Neuzeit - Bilder & Geschichten einer Gegenwart

-Mit aktuellen Gedanken und Einschätzungen dazu-

Die vielen Fotographien meines Archivs, die ab 2005 entstanden sind, stellen eine Mischung aus zu anfangs noch häufigen Analogfotos dar. Von ca. 2012/13 an bin ich dazu übergegangen, digital zu fotographieren. Dies hatte nicht unbedingt den Hintergrund, dass ich Analogtechnik plötzlich schlechter fand. Wirklich schlecht war nur die Filmqualität und die Verarbeitung, die aus einem analog gefertigten Foto ein digital nutzbares Bild erstellte. Die Problematik ist für Hobbyfotographen schier unlösbar gewesen. Ausschlaggebend für den Kauf einer guten Digitalkamera war dann letzlich aber der Umstand, dass mir meine alte Olympus samt kompletter Fotoausrüstung 2013 gestohlen wurde.

 

Hier also finden sich nun analog beginnend, zunehmend digitale Fotographien, und diese mit den entsprechenden Hintergründen und Begebenheiten ihrer Entstehung angereichert. Ich werde das fortlaufend aktualisieren, erweitern, auch gelegentlich die Blöcke umbauen oder austauschen, von daher lohnt es, immer mal wieder vorbeizuschauen.

 

Danke für dein Interesse, viel Freude beim Schmökern....

 


Verzeichnis:

 

2005     - VW T3 WESTFALIA Club Joker - Ein Anfang

2007     - Internationales VW-Bus Treffen in Hannover

2012     - Mini-Bustreffen am Main

2012     - Kurzreise in die Eifel

 


VW T3 WESTFALIA Club Joker

 Ob ich an Wunder glaube, kann ich gar nicht eindeutig sagen. Und auch die Frage, ob ich bestimmte Geschehnisse als schicksalshafte Fügungen anerkennen mag, ist nicht leicht zu beantworten. Eins ist mir aber ohne Zweifel klar: Alles, was geschieht, hat seinen Sinn. Nichts passiert einfach so. Und auch, wenn im gegenwärtigen Moment von alledem nichts eindeutig zu erkennen gelingt, erweisen sich diese Dinge später rückwirkend betrachtet plötzlich als wegweisend und gut.                            Und das kam so:

 

 Unser hellblauer T3 Dieselcamper löste sich technisch wie optisch in Wohlgefallen auf. Die Zeichen der Zeit waren auch durch Rostumwandler, Sprühdosenlack oder beharrliche Ignoranz nicht mehr zu korrigieren. Die C14-Methode arbeitete kontinuierlich und deutlich schneller als WD40, und leider auch noch viel schneller als ich.

Innerlich hatte ich dem Wägelchen also schon längst gekündigt, und es trieben mich Gedanken umher, wo Ersatz zu beschaffen wäre, und vor allem, in welcher Art.

Und dann, es war im Winter 2004/05, ergab sich eins jener sagenhaften, wegweisenden Schicksalswunder mit Langzeitsinn, von dem heute ich weiß, wie gut es ist, an sowas zu glauben.

 Ich hatte mich dazu entschieden, die Suche nach einem "neuen" Bulli in kleinen Radien zu starten. Was lag näher, als erstmal vor der Haustür die Suche zu beginnen..!? Und nicht weit von unserem Wohnort gab es damals noch eine Firma, die bekannt war für gute Busse. GuteBusse! Die suchte ich auf.

Höflich, freundlich, und in ansprechendem Ambiente wurde ich begrüßt, und die Halle samt kaufbarer T3-Busse verschlug mir baldigst Atem und Sprache zugleich. In solchem Zustand, bei dieser Fülle, nein, sowas hatte ich nicht erwartet. Ich glaube mich zu erinnern; an diesem Tag standen ausschließlich WESTFALIA-Camper dort, einer schöner als der andere. Aber, und da sind wir beim Thema, ausgerechnet den, der der meine hätte werden können, war schon reserviert. P.P. würde man heute sagen. Persönliches Pech. Soviel zum Schicksal.

 Die zweite Wahl war ein dunkelblauer Camper, ein Club Joker. Club Joker? Joker, Club Joker, Top Joker, California, Atlantic, ich blickte nicht durch in der Vielzahl der Begriffe, und schon gar nicht in der Unterschiedlichkeit der Details und Ausstattungen.

Jedenfalls diese dunkelblaue Club Joker hatte was. Nämlich ein Dekormix aus silber und gold, schlecht geklebt, diverse kleine Kratzer an den Radläufen, ein zerrissenes Fliegennetz im Aufstelldach, handbemalte, goldene Felgen...und dann ging die Tür auf! Eine braune Inneneinrichtug mit Rundsitzgruppe kam zum Vorschein. Eckbank, das war das erste, was mir einfiel. So, wie bei meinen Großeltern in der Küche. Hier konnte man wie bei Oma und Opa um die Ecke sitzen. Urgemütlich, kuschelig, einzigartig und außergewöhnlich. Das war infektiös.


So ziemlich die ersten Fotos überhaupt, die nach Kauf entstanden.

 Mittlerweile dachte ich schon wieder nur noch laut, und zwar sehr laut. Und ich kenne mich. Ich weiß, wie ich denke, wenn ich wie gerade so in dieser Art und Weise denke. Diesem Fahrzeug, mit allen seinen machbaren kleinen Defiziten, dem hohen Potential, und der überdurchschnittlich guten Substanz rückte ich schon im Geiste näher und näher ans Blech. Um ehrlich zu sein, war ich dem Club Joker längst in Überschall verfallen.

 Mit viel Engagement und Zuneigung gewährten mir die Inhaber von GuteBusse die Möglichkeit, während der schneereichen Monate die Halle zur Fertigstellung des Bullis nutzen zu dürfen. Das war ungefähr so, als würde ich wochenlang im "Music Store" in Köln Gitarre spielen, und gleichzeitig wohnen dürfen!


Unfassbar frei, zufrieden, froh.

 In den verklärten Stunden seeligen Schaffens rund um den Club Joker denke ich auch schonmal, nicht ich habe den Bus gefunden, sondern es muß eher andersrum gewesen sein. Den nächsten Gedanken kenne ich auch. Macke. Gagga. Opiate...

 

Irgendeine gute Macht hatte da dennoch mal wieder die Finger im Spiel, ein echter Pupillenvergrößerer.

 Ob ich an Wunder glaube, kann ich gar nicht eindeutig sagen. Und auch die Frage, ob ich bestimmte Geschehnisse als schicksalshafte Fügungen anerkennen mag, ist nicht leicht zu beantworten. Eins ist mir aber ohne Zweifel klar: Alles, was geschieht, hat seinen Sinn. Nichts passiert einfach so. Und auch, wenn im gegenwärtigen Moment von alledem nichts eindeutig zu erkennen gelingt, erweisen sich diese Dinge später rückwirkend betrachtet plötzlich als wegweisend und gut.




 

 

Internationales VW-Bus Treffen in Hannover

05.-07. Oktober 2007

 2007 ist ein Jahr einer besonderen Ära. Das hängt zum einen damit zusammen, dass wir in dieser Zeit zu etwa 5 Bullifahrer eine eigene, gemeinsame Halle haben. Gemeinsam trifft es durchaus, eigen eher nicht ganz, aber fast. Denn eigentlich sind das die Betriebsräume der damaligen Firma "Die Bushaltestelle", auch bekannt unter GuteBusse, und ein paar Leute, so auch ich, haben dort einen Stellplatz. Unter paradiesischen Umständen trifft man sich. Ungezwungen, jeder dann, wenn es paßt, und es ist vor allem immer jemand dort.

Die Zeiten könnten herrlicher kaum sein. Die Vorbereitungen zum damals ausgeschriebenen "Internationalen VW-Bus Treffen" in Hannover hätten also demnach keinen beseren Ort finden können.

 Es hat schon was sehr Besonderes, gerade auch in der damaligen Zeit. Erstmals sowas wie Online-Anmeldungen und Ausschreibungen, super proffessionelle Strukturen, klasse Info-Post mit tollen Krimskrams; es ist ein Alleinstellungsmerkmal in der damaligen Treffen-Landschaft. Meinen Bus habe ich in der Kategorie "originalster Bus" angemeldet. Ich bin registriert. Die Wochen in unserer Halle nehmen Geruch an. Es duftet nach Reiniger, Politur, Schaum und Wachs, Grillgut, Bier und Wein, und sicherlich nach dem Schweiß ehrlicher Handarbeit. Nichts soll dem Zufall überlassen bleiben. Wir sind zu fünf Bussen in der Vorbereitung. Jeder auf seine Art. Jedenfalls ich rubbel´ das Auto schick, und mir vorfreudig die Finger wund.


 

 

 

Anfahrt. Weit vor den Toren Hannovers haben wir übernachtet.

Die Sonne geht auf, deutlich später als ich.

Und so kann ich sie dabei erwischen,

wie sie sich durchs Fenster scheinend, dem Zenit entgegen räkelt.

 

 Die Idee, mit dem frühen Vogel und dem Wurm,

erweist sich als gut.

In aller Ruhe suchen wir uns am Festgelände einen Platz aus.

Noch ist reichlich Auswahl. Die Betonung liegt auf "noch".

Hoch gespannt erkunden wir später

das Gelände samt neuer Gäste.


Kein Weg ist lang...                                                                                                                           ....mit einem Freund an der Seite.         

 

Expo-Plaza.

 

 

 

 Zuerst haften die Blicke an den verschiedenen, schönen Bussen, die wie kleine wibbelige Ameisen auf das Gelände strömen. So nach und nach realisieren wir, um welche Größenordnung von Veranstaltung es sich hier handelt. Erst viel später erfahren wir, dass selbst die Veranstalter mit solchem Ansturm nicht wirklich gerechnet hatten. Wieviel waren es ? An die 5000 Busse, glaube ich.

 

 Ich selbst möchte mich hier bei der Beschreibung an die kleinen Dinge halten,

und an das, was in Erinnerung, und bis heute lebendig geblieben ist.

Die großen, bombastischen Aufnahmen des Treffens sind mir auch nicht gut gelungen, und überdies zu Hauf im Netz zu finden.

Hier also ein paar meiner Eindrücke:

Sehen, staunen, show & shine...                                                ...der Wunschbulli ist hier für jeden großen und kleinen Besucher schnell gefunden.

 

 

Zu "60 Jahre VW Bus" darf die Priorität im Fokus durchaus am T1 liegen.

               Im Spiegel meiner Zeit taucht der Bulli seit eh und je auf.                          Hier das wohl älteste Modell, aktuell im Eigentum von VW selbst.

 Aus heutiger Sicht rückblickend, läßt sich das Treffen für mich auf folgende Eckpunkte zusammenfassen: Die gemeinsame Vorfreude, die lange, gemeinsame Fahrt dorthin, die einmalige Infrastruktur in Hannover vor Ort, die Gesamtkonzeption, 10.000 dauerentspannte Gesichter, und sicher auch meine erfolgreiche Teilnahme an dem Wettbewerb. "Originalster T3", Platz 3. Letztlich hat alles den Hauch von etwas Besonderem, alles aufzusaugen, überall zu schauen, beim Treffen selbst und den Wettbewerben mitzufiebern, während wie fast selbstverständlich Sascha, The Who, Schöneberger & Co die Szene bereichern. 

 

 

 

 

 

 Irgendwann, als sich die Jury nach Begutachtung der nominierten Fahrzeuge beratend zurückzieht, ist die totale Stille da. In mir, um mich, überall. Der Trubel im abgesperrten Bereich legt sich. Die vielen Zuschauer, alle Beteiligten, und auch die Fahrer, haben sich dem nächsten Highlight zugewandt. Hier gibt es für die meisten erstmal nichts mehr zu sehen. Ich bin froh, an Ort und Stelle für mich sein zu können, und meine Ruhe zu haben.

 

 

 

 

 

 DieTop Acts.

The Who, Auftaktkonzert ihrer Welttournee,

und wie passend sich hier ihr Song "magic bus" plaziert!

Sascha, der ein super rockig-rotziges Konzert hinlegt,

und mir mein Vorurteil, er sei ein Schmusesänger,

gründlich zerbröselt.

 

Aber allen voran:

 

Barbara Schöneberger.

 

 

 

 

 

 

 Auf die Bühne darf ich den Bus schon noch selbst fahren,

aber nur mit Secret Service am Beifahrersitz.

Barbara Schöneberger ist perfekt vorbereitet.

Viele durchaus tiefgängige Fragen zum Thema T3 hat sie auf Lager, und zu jedem premierten Bus die ein- oder andere Spezialfrage.

 

 

 

 

 

 

 

 

 Auch mich interviewt sie zum Fahrzeug,

bevor ich Pokal und Urkunde in Empfang nehmen darf.

Da stehe ich, deutlich aufgeregter, als sie, Auge in Auge mit ihr,

und sie verströmt charmant Duft und Lächeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 Und dann ist einer der goldenen Momente in meiner Geschichte

auch nur ein Moment in einer der Geschichten

inerhalb der großen Geschichte.

Aber schön war´s.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Den Pokal überreicht mir Leo Schöttler,

Mitglied der Jury, und Vorstand der IG-T3.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier übrigens Leo, samt Begleitung unterwegs

im organisierten Konvoi der Veranstaltung.

 

 

 


 

 

Wichtig ist weder der Pokal, noch die Urkunden, oder sonstige Auszeichnungen.

Tatsächlich "hängengeblieben" sind die vielen Dinge drumrum und innerhalb. All´ die tollen Menschen, und Begebenheiten, der große Spass innerhalb dieser hochspannenden Zeit, und eben auch die Möglichkeit, sich bei Bedarf anhand der Erinnerungsstücke noch einmal zurück nach ´07 zu "beamen", das macht es heute aus.   

 Und sicher, es ist auch eine schöne Sache, wenn viel Zeit, Mühe, Arbeit und Geld, die man gerne in eine Herzenssache steckt, dann zu einem Ergebnis führen, das auf solche Weise erkannt und anerkannt wird. Es macht Mut, darin nicht müde zu werden.

 Die kleinen Erinnerungsstücke daheim halten die Veranstaltung wach und lebendig.

Mit dem Pokal und den vielen "Give-Aways" hat sich dieses Mega-Treffen ziemlich tief in meine eigene Bulli-Vita eingegraben. Überall liegen, hängen und stehen die Artikel in meiner kleinen Werkstatt.

 

Rechts diese Karte mit Magnetstreifen war sozusagen die Legitimation aller täglichen Bewegungen, Eintritte und Kontrollen.

 

 

 

 

Und dieser Bulli aus Adhäsionsfolie hing lange noch in der Windschutzscheibe des Club Jokers. Jetzt ziert er die Vitrine.

 

 

 

 

 Dieses wunderbare Buch, in dem die bis dato 60 Jahre währende Story des VW Busses in Text und Bild dokumentiert wurde, beinhaltet auch viele Fotos von Bussen der Teilnehmer. Jeder, der den 1. bis 3. Platz in den verschiedenen Wettbewerben erreichte, wurde automatisch zum professionellen Phototermin eingeladen. Darüber hinaus gab es auch noch etliche Nachnominierungen für die Aufnahmen im Buch. Diese Busse wurden dann am Platz selbst nach mir nicht bekannten Kriterien frei ausgewählt. Ich habe mir das Foto, auf dem ich mit Malte im Bulli sitze, von einigen Leuten signieren lassen, die mich sehr geprägt und beeindruckt haben.

 

Michael Steinke              - VW-Bus-Buchautor Sven-Oliver Kühn            - VW-Nutzfahrzeuge

Lothar Brune                   - VW Pressesprecher

Matthias Hirsch             - VW-Bus Experte

 

 Außerdem schleppe ich das Buch nahezu immer mit mir herum, auf der Suche nach Busbesitzern, die mir das Foto ihres eigenen Bullis signieren möchten. Da ist im Laufe der Jahre einiges an Unterschriften und feinen Kontakten zusammen gekommen, worüber ich mich sehr freue, und dafür hier auch gerne "Dankeschön" sagen mag.

 So nach und nach ist es gewachsen, und aus einem Buch von tausenden gleicher Bücher ist ein für mich sehr individuelles, einmaliges "60-Jahre-Bulli-Buch" entstanden.

Das ein- oder andere Gesicht dem jeweiligen Fahrzeug zuordnen können, und den Namen gleich dazu, macht das alles rund, und um einiges persönlicher und nachhaltiger.


Super klasse ist auch die Begegnung mit Simone + Olaf Patt. Die beiden, hier noch unterwegs mit ihrem sandbeigen Syncro, sind seit 2010 auf Weltreise in einem selbst ausgebauten Magirus. Anschauen läßt sich das auf deren Website:


 Mancher Bus wurde im Schonwaschgang am Anhänger zum VW Bus Treffen angeliefert. Wir sind wie immer auf unseren eigenen 2 Achsen rollend, authark unterwegs.

Das macht es auch aus. Fahrzeuge, Autos, und vor allem Campingbusse, gehören auf die Strasse. Im VW Bus wird ja eine jede, noch so profane Fahrt, zum einmaligen Ausflug.    Dieses typische Feeling des scheinbar freiheitlichen Unterwegsseins ist eben genau so wirklich nur dank der unverwechselbaren VW Bus-DNA erlebbar.

 Da reicht das bloße Einsteigen. Dazu ein bisschen Fernweh, die singenden Reifen am Asphalt, die Sonne im offenen Fenster, und im Rückspiegel den Bus eines Freundes, machen dann aus jeder noch so kleinen Reise ein großes Stück Geschichte.

 



2012, Mini-Bustreffen am Main

 Wertheim am Main, ich bin mit Malte per Club Joker gestartet. Wir sind verabredet mit Jürgen und Matthias, die auch per T3 unterwegs sind. Hier am Main wollen wir uns treffen.

Der Club Joker ist nur mäßig bepackt, denn wir haben die Räder mal probehalber nicht auf der Anhängerkupplung, sondern am Anhänger selbst transportiert. Da geht alles andere auch hinein. Selbst bei nur zwei Leuten mit mäßig Gepäck entzerrt das die Innenatmosphäre im Bus ungemein.

Und für den Fall, ab Campingplatz auch mal spontan per Bulli was zu unternehmen, ist nicht vorab alles Gepäck im und um den Bus mühsam auf links zu ziehen, oder umständlicherweise zu verstauen. Der Anhänger wird so zum fahrenden Hauswirtschaftsraum vor Ort.

 

 Damals in 2012 besaß ich übrigens noch diesen anderen Anhänger, als heute. Es handelte sich um einen ehemaligen Falt-Wohnwagen. Dieser "Alpenkreuzer" der Fahrzeugwerke Olbenhau stammte aus 1980. Von der Form und Größe her finde ich diese Art Anhänger optimal, gerade auch hinter einem Bulli. Sie sind fast so breit wie das Zugfahrzeug, mit niedrigem Schwerpunkt, sehr guten Fahr- und Nachlaufeigenschaften, und ohne wartungsintensive Auflaufbremse. Und ordentlich Packvolumen haben sie auch. Der stabile Deckel bietet Gelegenheiten zum Aufbau von Fahrradträgern und sperrigem Zeug. Ich habe den Anhänger damals mit völlig zerstörtem Innenleben gekauft, denn das benötigte ich ja sowieso nicht. So waren Preis und Zustand für meine Zwecke perfekt.

 

 2012, das ist 5 Jahre her. Oder ein halbes Jahrzehnt, je nach dem, wie man so sehen mag. 2012 ist noch eindeutige Eltern-Kind-Epoche. Rein vom Zustand her bleibt das auch ein Leben lang so.

Aber das Gefühl dazu bekommt teils andere Färbungen. Eltern- Kleinkind, Eltern-Kind, dann vielleicht Vater-Sohn, und im späteren Verlauf kommt ein stärker werdender Part hinzu, der sich auf freundschaftlicher Basis ansiedelt.

Es geschieht deutlich mehr "auf Augenhöhe". Und das hat mit sich angleichender Körpergröße nichts zu tun. 2012, das ist jedenfalls eindeutig freundschaftliches Vater-Sohn-Zeitalter.

 

 Die Region, in der Wertheim liegt, nennt sich Tauberfranken. Obwohl der Main deutlich größer ist, taucht im Namen die romantische Tauber auf, die bei Wertheim in den Main mündet.

Besonders erwähnenswert an Wertheim ist vielleicht noch, dass es die nördlichste Stadt in Baden-Württemberg ist, und seinerzeit eine der ersten Städte im Lande überhaupt war, in der mit stolzer Brust die beiden Herren von Hindenburg und Hitler zu Ehrenbürgern ernannt wurden. Keine Ahnung, ob das auf ewig gilt, oder ob sowas ein historisches Verfallsdatum haben mag. Wir fühlen uns hier jedenfalls auch ohne Ehrenbürgerschaft ziemlich wohl.

 Die Burg, oder das, was davon übrig ist, prägt von hoch über der Stadt das Bild. Große Teile der Anlage fielen 1619 leider einer gewaltigen Pulverexplosion zum Opfer. Sehenswert ist übrigens auch das nicht weit von Wertheim im Taubertal liegende Kloster Bronnbach.

 

 Die kleinen Kurzreisen, die im laufenden Jahr durchaus eher machbar sind, als die größeren Touren, haben schon seit langem für mich einen ganz besonderen Reiz und Stellenwert bekommen.

Die Erholung ist auf leichte Art herstellbar, und ein Ausklinken gelingt scheinbar mühelos. Auch nochmal die Brücke zu sich selbst zu begehen, der äußeren Dinge völlig entrückt, nur den eigenen Gedanken hinterher schlendernd, findet automatisch statt. Dann, so ganz übergangslos von einem zum nächsten, bis einem zig Gedanken später bewußt wird, den Eingangsgedanken schon nicht mehr benennen zu können, beschreibt den Raum, der dafür plötzlich da ist.

 

 

 

 In den Erinnerungen bleibt seltsamer Weise nur unterschwellig ein Gespür dafür haften, wie lange, wie oft, wie umfangreich teilweise die Begebenheiten waren, die man mit bestimmten Personen verbracht hat. Beim Aufarbeiten von kleineren und größeren Reisen darf ich heute feststellen, wie schnell man sich da verschätzt.

 

 

 

 

Hingegen gut haften bleiben tun die Essenzen, die daraus entstehen. Gar nicht mal offensichtlich mögen sie sein. Und dennoch bilden sich daraus die verwobenen, feinen Bande, die in Summe ein Netz entstehen lassen, auf dem sich sicher verweilen läßt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Unterwegs, beim Umhergehen und Schauen, oder eben auch beim Stillsitzen, da steht die Zeit nicht gerade selten auch still. Eingetaucht in die Szenerie und den Augenblick, ist man völlig eins mit den Dingen, und völlig bei sich selbst. Eine derartige Unabgelenktheit ist daheim im Alltag selten möglich.


 

 Jürgen hat ein durchaus goldenes Händchen für bestens abgestimmte Busse und ein Fabel für das Modell ATLANTIC. Bei seinen Fahrzeugen ist alles stimmig. Der "goldene Schnitt" scheint getroffen. Setting, Tuning und Gesamteindruck seiner Ausnahme-Camper sind jedesmal ein Augenschmaus. In Wertheim kommen wir in den Genuss, seinen damaligen weißen "ATLANTIC" zu Gesicht zu bekommen. Mit diesem Bus gelang ihm u.a. in England beim Bus-Festival in Malvern der 1. Platz  als Schönster T3.

 

 Ein absoluter Traumwagen. Mir fallen nicht viele Personen ein, die ich persönlich kenne, die in nur recht wenigen Jahren eine ganze Reihe solcher Fahrzeuge des Modells ATLANTIC im Sammlerzustand besaßen, und in Perfektion veredelten.

Viel Detailwissen und reichlich Insiderkenntnis sind vonnöten, um das derart auszuführen. Die im Netz aufrufbare Website der ATLANTIC-IG ist nicht zuletzt auch durch das kompetente Mitwirken von Jürgen Krückel entstanden.


Für umfangreiche Information zum Thema VW Bus T3 "ATLANTIC" möchte ich daher gerne aufmerksam machen auf die Website der Interessengemeinschaft für dieses Fahrzeug.                       

 

Diese Seite umfasst sowohl die Registrierung der Fahrzeuge diesen Typs, wie auch viele Fakten, Geschichten und Hintergründe zum ATLANTIC.


 

 

 Aber zurück an den Main.

Später am Tag erscheint dann noch Matthias mit Familie. Der durch einen 2.1 Liter Wasserboxer angeschobene Syncro ist ebenfalls ein echter Hingucker. Mit Allrad, Wasserboxer, Klappdach, klasse Substanz, und innen größtmöglicher Flexibilität, kommt dieser herrliche Bulli der Eierlegendenwollmilchsau schon verdächtig nahe.

Aber wir alle, die wir unterwegs sind mit diesen herrlichen Fahrzeugen, sind permanent in 2 Seelen zuhause. Die eine lebt für Familie, Freiheit, unkompliziertes Reisen, und eine möglichst niederschwellige Pingeligkeit in Sachen Auto, die noch irgendwie zu ertragen wäre. 

Die andere Seele zelebriert automobilen Perfektionismus. Es ist der Herzschlag der Lacklecker, der Automobil-Enthusiasten, und der dem Oldtimervirus verfallenen Originalitätsfetischisten. Nachlässigkeiten, Ignoranz, Verschmutzung, Unordnung, Schäden, Kratzer, Beulen und Dellen, bedeuten unweigerlich sowas wie Schmerz. Am Ziel, diese beiden Lebensformen vielleicht doch noch zu vereinen, werden wir wohl ein Leben lang arbeiten müssen.

 Drei Tage am Main entlang, Genussreisen der besonderen Art. Es macht viel Freude, im Mini-Konvoi anschließend unterwegs zu sein. Was bleibt? Auf die Busse bezogen, scheint es durch all´ die Jahre der meine zu sein, der bleibt. Tatsächlich sehe ich mich mittlerweile als den, der nach wie vor denselben Bus fährt. Um mich herum gibt es nahezu niemanden, dem das so ohne wenn und aber gelungen ist. Sowohl Matthias, als auch Jürgen, fahren aktuell auch andere VW Busse. Und so erhasche ich dann auf Bildern von weit über 10 Jahren immer andere Konstellationen, in denen mein blauer Club Joker zu sehen ist.

Geblieben sind aber die Personen, die Begleiter und Freunde. Ob immer mit demselben, oder wechselnden Bullis; nach wie vor gibt es uns. Die herrliche Tatsache, sich nicht aus den Augen und den Sinnen zu verlieren, und sich immer wieder in und um das Thema VW Bus zu finden, ist ein echter Glücksfall.

 Wir alle wären uns tatsächlich ohne VW Busse sicher nicht begegnet! An diesem schicksalshaften Umstand gibt´s nichts zu rütteln. Und da soll noch jemand sagen, VW Busse wären einfach nur alte Autos. Eigentlich sind die Campingbusse ein Medium.

 Ein Medium technischen Interesses, ein Medium des Reisens, ein Medium freizeitlicher Beschäftigungen, ein Medium spannender, nachhaltiger Kontakte und Begegnungen, und ganz sicher auch ein Medium für den Erhalt unserer besonderen Freundschaften.


 

Alte Bullis, ja, die verbinden.                                               Wie schön, dass es sie gibt.                                     Und wie schön, dass es uns gibt.



 

 

Kurzreise in die Eifel

Oktober 2012

 Das Jahr 2012 ist ein seltsames Jahr. In nahezu allen Bereichen geht es drunter und drüber. Großartig Pläne machen ist nicht gerade angesagt.

 

Und die paar Ideen, die mir im Kopf geistern, sind wie so oft abhängig von angemessener Verfassung, Muse, Zeit, und zu guter letzt auch der entsprechenden Kohle dafür.

 

Von alledem bleibt in diesem Jahr nicht viel übrig. Es ist daher schon als ein "großes Ding" anzusehen, dass Malte und ich überhaupt nochmal  eine Möglichkeit finden, loszuziehen.   Nicht weit weg soll´s sein, und aufs Geradewohl los. Wir entscheiden uns für die Eifel. Bus packen, Räder drauf, los...

 Es sieht zwar alles noch nach Reisewetter aus, für uns Camper ist es allerdings schon die Vorstufe zum Winter.

Nachts fällt die Temperatur im Bulli schon deutlich in den Bereich, in dem die Standheizung Sinn macht. Reisen im Campingbus ist halt Zelten auf Rädern. Mit "all-inclusive" eines großen Wohnmobils hat das nur  sehr wenig gemeinsam. Eigentlich gar nichts. Wir leben räumlich, wie auch von der Ausstattung her, mehr oder weniger vor dem Bus, statt drin.

In den Tälern wabbert längst schon der Herbstdunst, während wir die Höhenstrassen unter die Räder nehmen. Erste Rast mit "wildem" Übernachtungsplatz finden wir im Bereich der Maare.


 Ein Eispanzer hüllt alles ein über Nacht. Ziemlich "cool" wirkt es erst so richtig, als die Sonne anfängt, die Kristallschicht aufzulecken. Innen unterstützen wir mittels Eberspächer und Kaffee... Wie wohl dem, der einen guten Schlafsack hat. Während dessen ringen an den Maare die unterschiedlichen Temperaturen oberhalb der Wasserfläche um die Oberhand, und schenken dem, der es sieht, für knapp 10 Minuten die Illusion, es wäre gar kein See vorhanden.

 Und dann ist die Sonne draußen.

Schon ziemlich krass, wie man nach ihrer Wärme giert. Immer wieder spannend ist für mich an solchen Momenten und Plätzen, dass plötzlich das Sitzen vorm Camper in seiner unmittelbaren Ruhe und Friedlichkeit eine paradiesische Situation ergibt.

 

Tun: Nichts.

Oder gerade eben doch.

Es passiert viel.

 

Sitzen, selbst zu zweit ohne viel Worte, oder auch gar keine. einfach nur eins sein im Augenblick. Glückliche Momente sind das. Und für genau solche Sternstunden liebe ich das ungezwungene Dasein als Camper.

Unten:

Die Eifel ist vielfältig. Impressionen von unterwegs.

 

 

Wir befinden uns in der Greifvogelstation in Hellenthal.

 

 

 

 

Vorführungen, Fotos, Freiflugaktionen, es wird reichlich was geboten, und jetzt im kalten Herbst sind die Besucherzahlen hier durchaus akzeptabel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Keine Ahnung, ob man eine Meise haben muß, um sich einen Vogel auf die Hand zu nehmen, den man vom Gewicht her nicht übermäßig lange halten mag, und dessen Krallenkraft wir selbst durch den sehr dicken Lederhandschuh als bedrohlich empfinden. Das Augenpaar schaut stechend, und entspricht damit dem Eindruck, den der Schnabel auf uns macht. Ein Adler wirkt unglaublich erhaben, edel, stolz, frei, und selbst hier innerhalb der Greifvogelstation, überaus wild.

 

 


 

 

Später dann sind wir unterwegs im Hohen Venn.

Das Hohe Venn ist eines der letzten Hochmoore Europas. Es ist das älteste und mit 4.500 ha auch das größte Naturschutzgebiet Belgiens. Seltene Pflanzenarten konnten erhalten bleiben und geschützte Tierarten wie das Birkhuhn und die Wildkatze finden hier Zuflucht. Der Westhang des Hohen Venns wird von tief eingeschnittenen Tälern durchzogen. 

Auch der höchste Punkt Belgiens, das 694 m hoch liegende Signal Botrange, befindet sich im Hohen Venn. Das Naturparkzentrum Botrange ist der optimale Ausgangspunkt für Unternehmungen im Hohen Venn. Es informiert über die Entwicklung der Vennlandschaft und bietet regelmäßige Führungen an. Ein besonderes Naturerlebnis sind die Wanderungen auf den Holzstegen.

Umfangreiche Einblicke in das Hohe Venn erhält man hier:

 

Centre Nature de Botrange, Maison du Parc Naturel Hautes Fagnes - Eifel

 

Centre naturel Ternell Crie d'Eupen - Musée de la forêt

 

Lohnend anzuschauen ist übrigens auch  die Burg Reinhardstein.

 

 

 Uns zieht es derweil weiter. Das nächste Ziel ist der Rursee, oder auch Rur-Talsperre bezeichnet. Die Färbungen des Waldes, wie auch des Wassers, ändern sich minütlich.

Zu Fuß, oder per Mountainbike, lassen sich auf endlosen Wegen die Seen und Wälder erkunden. Wirklich viel los ist jetzt im Oktober nicht mehr. Wir sind größtenteils für uns.


Rheinüberquerung ostwärts. Die Fähre hilft uns übers Wasser, wir befinden uns am Rückweg.

 

Aus 3 Tagen wird empfundener Maßen ein Zeitraum, der einem viel länger vorkommt. Reise, wenn auch kurz, ist ein passender Begriff. Unterwegs, raus aus den Häusern, Mauern, raus aus der gewohnten Umgebung und ebenfalls mal raus aus  den tagtäglichen Wiederholungsschleifen.

 

 

Unterwegs zu sein im VW Bus T3 ist fast schon sowas wie ein Garant für Genuss. Selbst die Heimfahrt hält die Erlebniswelt aufrecht bis zum letzten Meter.