länge her kaum erwähnenswert. Aber der Höhenunterschied von gut 500m, von denen ein Großteil auch erst in der 2. Hälfte der Strecke liegt, ist knackig.

 Und auch hier und heute ist wieder niemand außer mir unterwegs. Der Biergarten der Alp ist verwaist, ein paar Bergbauern sind in der Ferne zu hören. Das Tal, die Alp, und auch den Iffigfall geniesse ich in Stille alleine.



 

 

Anspruchsvolle Wanderung:

Von den Simmenfälle(1102m) nach Lenk(1068m), anschließend aufsteigend

durch die wildromantische Wallbachschlucht(1200m). Über Wallegg(1320m) zurück nach Lenk.

Die teils spektakulären und atemberaubend gewundenen und glatt geriebenen Auswaschungen, die Verfärbungen und Formen, sie sind faszinierend schön.

 

Neben den bekannten Simmenfällen und dem 100m hohen Iffigfall erscheint die Wallbachschlucht eher ein etwas verschwiegeneres Plätzchen zu sein. Wie gehabt, durchsteigen wir diese wildromantische Schlucht ohne weitere Besucher oder Wanderer. Es ist niemand unterwegs auf den schmalen Tritten und Stufen. 


"An manchen Sommertagen saß ich in Träumereien versunken, während die Vögel ringsherum sangen oder leise herumflatterten, bis ich durch die anders einfallenden Sonnenstrahlen daran erinnert wurde, dass die Zeit vergeht."

 


Campingplatz "Hasenweide"

 Der Campingplatz "Hasenweide" zählt zu jenen Kleinoden, bei denen ich immer sehr hin- und hergerissen bin, ob eine Nennung, eine Art von Werbung, überhaupt sinnstiftend und schlau ist. "Hasenweide" ist einer jener urtümlichen Plätze, deren Existenz ich eigentlich viel lieber für mich behalten mag.

 

 Auf diesem Platz zu stehen, ist einfach schön, denn es ist so schön einfach alles. Einerseits mangelt es einem dort an nichts. Alle Einrichtungen und jeder Service sind vorhanden und so dosiert, wie man das als bescheidener Camper braucht. Und andererseits verliert man zwischenzeitig wirklich das Bewußtsein dafür, überhaupt auf einem Campingplatz zu stehen.

 

 Die unglaublich aufmerksame, aber eben auch herrlich freiräumige Art, in der die Familie Müller diesen Platz führt, gibt einem das Gefühl, man befände sich irgendwo frei in der Natur stehend auf einer wunderbaren Wiese, an einem Wasserfall, direkt in den Bergen. Es ist herrlich dort.

 

"Hasenweide" ist aus meiner Sicht

perfekt für Reisende, die

 

- mit "leichtem Gepäck" zu reisen verstehen

- keine Animation auf Reisen brauchen

- noch warten, statt erwarten können

- Komfort von Ursprünglichkeit zu schätzen wissen

- Stille suchen und Stille geben können

- sich am nicht vorhandenen Überfluss freuen können

- so´n bisschen aus "der guten alten Zeit" stammen

- was dafür tun möchten, dass das so bleibt...


 

 

Große Höhentour:

Simmenfälle(1109m) - Rezliberg(1405m) - Flueseeli(2045m) - Rezligletscherseeli(2300m) -

Laufbodenhorn(2701m) - Tierbergsattel(2654m) - Schutzhütte Blatti - Abstieg zur Iffigen-Alp.

Erstaunen wechselt sich ab mit Respekt, Faszination paart sich mit Aufmerksamkeit. Die einst deutlich sichtbaren Pfade und Wege werden zu Geröllfeldern und Felswüsten, die vom letzten rot-weiß-rot zum nächsten aufmerksam begangen sein wollen.

Es geht höher und höher, wird steinig, steil und ausgesetzt. Für uns, die wir 95% des Jahres in Mittelgebirgen unterwegs sind, ist dies längst keine Routine mehr. Jeder neue Tritt will bedacht sein.


 

 "Es ist ein wunderbarer Tag, an dem der ganze Körper nur ein einziger Sinn ist

und Wonne einsäugt durch jede Pore. Ich gehe und komme mit einer seltsamen Freiheit in der Natur."

 Der Aufstieg durch Altschnee und Geröll hoch zum Tierbergpass fordert Konzentration und Kraft. Bis auf wenige Ausnahmen lassen sich die wenig gefährlichen, aber anstrengenden Schneepassagen umgehen. Die Strecke von dort, wo ich stehe, bis zum am Horizont liegenden Pass, zieht sich lange hin. Die Steilheit ist fotographisch nicht darstellbar. Der Aufstieg vor uns ist vergleichbar mit dem Geröllfeld links im Bild. Wirkliche Pfade, Fehlanzeige. Wir suchen teils lange an der nächsten Markierung. Von einem Schritt zum nächsten orientieren wir unsere Schritte an den sichtbaren Fußabdrücken, hinterlassen von Vorgängern, die wieder und wieder gleiche Stellen trafen, unter denen sich Geröll gelöst hat, und zu kleinen Aufwürfen zum Stillstand gekommen ist.

 Weit gefehlt, anzunehmen, die prekären Stellen lägen auf den höchsten Passagen der Tour! Beim Abstieg zur Iffigen-Alp, man wähnt sich fast schon unten, ist ein Geröllfeld zu queren. Auf ca. 70m, der Hang in Fall-Linie, fußbreiter Pfad, keine Sicherung, gilt es dieses kniffelige Stück zu passieren. Alternative Wege dazu gibt es keine. Und umkehren würde einen Weg von etlichen Stunden bedeuten.

 

 Auch, wenn das Foto täuscht: Ausrutschen bedeutet hier den Sturz ins Leere. Das eh schon gut 45 Grad steile Geröllfeld mündet ca 50 Meter weiter unten in eine senkrechte Felswand. Volle Konzentration ist angesagt. Nach etwa 6 Stunden Tour eine echte Herausforderung.



 

 

 

Die kleinen Dinge am Weg machen das große Panorama letztendlich erst perfekt. 


 

 Was bei uns in Südwestfalen schon vor Monaten alles gelb einpuderte, ist hier gerade erst soweit, um vom Wind in alle Richtungen davon getragen zu werden. Wir betätigen uns neugierig an einer Stelle, um mal die Menge zu demonstrieren, die sich da so ausschütteln läßt.



 

 

Als Abschlußtour haben wir uns eine der schönsten hochalpinen Touren ausgewählt,

die man direkt von der Hasenweide aus gehen kann:

Simmenfälle(1102m) - Ammertental(1600-2100m) - Ammertenpass(2473m) - Engstligen-Alp(2090m) - Abstieg nach Adelboden

 Früh morgens sind wir raus. Die Täler und auch die Hasenweide liegen noch im Morgentau, alles ist still. Der Himmel ist blau und völlig wolkenlos.

Auch dieses Stückchen Bergtraum  hier im Ammertental hat seinen eigenen Charme. Vom Simmenfall aufwärts begleitet uns lange der Hochwald, während sich auf der gegenüber liegenden Seite des Tals die schroffen Felsen früh zeigen. Steilauf ragen die Wände, sie begleiten uns den ganzen Vormittag, und uns wird das  große Glück zuteil, einen Geier im Flug zu beobachten. Und es ist vorerst kalt im sonnenlosen Halbschatten. Ich gehe in T-Shirt und Weste, aber meine Finger sind gerade noch in der Lage, die Kamera zu bedienen. Über 2 Stunden dauert der klamme Aufstieg durchs Tal, ehe uns die ersten Sonnenstrahlen treffen.

 

 Mit diesen seltsam anmutenden Tieren haben wir hier nicht gerechnet. Ich weiß nicht einmal, was das für eine Sorte oder Art ist. Die zotteligen Rinder, die aussehen wie ein Yak, aber irgendwie doch nicht, kennen die besten Stellen. Weit oben über 2000m liegen sie auf terrassenartiger Weide in der Sonne.

 

 

 Wir sind schon recht weit oben, doch es fehlt noch ein ganzes Stück bis zum Pass. Zurück blickend verengen sich die Bergflanken scharf, und sie fallen fast schon symmetrisch perfekt ins enge Ammertental hinunter, aus dem wir heraufgestiegen sind. Weit hinten, die auslaufende Bergkette um Wildhorn und Schnidejoch, sowie mittig das saftig grüne Gebiet um Flöschhorn und Wistätthorn.

 

 Längst steigen wir wieder im Geröll. Talaufwärts, aber hier oben noch deutlicher, scheinen wir direkt dem Gletscher Plaine Morte, sowie den 3 Gipfeln des alles prägenden Wildstrubelmassivs zuzuschreiten.


"Die Natur stellt keine Fragen und beantwortet keine, welche die Sterblichen ihr stellen.

Sie hat längst ihren Entschluß gefasst."

 

 Oben am Ammertenpass fällt dann zum ersten Mal der Blick über die Felskante hinunterfällt auf das Gebiet der Engstligen-Alp. Es ist fast schon unwirklich schön. Wir sitzen dort und staunen nur.

So müssen sich die Wanderer oder auch Auswanderer vorgekommen sein, die nur vagen Gerüchten und Ahnungen folgend, über Berge und durch Wälder schritten, um dann nach langen Entbehrungen in das Tal des Lebens zu schauen.

 

 Wiedermal sehen wir ungläubig in diese fruchtbare Weite, die durch nichts getrübt ist. Nicht einmal durch eine einzige kleine Wolke. Ohne Sonnenbrille und Kopftuch komme ich nicht aus. Es könnte schöner nicht sein heute. Weit unten liegt die Engstligen-Alp. Trotz  zweiwöchiger Gewöhnung an Berge und Höhen ist immer noch schwer vorstellbar, dass das grüne, reiche Land dort unten, dessen Umrundung sicher 1 Stunde dauert, auf über 2000m Höhe liegt.


"Jedesmal wenn der Mensch aus dem Schlaf oder aus der Versunkenheit erwacht,

muß er die Himmelsrichtungen von neuem kennenlernen.

Nicht eher, als bis wir verloren sind - mit anderen Worten: bis wir die Welt verloren haben -,

fangen wir an, uns selbst zu finden und gewahr zu werden,

wo wir sind und wie endlos ausgedehnt unsere Möglichkeiten sind."

 Auch hier verrutschen die Einschätzungen, was die Entfernungen anbelangt. Vom Standort hier am Pass sind wir noch fast 1 Stunde bergab unterwegs, bevor wir die Alp erreichen.

Und sie wächst. Mit jedem weiteren Meter, den wir ihr entgegenwandern, erscheint die satte Weidefläche größer und größer. Wie amerikanische Bisons stehen weit verstreut die Rinder, ziehen gemächlich über die Alp. Und die Bergkette wirkt so, als beschütze sie halbkreisförmig dieses herrliche Fleckchen Erde.

 

 

Oben am Ammertengrat, dort, wo wir eben noch staunend standen, dort entspringt die Engstlige. Hier, auf der namensgleichen Alp, verläuft sie gewunden durch die Weiden.

 

 

 Kurz unterhalb der Alp-Häuser stürzt sie sich jäh in Form eines Wasserfalls zu Tal und fließt Adelboden entgegen, unserem heutigen Ziel.


 Adelboden ist doppeldeutig Ziel, denn es beschreibt auch gleichzeitig den Abschluß unserer vielen Touren, wie auch das große Finale unserer Reise überhaupt.


 

                                 Kabel ab, Dach zu - Heimreise.

 Für eine Rückschau ist alles noch viel zu frisch. Die vielen Eindrücke der Wanderungen und Touren sitzen tief. Es hinterläßt mich dankbar, auf diese Art reisen zu dürfen. So schlicht unterwegs zu sein, und in bester Begleitung einen kleinen Teil der großen Welt auf eigenen Füßen erkunden zu können, das ist das größte Glück überhaupt.

 

 Und unsere alte, rollende Insel wird uns schon zuverlässig heim bringen. Wie immer...


DT-Classics

-Juli 2018-



 

 

 

2 Tage im "Freistaat Flaschenhals"

11.-13. Mai

 

Raus, Tapetenwechsel, einfach mal was anderes sehen, so ist die Idee. Aber wohin? Zeit ist von Freitag bis Sonntag, die Wetterprognosen ab Sonntagmittag spätetens wieder kräftig im Soll. Und wir möchten nicht länger als nötig im Auto sitzen, selbstredend.

Seit gut 20 Jahren geistert die Idee in mir, SULEIKA nochmal zu besuchen. SULEIKA ist rheinischer Natur, und mit über 60 Jahren nicht mehr die Jüngste. Aber sie hat einiges zu bieten, was die meisten anderen nicht haben.

 

SULEIKA, das ist ein Campingplatz. Weit oben, hochgelegen über dem Rhein, liegt er fast schon unwirklich schön in saftiger Steillage in einem engen, terrassierten Tal. Kein Lärm, kein Hochwasser, keine Schnaken. Wer hier her findet, ist kein Zufallsgast. Die Wege in die Touristenorte sind lang, zu Fuß kaum machbar, und wenn schon. Rüdesheim ist schon gesäumt genug von touristischen Stereotypen, da also müssen wir nicht auch noch hin.


Kurz hinter Lorch beginnt die Zufahrt hoch zum Campingplatz, und sie ist dermaßen lang und gewunden, dass in mir kurzzeitig der vage Verdacht aufkommt, ich hätte mich inmitten der Rebenlabyrinthe verfahren. Weit gefehlt, alles ok, es sind gut 2-3 Kilometer, und knapp die Hälfte davon ist an diesem Aussichtspunkt geschafft. Das Wetter ist einer Weingegend entsprechend, Rastbänke mit Blick auf den Rhein einladend, und es ist eine Lust, mit dem alten Camper hier herauf zu schnurren. Take a break...

 

Mal spielt sich der Rhein in seinem Tal voll und ganz in den Vordergrund, und ein anderes Mal bildet er die Traumkulisse für die kleinen feinen Dinge am Wegesrand. Schauen und staunen löst sich hier ab mit verweilen, ruhen, und einfach nur mal dasitzen.

 

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SULEIKA liegt im FREISTAAT FLASCHENHALS. Was sich wie ein humorvoller Begriff anhört, den sich vielleicht die Touristikbranche für diese Region ausgedacht haben könnte, ist in Wahrheit ein Gebiet, dass eine skurile historische Geschichte hat.

Der FREISTAAT FLASCHENHALS ist ein recht schmaler Streifen, der bei der Besetzung durch die Alliierten nach Ende des 1. Weltkrieges nicht besetzt wurde, allerdings von Rest des unbesetzten Deutschlands total isoliert war. Der heute historische FREISTAAT FLASCHENHALS liegt im oberen Mittelrheintal, welches zum UNESCO-Welterbe gehört. Viele Male durch die Jahrhunderte hinweg war dieses Gebiet Schauplatz von wichtigen historischen Ereignisse, zu denen sicher auch die Umstände des  „Freistaates Flaschenhals“ zählen. Wer sich dazu etwas mehr informieren möchte, was sich auch durchaus lohnt, findet im Internet reichlich Gelegenheiten. Aus erster Quelle finden sich flaschenhalsgebündelte Informationen

                                                                                                  hinter dem Button:

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SULEIKA; Der Blick reicht weit hinunter, und nur sehr wenig dringt nach hier oben. Entgegen der meisten Campingplätze, die unmittelbar am Fluß liegen, ist es hier still.

Keine Binnenschiffe, die binnen Minuten wie an der Schnur gezogen vor der Schiebetür flußauf und -ab stampfen, kein Güterzug, der sonst gefühlt ständig zwischen Rhein und Weinbergen herdonnert, und auch keine Reisebusse voller Touristen, die hier binnen 10 Tagen ein Stück vom ganzen Europa kennen lernen. So die Theorie. Pro Terrasse finden sich hier höchstens 2 Fahrzeuge Platz. Und keiner steht dem anderen in der Sicht.

 

Als Camper haben wir eigentlich immer alles dabei. Auch Verpflegung. Zu wenig hat kaum einer an Bord. Dennoch ist es ratsam, hier auch mal die eigenen Vorräte zu verwahren, und im Weinhaus Platz zu nehmen. Es ist sehr speziell, und hat etwas vom Charme einer Zeit, in der alles rustikal zu sein hatte. Dunkles Holz, altbackene Bilder und Fotos, Geschichte pur eben. Die wenigen Plätze, die für die abendlichen Mahlzeiten reserviert werden können, sind beliebt und schnell vergriffen. Bei komplett frisch zubereiteten Speisen und einem Schoppen köstlichen Rebensaftes aus der Region, läßt sich auf der Terasse sitzend ein langer Tag vortrefflich abrunden.


 Wanderung nach Lorch.

 

Manches ist hier alt,

hat Geschichte,

und überdauert die Zeit so,

als gäbe es sie gar nicht.

Ein altes Blechschild, Nürburgring,

"Grosser Preis von Deutschland".

Das hängt wohl schon seit 1951

dort an jenem Bretterzaun,

wo ich es entdecke.

 

Und manches ist sicher

noch älter als alt.

Wie lange es wohl her ist,

als aus  Bäumen erst Bretter, 

und dann diese Pforte entstand,

und künstlerisch verziert

der Rahmen dazu.

Und wer wird schon alles

hier hindurch geschritten sein?

 

 

 

In den Gassen von Lorch fällt die Moderne auf, und alles andere ist,

wie es immer war.


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Statt wie bei uns daheim überwiegend durch dunkle Wälder zu wandern, gibt´s hier was zu sehen. Weite Blicke, Burgen, der Fluß und der Wein sind allgegenwärtig. Stufenartig wäre möglich, ganz unten in Flußnähe zu gehen, oder etwas höher, oder ganz oben. Ganz oben, mit Panorama-Effekt und bester Beschilderung, da verläuft der Rheinsteig. Der Rheinsteig ist Premium-Wanderweg. Außer, dass sie besonders reizvoll angelegt sind, weisen sich Premium-Wanderwege auch dadurch aus, dass sie dem Zeitgeist folgen und eine eigene App haben. Digitale Wandernavigation ersetzt Spürnase, Orientierung und Intuition. Nachdem uns tatsächlich dann auch noch jemand begegnet, der gestützt durch die virtuelle Lady im Smartphone der Neuzeit hinterher wandert, entscheiden wir uns lieber für die Wege halb am Hang. Denn da gibt es kaum Schilder und keine App. Sensationell, yes, we can!

Wein ist hier allgegenwärtig. Seit Jahrtausenden wohl schon. Zu sehr anstrengenden Tätigkeiten und mühseeligen Handgriffen finden sich die Weinbauern und ihre Angestellten in den steilen Weinbergen ein. Erbe der Römer... Sie mähen, schneiden, hegen und pflegen jeden noch so kleinen Trieb. Mit teils abenteuerlichen Fahrzeugen werden bei steilster Hanglage in halsbrecherischer Fahrt die schmalen Spuren und Zwischenräume bearbeitet. Oder aber auch nur mit Handwerkzeugen. Wir haben über 25 Grad, kein Schatten. Und heute ist 1 Tag von 365 Tagen. Winzer sein ist Passion. Anders geht sowas nicht. Ungefragt Fotos davon machen, wie dort geschuftet wird, lasse ich lieber sein.

 

 

Junge Reben brauchen Schutz.

Der kommt heutzutage dank TETRA-Pac

in wiederverwertbarem Kleidchen daher.

Wie Jungrebenschutz vor paar hundert Jahren

ausgesehen haben mag, oder noch vor nur 20 Jahren,

weiß heutzutage sicher nur noch der Winzer.

Aber auch der bedient sich Möglichkeiten,

die es ihm vielleicht leichter machen.

Früher war nicht alles besser. Aber anders.

 

 

 

 

Heimfahrt. Suleika, adé.

Das Rheintal bei Sonne ist die Erinnerung an gestern. Donner, Blitz und Starkregen, das ist heute. Zusammenpacken ist Routine. Die Sonnenbrille ist längst in der Tasche verschwunden. Aber auch heimwärts, und auch bei Regen; der Weg ist das Ziel. Vielleicht eins von vielen, aber er ist eins. Vor allem dann, wenn das Fahrzeug paßt. Und ein T3, ja, das paßt!



DT-Classics

-Mai 2018-