Wenn der Blick für das Besondere vorhanden ist, Bestzustand alter Fahrzeuge Freude bereitet, mit Sauberkeit nicht nur "dünn-drüber" gemeint ist, und obendrein Gefallen an einer gewissen Perfektion aufkommt, dann ist der Moment erreicht, in dem ein Automobil vom lapidaren Ver-brauchen in ein durchaus werterhaltendes Ge-brauchen übergeht, und aus einem Alltagsfahrer ein Liebhaber klassischer Fahrzeuge geworden ist.

 

Willkommen im Club!


 

 

Der Reihe nach:

 

Reflexzonenmassage - Über die Kunst der Hochglanzerhaltung polierter Felgen.

Good Lack! - Alles "im Griff" beim Lackieren aus der Sprühdose

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Reflexzonenmassage -Über die Kunst der Hochglanzerhaltung polierter Felgen.

 

 Wie stand es neulich so trefflich in großen Lettern auf einem gut gemachten Werbeplakat eines Fitness-Studios :         

 

                  "the bodies of summer are made in the winter."

 

Dem ist sicher nicht viel hinzuzufügen, höchstens die altbekannte Sache mit dem frühen Vogel und so weiter. Bildlich übertragen auf meine 7 Sachen, bleiben vor allem 4 Exponate übrig, die ich im Winter immer der Generalkur unterziehe, und für die im laufenden Saisonbetrieb kaum Zeit bleibt. Meine Felgen meine ich, und da besonders deren auf Hochglanz polierte Felgenhörner.

Seit gut 10 Jahren am Bus, damals von Profihand aufarbeiten lassen, ist nichts mit Klarlack oder sonstigen Schutzschichten versehen. 80er Jahre Oldshool, natur-pur, poliert bis zum Geht-nicht-mehr. Und dann lag´s an mir. Seit eh und je, seit Jahr und Tag, nach jeder Fahrt, nach jeder Tour, nach jeder Saison. Und nach der Saison, ist vor der Saison.

 

 

 

 Vieles an Reinigern, Polier- und Pflegemitteln sowie Techniken habe ich getestet, ausprobiert, verworfen und beibehalten. Nicht alles war gut, und gut gemeinte Tipps waren dann mitunter auch doch keine. So manche teils üble Verschlimmbesserung durfte ich dann hinterher mühsamst und schweißtreibend wieder zu altem Glanz zurück polieren. Und ohne die kleinen Auffrischungen zwischendurch, wie z.B. Nachpolieren auf längeren Touren und Reisen, ist der Hochglanz meinem Anspruch nach kaum zu halten.

So ist das halt. Wer schön sein will, der will es eben. Und machen lassen ist nicht. Für alle, die da wissen, was ich meine, und auch lieber gerne selbst mit bisschen Ergeiz am Optimum vom Ergebnis herum experimentieren, sende ich hier meine hochheiligen Erkenntnisse und Vorgehensweisen in den Orbit der Felgen-Klassiker. Es gibt sicher viele andere Wege. Einen Anspruch auf Ultimative oder Einzigartigkeit habe ich dabei auch nicht. Vom Wirken dieser Produkte und Verfahren bin ich aber echt überzeugt, die Hörner glänzen, und das schon überdurchschnittlich lange.


                                Zur Sache:

Auch, wenn das vielleicht hier am Foto anders wirken mag; erzählt´mir nix, es ist...matt. Vom vielen Nachreiben in der vergangenen Saison sind erkennbare Streifen zurückgeblieben. Die Hochglanzpolierung ist maximal noch Glanz der alten Zeit. Das Gold (pulverbeschichtet) ist auch nicht mehr frisch. In den 12 Bohrungen hat der Bremsstaub aufrauhend gewirkt, und der schmale, schwarze Trennstreifen ist an den Erhebungen von KBA-Nummer und Herstellungsjahr teilweise weggerieben. 

Meine Reihenfolge ist:

Grundreinigung - Horn aufarbeiten - Gold aufarbeiten - den schwarzen Streifen nachlackieren - Versiegeln.

 

 

Jeder, der die Möglichkeit nutzen mag, einen Profi zu engagieren, kriegt sicherlich Resultate,

die noch ein paar Prozent über meinem Ergebnis liegen. Wer sich wie ich die Kohle sparen möchte,

und einen Werkraum hat, wo sowas mit Spass an der Sache machbar ist, kann durchaus auf ähnliche Weise verfahren.

 

Mehr, als diese paar Mittel sind eigentlich nicht erforderlich.

Alles Weitere ist der Übung, der Routine, der Geduld und der Regelmäßigkeit unterworfen.

Die goldene Pulverbeschichtung ist eher dem Kunststoff, als dem Lack zuzuordnen. Kleinere Kratzerchen lassen sich dennoch prima mit herkömmlichen, qualitativ guten Kratzer-Entferner bearbeiten.

Vor allem in den Bohrungen wirkt der Wunder beim Kampf gegen die schattigen Hinterlassenschaften des bissigen  Bremsstaubes.

 

Die anschließende Bearbeitung mit Autopolitur treibt dem Goldton die bekannte Frische ins Antliz zurück.

Wer mehrmals schlechtes Zeug kauft, kann auch einmal gutes nehmen. Für mich zählen dazu die Produkte (samt super Infos!) von

Die von mir benutze Fest-Paste ist das für Hochglanz entwickelte Produkt "Unipol"-grün", unter Verwendung einer großen Sisal- scheibe. In Ruhe daheim gehts absolut nicht besser.

Im "Beauty-Case" für unterwegs finden sich diese 2 kleinen Helferlein. Neben dem allseits bekannten "Neverdull" bin ich nach langem Suchen auf eine Flüssigkeit gestossen, die ich für sowas wie das Hochkonzentrat dessen halte, womit die Neverdull-Wolle getränkt sein mag. Hintereinander, oder die Wolle mit "Alu-Magic" hochgepusht, reichen kleinere Pflegeeinheiten, um den gewünschten Status zu erhalten. Nur bitte damit nicht zu lange warten...  ;-)

Abschließend, daheim, wie auch unterwegs, überziehe ich die vorab hochglanzpolierten Flächen mit diesem Felgenschutz von "Fix 40". Die Verarbeitung ist denkbar einfach. Genauso, wie bei den Mitteln links, wird aufgetragen, gleichmäßig aufgerieben, und abpoliert. Diesen Vorgang des Versiegelns wiederhole ich der besseren Wirkung halber noch 1-2 mal. Das Ergebnis ist einfach nur genial, denn es verlängert die Pflegeintervalle erheblich.


Sicher läßt sich ein gleiches Ergebnis auch mit anderen Verfahren und Mitteln erreichen. Die oben gezeigten Produkte stehen daher nur beispielhaft für verwendbare Mittel. Meine Experimentalphase ist allerdings abgeschlossen, ich benutze schon lange ausschließlich die gezeigte Ware in beschriebener Weise.

 

 

Hier noch paar Fotos in Aktion, bzw. von den Ergebnissen.

Beim Arbeiten mit der schnell rotierenden Sisalscheibe empfehle ich, die Ventilkappe abzudrehen. Es passiert sonst schnell, dass die Scheibe die Kappe auf Maximaldrehzahl beschleunigt, und diese anschließend auf nimmerwiedersehen in genau jener Ecke deiner Werkstatt verschwindet, wo auch die anderen, schmerzlich vermissten Kleinteile liegen.

Abschließend noch die Pneus mit Gummipflegemittel behandelt, und die Sache ist "rund".   Roll on!


DT-Classics

- Februar 2018 -


 

 

 

Good Lack! - Alles "im Griff" beim Lackieren aus der Sprühdose

 

Im Vergleich zum normalen Gebrauch einer Sprühdose ist das Arbeiten mit diesem aufsetzbaren Pistolengriff eine völlig andere Welt. Die Dosierung gelingt deutlich kontrollierter, das gesamte Handling vereinfacht sich, und es ist weitaus erholsamer, als längere Zeit nur per Zeigefinger drückend zu lackieren. Für mich könnte der Aha-Effekt kaum größer sein, und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei einem Kaufpreis von um 5,00,-€ mehr als stimmig.

Den vormals kreisrunden Kopf empfehle ich allerdings ein wenig nachzubearbeiten. Durch Abtrennen des vorderen Radius` ist sichergestellt, dass Sprühtropfen nicht an dessen vorderer Kante hängen bleiben, und diese ungewollt auf die zu lackierende Fläche fliegen. Ich habe das mittels einer kleinen Säge einfach abgetrennt.

 

Der Pistolengriff als solcher paßt auf jede x-beliebige Sprühdose. Lack, Sprühkleber...ein leichtes Verarbeiten.

Immer dann, wenn Radien oder irgendwelche Konturen messerscharf, sauber und exakt abzukleben sind, (siehe schwarzer Streifen meiner Felgen!) kommt das sogenannte Kurvenband ins Spiel. Das gibt es in diversen Breiten. Wie eng der Radius auch sein mag, er läßt sich 100%ig kleben, ohne dass das Band Falten wirft, oder sich löst. Ein Untersprühen des Bandes, wie dies bei den Falten des in Radien geklebtem Kreppband o.ä. schnell geschieht, ist ausgeschlossen.


DT-Classics

- Februar 2018 -


Weiteres folgt...