Neuzeit - Bilder & Geschichten einer Gegenwart

-Mit aktuellen Gedanken und Einschätzungen dazu-

Die vielen Fotographien meines Archivs, die ab 2005 entstanden sind, stellen eine Mischung aus zu anfangs noch häufigen Analogfotos dar. Von ca. 2012/13 an bin ich dazu übergegangen, digital zu fotographieren. Dies hatte nicht unbedingt den Hintergrund, dass ich Analogtechnik plötzlich schlechter fand. Wirklich schlecht war nur die Filmqualität und die Verarbeitung, die aus einem analog gefertigten Foto ein digital nutzbares Bild erstellte. Die Problematik ist für Hobbyfotographen schier unlösbar gewesen. Ausschlaggebend für den Kauf einer guten Digitalkamera war dann letzlich aber der Umstand, dass mir meine alte Olympus samt kompletter Fotoausrüstung 2013 gestohlen wurde.

 

Hier also finden sich nun analog beginnend, zunehmend digitale Fotographien, und diese mit den entsprechenden Hintergründen und Begebenheiten ihrer Entstehung angereichert. Ich werde das fortlaufend aktualisieren, erweitern, auch gelegentlich die Blöcke umbauen oder austauschen, von daher lohnt es, immer mal wieder vorbeizuschauen.

 

Danke für dein Interesse, viel Freude beim Schmökern....

 


Verzeichnis:

 

2012     - Mini-Bustreffen am Main

2012     - Kurzreise in die Eifel

 



 

 

2012, Mini-Bustreffen am Main

 Wertheim am Main, ich bin mit Malte per Club Joker gestartet. Wir sind verabredet mit Jürgen und Matthias, die auch per T3 unterwegs sind. Hier am Main wollen wir uns treffen.

Der Club Joker ist nur mäßig bepackt, denn wir haben die Räder mal probehalber nicht auf der Anhängerkupplung, sondern am Anhänger selbst transportiert. Da geht alles andere auch hinein. Selbst bei nur zwei Leuten mit mäßig Gepäck entzerrt das die Innenatmosphäre im Bus ungemein.

Und für den Fall, ab Campingplatz auch mal spontan per Bulli was zu unternehmen, ist nicht vorab alles Gepäck im und um den Bus mühsam auf links zu ziehen, oder umständlicherweise zu verstauen. Der Anhänger wird so zum fahrenden Hauswirtschaftsraum vor Ort.

 

 Damals in 2012 besaß ich übrigens noch diesen anderen Anhänger, als heute. Es handelte sich um einen ehemaligen Falt-Wohnwagen. Dieser "Alpenkreuzer" der Fahrzeugwerke Olbenhau stammte aus 1980. Von der Form und Größe her finde ich diese Art Anhänger optimal, gerade auch hinter einem Bulli. Sie sind fast so breit wie das Zugfahrzeug, mit niedrigem Schwerpunkt, sehr guten Fahr- und Nachlaufeigenschaften, und ohne wartungsintensive Auflaufbremse. Und ordentlich Packvolumen haben sie auch. Der stabile Deckel bietet Gelegenheiten zum Aufbau von Fahrradträgern und sperrigem Zeug. Ich habe den Anhänger damals mit völlig zerstörtem Innenleben gekauft, denn das benötigte ich ja sowieso nicht. So waren Preis und Zustand für meine Zwecke perfekt.

 

 2012, das ist 5 Jahre her. Oder ein halbes Jahrzehnt, je nach dem, wie man so sehen mag. 2012 ist noch eindeutige Eltern-Kind-Epoche. Rein vom Zustand her bleibt das auch ein Leben lang so.

Aber das Gefühl dazu bekommt teils andere Färbungen. Eltern- Kleinkind, Eltern-Kind, dann vielleicht Vater-Sohn, und im späteren Verlauf kommt ein stärker werdender Part hinzu, der sich auf freundschaftlicher Basis ansiedelt.

Es geschieht deutlich mehr "auf Augenhöhe". Und das hat mit sich angleichender Körpergröße nichts zu tun. 2012, das ist jedenfalls eindeutig freundschaftliches Vater-Sohn-Zeitalter.

 

 Die Region, in der Wertheim liegt, nennt sich Tauberfranken. Obwohl der Main deutlich größer ist, taucht im Namen die romantische Tauber auf, die bei Wertheim in den Main mündet.

Besonders erwähnenswert an Wertheim ist vielleicht noch, dass es die nördlichste Stadt in Baden-Württemberg ist, und seinerzeit eine der ersten Städte im Lande überhaupt war, in der mit stolzer Brust die beiden Herren von Hindenburg und Hitler zu Ehrenbürgern ernannt wurden. Keine Ahnung, ob das auf ewig gilt, oder ob sowas ein historisches Verfallsdatum haben mag. Wir fühlen uns hier jedenfalls auch ohne Ehrenbürgerschaft ziemlich wohl.

 Die Burg, oder das, was davon übrig ist, prägt von hoch über der Stadt das Bild. Große Teile der Anlage fielen 1619 leider einer gewaltigen Pulverexplosion zum Opfer. Sehenswert ist übrigens auch das nicht weit von Wertheim im Taubertal liegende Kloster Bronnbach.

 

 Die kleinen Kurzreisen, die im laufenden Jahr durchaus eher machbar sind, als die größeren Touren, haben schon seit langem für mich einen ganz besonderen Reiz und Stellenwert bekommen.

Die Erholung ist auf leichte Art herstellbar, und ein Ausklinken gelingt scheinbar mühelos. Auch nochmal die Brücke zu sich selbst zu begehen, der äußeren Dinge völlig entrückt, nur den eigenen Gedanken hinterher schlendernd, findet automatisch statt. Dann, so ganz übergangslos von einem zum nächsten, bis einem zig Gedanken später bewußt wird, den Eingangsgedanken schon nicht mehr benennen zu können, beschreibt den Raum, der dafür plötzlich da ist.

 

 

 

 In den Erinnerungen bleibt seltsamer Weise nur unterschwellig ein Gespür dafür haften, wie lange, wie oft, wie umfangreich teilweise die Begebenheiten waren, die man mit bestimmten Personen verbracht hat. Beim Aufarbeiten von kleineren und größeren Reisen darf ich heute feststellen, wie schnell man sich da verschätzt.

 

 

 

 

Hingegen gut haften bleiben tun die Essenzen, die daraus entstehen. Gar nicht mal offensichtlich mögen sie sein. Und dennoch bilden sich daraus die verwobenen, feinen Bande, die in Summe ein Netz entstehen lassen, auf dem sich sicher verweilen läßt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Unterwegs, beim Umhergehen und Schauen, oder eben auch beim Stillsitzen, da steht die Zeit nicht gerade selten auch still. Eingetaucht in die Szenerie und den Augenblick, ist man völlig eins mit den Dingen, und völlig bei sich selbst. Eine derartige Unabgelenktheit ist daheim im Alltag selten möglich.


 

 Jürgen hat ein durchaus goldenes Händchen für bestens abgestimmte Busse und ein Fabel für das Modell ATLANTIC. Bei seinen Fahrzeugen ist alles stimmig. Der "goldene Schnitt" scheint getroffen. Setting, Tuning und Gesamteindruck seiner Ausnahme-Camper sind jedesmal ein Augenschmaus. In Wertheim kommen wir in den Genuss, seinen damaligen weißen "ATLANTIC" zu Gesicht zu bekommen. Mit diesem Bus gelang ihm u.a. in England beim Bus-Festival in Malvern der 1. Platz  als Schönster T3.

 

 Ein absoluter Traumwagen. Mir fallen nicht viele Personen ein, die ich persönlich kenne, die in nur recht wenigen Jahren eine ganze Reihe solcher Fahrzeuge des Modells ATLANTIC im Sammlerzustand besaßen, und in Perfektion veredelten.

Viel Detailwissen und reichlich Insiderkenntnis sind vonnöten, um das derart auszuführen. Die im Netz aufrufbare Website der ATLANTIC-IG ist nicht zuletzt auch durch das kompetente Mitwirken von Jürgen Krückel entstanden.


 

 

 Aber zurück an den Main.

Später am Tag erscheint dann noch Matthias mit Familie. Der durch einen 2.1 Liter Wasserboxer angeschobene Syncro ist ebenfalls ein echter Hingucker. Mit Allrad, Wasserboxer, Klappdach, klasse Substanz, und innen größtmöglicher Flexibilität, kommt dieser herrliche Bulli der Eierlegendenwollmilchsau schon verdächtig nahe.

Aber wir alle, die wir unterwegs sind mit diesen herrlichen Fahrzeugen, sind permanent in 2 Seelen zuhause. Die eine lebt für Familie, Freiheit, unkompliziertes Reisen, und eine möglichst niederschwellige Pingeligkeit in Sachen Auto, die noch irgendwie zu ertragen wäre. 

Die andere Seele zelebriert automobilen Perfektionismus. Es ist der Herzschlag der Lacklecker, der Automobil-Enthusiasten, und der dem Oldtimervirus verfallenen Originalitätsfetischisten. Nachlässigkeiten, Ignoranz, Verschmutzung, Unordnung, Schäden, Kratzer, Beulen und Dellen, bedeuten unweigerlich sowas wie Schmerz. Am Ziel, diese beiden Lebensformen vielleicht doch noch zu vereinen, werden wir wohl ein Leben lang arbeiten müssen.


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Kurzreise in die Eifel

Oktober 2012

 Das Jahr 2012 ist ein seltsames Jahr. In nahezu allen Bereichen geht es drunter und drüber. Großartig Pläne machen ist nicht gerade angesagt.

 

Und die paar Ideen, die mir im Kopf geistern, sind wie so oft abhängig von angemessener Verfassung, Muse, Zeit, und zu guter letzt auch der entsprechenden Kohle dafür.

 

Von alledem bleibt in diesem Jahr nicht viel übrig. Es ist daher schon als ein "großes Ding" anzusehen, dass Malte und ich überhaupt nochmal  eine Möglichkeit finden, loszuziehen.   Nicht weit weg soll´s sein, und aufs Geradewohl los. Wir entscheiden uns für die Eifel. Bus packen, Räder drauf, los...

 Es sieht zwar alles noch nach Reisewetter aus, für uns Camper ist es allerdings schon die Vorstufe zum Winter.

Nachts fällt die Temperatur im Bulli schon deutlich in den Bereich, in dem die Standheizung Sinn macht. Reisen im Campingbus ist halt Zelten auf Rädern. Mit "all-inclusive" eines großen Wohnmobils hat das nur  sehr wenig gemeinsam. Eigentlich gar nichts. Wir leben räumlich, wie auch von der Ausstattung her, mehr oder weniger vor dem Bus, statt drin.

In den Tälern wabbert längst schon der Herbstdunst, während wir die Höhenstrassen unter die Räder nehmen. Erste Rast mit "wildem" Übernachtungsplatz finden wir im Bereich der Maare.


 Ein Eispanzer hüllt alles ein über Nacht. Ziemlich "cool" wirkt es erst so richtig, als die Sonne anfängt, die Kristallschicht aufzulecken. Innen unterstützen wir mittels Eberspächer und Kaffee... Wie wohl dem, der einen guten Schlafsack hat. Während dessen ringen an den Maare die unterschiedlichen Temperaturen oberhalb der Wasserfläche um die Oberhand, und schenken dem, der es sieht, für knapp 10 Minuten die Illusion, es wäre gar kein See vorhanden.

 Und dann ist die Sonne draußen.

Schon ziemlich krass, wie man nach ihrer Wärme giert. Immer wieder spannend ist für mich an solchen Momenten und Plätzen, dass plötzlich das Sitzen vorm Camper in seiner unmittelbaren Ruhe und Friedlichkeit eine paradiesische Situation ergibt.

 

Tun: Nichts.

Oder gerade eben doch.

Es passiert viel.

 

Sitzen, selbst zu zweit ohne viel Worte, oder auch gar keine. Einfach nur eins sein im Augenblick. Glückliche Momente sind das. Und für genau solche Sternstunden liebe ich das ungezwungene Dasein als Camper.

Unten:

Die Eifel ist vielfältig. Impressionen von unterwegs.

 

 

Wir befinden uns in der Greifvogelstation in Hellenthal.

 

 

 

 

Vorführungen, Fotos, Freiflugaktionen, es wird reichlich was geboten, und jetzt im kalten Herbst sind die Besucherzahlen hier durchaus akzeptabel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Keine Ahnung, ob man eine Meise haben muß, um sich einen Vogel auf die Hand zu nehmen, den man vom Gewicht her nicht übermäßig lange halten mag, und dessen Krallenkraft wir selbst durch den sehr dicken Lederhandschuh als bedrohlich empfinden. Das Augenpaar schaut stechend, und entspricht damit dem Eindruck, den der Schnabel auf uns macht. Ein Adler wirkt unglaublich erhaben, edel, stolz, frei, und selbst hier innerhalb der Greifvogelstation, überaus wild.

 

 


 

 

Später dann sind wir unterwegs im Hohen Venn.

Das Hohe Venn ist eines der letzten Hochmoore Europas. Es ist das älteste und mit 4.500 ha auch das größte Naturschutzgebiet Belgiens. Seltene Pflanzenarten konnten erhalten bleiben und geschützte Tierarten wie das Birkhuhn und die Wildkatze finden hier Zuflucht. Der Westhang des Hohen Venns wird von tief eingeschnittenen Tälern durchzogen. 

Auch der höchste Punkt Belgiens, das 694 m hoch liegende Signal Botrange, befindet sich im Hohen Venn. Das Naturparkzentrum Botrange ist der optimale Ausgangspunkt für Unternehmungen im Hohen Venn. Es informiert über die Entwicklung der Vennlandschaft und bietet regelmäßige Führungen an. Ein besonderes Naturerlebnis sind die Wanderungen auf den Holzstegen.

Umfangreiche Einblicke in das Hohe Venn erhält man hier:

 

Centre Nature de Botrange, Maison du Parc Naturel Hautes Fagnes - Eifel

 

Centre naturel Ternell Crie d'Eupen - Musée de la forêt

 

Lohnend anzuschauen ist übrigens auch  die Burg Reinhardstein.

 

 

 Uns zieht es derweil weiter. Das nächste Ziel ist der Rursee, oder auch Rur-Talsperre bezeichnet. Die Färbungen des Waldes, wie auch des Wassers, ändern sich minütlich.

Zu Fuß, oder per Mountainbike, lassen sich auf endlosen Wegen die Seen und Wälder erkunden. Wirklich viel los ist jetzt im Oktober nicht mehr. Wir sind größtenteils für uns.


Rheinüberquerung ostwärts. Die Fähre hilft uns übers Wasser, wir befinden uns am Rückweg.

 

Aus 3 Tagen wird empfundener Maßen ein Zeitraum, der einem viel länger vorkommt. Reise, wenn auch kurz, ist ein passender Begriff. Unterwegs, raus aus den Häusern, Mauern, raus aus der gewohnten Umgebung und ebenfalls mal raus aus  den tagtäglichen Wiederholungsschleifen.

 

 

Unterwegs zu sein im VW Bus T3 ist fast schon sowas wie ein Garant für Genuss. Selbst die Heimfahrt hält die Erlebniswelt aufrecht bis zum letzten Meter.


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