- Ein Leben rund um den VW Bus T3 -

 

und darüber hinaus...


 

 

 

VW T3 WESTFALIA "Club Joker"

(1983 - 1985)

 

In eigener Sache

 

 Diese Seite möchte ich dem VW Bus T3 WESTFALIA CLUB JOKER der ersten Generation widmen, der als Camping-Bus, aber auch als Automobil als solches, seit vielen Jahren eine große Faszination auf mich ausübt.

Nüchtern betrachtet, unabhängig von meiner Begeisterung, hat dieses Modell ein paar Alleinstellungsmerkmale, die dieses spezielle Fahrzeug ausmachen, und die seit Ende der Produktion dieses Typs von Campingwagen nicht wiederholt wurden.

Diese weisen sich in erster Linie aus durch das Vorhandensein der L-Sitzgruppe, die zum ersten- und gleichzeitig letztenmal in dieser überaus charmanten, wie auch extravaganten Form in einem VW Campingbus mit WESTFALIA-Einrichtung überhaupt verbaut wurde.

 

Dieser Campingwagen ist unverwechselbar. Er ähnelt keinem anderen Camper, der damals zeitgleich gebaut wurde, und auch folgende Varianten auf T3-Basis unterschieden sich vom Club Joker in Detail und Gesamteindruck erheblich. Außerdem ist es eben auch das tatsächlich erste Campingfahrzeug, dass diese Bezeichnung CLUB JOKER tragen durfte.

 

Für die Fahrzeugbeschreibung habe ich ausschließlich eigens von mir verfasste Texte, und ebenso nur von mir selbst gemachte Fotographien verwendet.

Mit der hier vorliegenden Fahrzeugbeschreibung verfolge ich keine kommerziellen Absichten; das Nennen der Marken und Produkte dient ausschließlich der ausführlichen und vollständigen Beschreibung.

 

 

Bei aller engagierten Recherche, vielen Gesprächen und wohlwollender Unterstützung, bleibt eine tatsächliche Vollständigkeit und absolut einzigartige Richtigkeit dennoch relativ. Es scheint bei diesem komplexen Themengebiet kaum machbar, lückenlos alle Quellen und Informationen zu erfassen, und anschließend nichts von dem auszuschließen, was vielleicht hinein gehören sollte.

Für sinnstiftende Anregungen und informative Fakten, die hier vielleicht fehlen, und die jetzt nach Veröffentlichung (Stand: Oktober 2017) an mich heran getragen werden sollten, bedanke ich mich schon im Voraus.

 

 Für die Bereitstellung vieler Informationen, für erkenntnisreiche Einblicke, Gespräche, für freundschaftliche, kompetente Unterstützung, und für das mir und dem Thema "Club Joker-erste Generation" entgegen gebrachte Interesse, möchte ich insbesondere benennen:

 

Matthias  Hirsch

VW-Bus Experte, im Speziellen zum Thema T3 & WESTFALIA

 

Michael Steinke  

VW-Bus Experte, VW-Bus Fachbuchautor,

WESTFALIA-Register,

"Bullis bringen Freude" u.v.m.

 

Dieter Braun          

Damaliger Leiter der Entwicklung bei WESTFALIA/Rheda-Wiedenbrück,

u.a. federführend zuständig für die Umsetzung des Club Joker-Konzeptes

 

Danke!

 



CLUB JOKER - Am Anfang steht ein Name

 

 Der tatsächlich als erstes mit der Bezeichnung CLUB JOKER versehene VW Bus T3 war eigentlich gar kein Campingfahrzeug. Es handelte sich dabei vielmehr um eine Studie, die 1979 der Öffentlichkeit auf der IAA in Frankfurt präsentiert wurde.

"CLUB JOKER- der sportliche Comfort-Bus", so wurde er vorgestellt. Mit dem Seriendach, Alu-Felgen, Breitreifen, einem fest installiertem Gepäckträger, außen zweifarbig lackiert, und luxuriös eingerichtet, entsprach dieser Bus eher einem "Club-Wagen", als einem Camper.

 

 

Die Vision des Besonderen, denn nichts weiteres blieb dieser Studie anhaftend, mag im Hause WESTFALIA aber in Verbindung mit diesem Modellnamen weitergelebt haben.

Und so entsteht zum Modelljahr 1983 dieser CLUB JOKER, wie wir ihn heute kennen. Aus der Studie "Club-Mobil" ist der Club Joker, ein Premium-Campingwagen heran gereift. Es ist alles edler, luxuriöser, und wunschlos vollständig. In der damaligen Produktbeschreibung seitens WESTFALIA findet sich, dass der Eindruck bestechend, und der CLUB JOKER nicht zu übersehen sein wird.


 

Im WESTFALIA-Prospekt zu lesen ist:                      "Willkommen an Bord, sie befinden sich im CLUB JOKER."

 

Eine der ersten, von WESTFALIA auf Werbefotos veröffentlichte Ausführungen, zeigt einen Klappdach-CLUB JOKER in kurilenblauer Lackierung, das Dekor in gold. So gewagt, wie diese Mischung von damals bis heute erscheinen mag, so gleichsam zeitlos und schön wirkt sie nach wie vor. Das Dach eingefärbt in samosbeige, und die Mischung aus hell-elfenbein und sattelbraun im Inneraum, erscheint gemessen an heutigen Ausstattungen modern und top aktuell. Innen dann, im wahrsten Sinne des Wortes abgerundet durch diese einladende L-Sitzgruppe, finden wir eine nutzbare Wohnlichkeit vor, die im Verhältnis zur Fahrzeuggröße riesig erscheint.

 

Im L-Form hinten sitzen zu können, war übrigens schon immer ein WESTFALIA-Konzept. Diese typische Ausbauvariante findet sich in einer einfachen Bauart schon in den frühen T1 Campingwagen, wie z.B. dem SO 44, und zieht sich durch alle Baujahre und Modelle hindurch, bis hin zur Vollendung und Veredelung im T3 CLUB JOKER. Mit Ende der Produktion dieses Club Jokers zum Modelljahr 1986 endet bei WESTFALIA ein für allemal die gut 20 Jahre währende Ära der L-Sitzgruppenkonzepte.


 

 

CLUB JOKER - Modelljahr 1983

 

Diese erste Generation CLUB JOKER wurde von der Firma WESTFALIA aus Rheda-Wiedenbrück/Westf. im Modelljahr 1983 der gespannten Kundschaft vorgestellt und gleichsam auf den Markt gebracht. Der Zeitraum ist überaus interessant, denn er verbindet Neuerungen, die im direkten Zusammenhang mit den Häusern VOLKSWAGEN und WESTFALIA zusammenfielen.

Im Modelljahr 1983 brachte VOLKSWAGEN nämlich erstmals den speziell für den VW Bus T3 entwickelten, und 1913 ccm Hubraum umfassenden 4-Zylinder WBX (Boxer, wassergekühlt) auf den Markt. (Vorgestellt in 1982)

 

WESTFALIA Club Joker

 

 

 

 

Dieser Motor löste die bis dato gängigen LBX-Motore (1600ccm/2000ccm, Boxer, luftgekühlt) ab. Und wie schon erwähnt, stellte die Fa. WESTFALIA im selben Jahr den mit diesem neuen Aggregat ausgestatteten CLUB JOKER der Öffentlichkeit vor.   

Die Zusammenkunft des damalig neuen Premium-Modells im Hause WESTFALIA und des erstmals verbauten Wasserboxers seitens VOLKSWAGEN feierte also Premiere.

 

 

 

WBX "DG" 1.9L Hubraum


Außer der erwähnten Sitzgruppe gelten unter anderem als weitere auffällige Erkennungsmerkmale dieses ersten Typs die mit integrierten, großen Kopfstützen versehenen ISRINGHAUSEN-Reisesitze, das goldene Außendekor, das in samos-beige eingefärbte Dach, und die in gold lackierten Raddeckel der Standardfelgen.

Zudem gehörten dazu der üppig wirkenden, goldene obere Grill mit Rundscheinwerfern, sowie natürlich der auf den Türen befindliche CLUB JOKER-Schriftzug samt der typischen WESTFALIA-Raute.

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass der 1.9er WBX in 2 Ausbaustufen angeboten wurde. Es gab die Version mit 60 PS, Motorkennbuchstabe "DF". Die andere Variante war der 78 PS starke WBX mit Motorkennbuchstabe "DG".

In Deutschland waren Ausführungen mit Einspritzung zu diesem Zeitpunkt noch nicht erhältlich. Der schon vor Einführung des WBX erhältliche Saugdiesel mit 50 PS, eine fast identische Motorisierung wie z.B. die im Golf, rundete das Motorenangebot für den CLUB JOKER, und generell für den T3,  in 1983 ab.


 

Der CLUB JOKER als solches wurde von WESTFALIA ab 1983 durchgängig bis zum Ende der T3-Produktion in verschiedenen gestalterischen Varianten fortgeführt. Hauptsächlich zu differenzieren sind diese verschiedenen Ausführungen an sehr unterschiedlichen Außendekors, sowie unterschiedlichen Stoffen, Lackierungen, und Farben der Möbel. Der jeweils aktuelle Umfang an Motor-Varianten, die seitens VOLKSWAGEN angeboten wurden, rundet das große Spektrum der Ausstattungen im Club Joker ab. Insgesamt gibt es 3 CLUB JOKER-Varianten auf Basis des VW Bus T3.

 

 

Der CLUB JOKER im Vergleich

 

Im Vergleich zu anderen WESTFALIA-Modellen dürfen wir mit Blick auf Art und Niveau der Ausstattung des ersten Club Jokers durchaus von einer Besonderheit sprechen, und zugleich von der höchsten Ausbaustufe der damaligen Zeit.

WESTFALIA-Küchenkombination mit anschließender L-Sitzgruppe

 

 

Die hier aufgelistete Ausstattung gab es im CLUB JOKER "von der Stange".

 

Ausstattung ab Werk, innen


> Braune Inneneinrichtung mit Rundsitzgruppe

> ISRINGHAUSEN-Reisesitze mit 2 Lehnen

> Drehkonsolen unter den vorderen Sitzen

> Seitenverkleidungen mit Velourspiegel

> Teppich im gesamten Innenraum

> Im Boden eingelassene Schienen für 2. Bank

> Alle Fensterumrandungen hell verkleidet

> Thermo-isolierter Fußraum vorne

> 2 schwenkbare Tische im Fond

> Staukasten, Sitzteil im Originalstoff

> Mit Originalstoff bezogene Dachmatratzen

> 1 Paar Keilkissen im Originalstoff

> Lautsprecher in Dachschrank + Türen vorne

> Verdunkelung/Fliegennetz am Dachfenster  

> Stoffgardinen im Fond

> Gardinen für Seiten-  und Windschutzscheibe

> Zwischengardine für hinters Fahrerhaus

> Gesteppte Wintergardine für vorne

> Gepolsterte Stoßleiste am Armaturenbrett

> 2 Frischluftausströmer über der Schiebetür

Ausstattung ab Werk, außen


Außenlackierungen:

 

> marsalarot                       - LH3D

> kurilenblau                      - LH5T

> escorialgrün                   - LT6A

> merianbraun                  - LA8A

Ab 1984 gegen Aufpreis:

> broze-braun metallic   - LH8U

 

> Dach eingefärbt

in samosbeige                 - LH1N

 

> Club-Joker Dekor in gold

> Frontspoiler

 

VW-Mehrausstattung


Z 05 M-Paket:

Tageskilometer, Zeituhr, Gummileisten auf Stoßfänger, Ausstellfenster in den Fahrerhaustüren, optional Rückfahrleuchten.

 

M 054 - Abschliebarer Ablagefachdeckel

 

M 089 - Windschutzscheibe in Verbundglas

 

M 206 - Abstandbarer Innenspiegel

 

M 386 - Teppichverkleidung Radkästen vorne 

 

M 511 - Armaturentafel teilgepolstert

 

M 551 - Halogen-Hauptscheinwerfer

 

M 643 - Ablagekasten an der Fahrertür



 

Der CLUB JOKER im Detail, innen und außen

 

- Beim Beschreiben der Details und Besonderheiten habe ich den Fokus auf die Dinge gelegt, die dieses Modell CLUB JOKER insbesondere ausmachen. Eine Beschreibung von übergreifender Ausstattung zu anderen Modellen bleibt dabei nicht aus -

 

 

Drehkonsolen

 

Im Gegensatz zu Drehkonsolen, die nachrüstbar auf den Radhauskonsolen des T3´s verschraubt werden können, sind die Konsolen (u.a.) im CLUB JOKER werksseitig auf die Unterkonstruktion geschweißt. Dem Schild ist zu entnehmen, dass Sitz, Konsole und VW T3 in Kombination vorgesehen sind. Kleiner Nachteil und Beeinträchtigung der Drehfunktion der Konsolen:

In Fahrposition der Sitze sind die Batterien nicht mehr zugänglich, die sich hinter den Sitzen in Fächern befinden, vor allem einschränkend am Fahrersitz.

 

 

Erst bei 90/180 Grad gedrehten Sitzen machen die Konsolen ein Öffnen der Blechdeckel möglich. Allerdings wird das im WESTFALIA-Camper erschwerend beeinträchtigt durch den Abstand zwischen Küchenblock und Standardlenkrad. Nach Verwendung des original Servo-Lenkrades wird dieser Vorgang erleichtert. Nun paßt der Sitz auch mit hoch gestellten Armlehnen zwischen Küchenblock und Lenkrad. Und wer zwangsläufig die Handbremse nach oben ziehen muß, wird auf die Möglichkeit, den Fahrersitz drehen zu können, leider verzichten müssen.


 Drehkonsole                                                                                                                                                                               Hochgezogener Handbremshebel als Drehsperre

 

 

Sitze

 

Bei den Sitzen selbst greift WESTFALIA bei der Firma ISRINGHAUSEN ins Regal, und stattet den CLUB JOKER serienmäßig mit komfortablen Reisesitzen aus. In den Bedienungsanleitungen & Werksbeschreibungen erhalten sie die Bezeichnung "WESTFALIA-Komfortsitz". Diese Sitze haben integrierte Kopfstützen und jeweils zwei große, mit Kunstleder bezogene, einstellbare Armlehnen.

WESTFALIA-Komfortsitze mit integrierter Kopfstütze und 2 Armlehnen

 

Die Entriegelungsfeder zum Sitzausbau befindet sich bei dieser frühen Ausführung gut versteckt und schwer zugänglich mittig unter den Sitzen an der Schiene. Dies wurde später abgeändert und deutlich einfacher erreichbar angeordnet. Im Gegensatz zu späteren Modellen ist das Logo und der Schriftzug von Isringhausen auf den seitlichen Kunststoffabdeckungen der Sitzverstellung noch nicht zu finden.

Erste Variante der Isringhausen-Sitzverstellung

 

Isolierung vorderer Fußraum

 

Vor den vorderen Sitzen ist der Fußraum für Fahrer und Beifahrer thermo-isoliert. Zu diesem Zweck sind unter dem Teppich große Formstücke aus festem Styropor auf den Blechboden des Fahrzeugs gelegt.

....Fotos dazu folgen in Kürze...

 

 

Teppich, Schienen, Leiste

 

Im hinteren Fahrgastraum liegt auf dem Kuststoffboden ein WESTFALIA-Teppich in braun, den Rand in Gummi eingefaßt. Dieser Teppich ist ein Originalteil, und Grundausstattung im CLUB JOKER.

 

 

Dies gilt auch für die im Boden darunter eingelassenen Schienen, die eine 2er Zusatzbank aufnehmen können.

 

 

Das äußere Einstiegsblech ist charmant geschützt  durch die geriffelte, creme-weiße Kunststoffleiste, auch ein typisches Erkennungsmerkmal der WESTFALIA-Busse dieser Ära.


WESTFALIA-Velourteppich mit Gummirand                                              Schiene zum Einschieben der 2. Sitzbank                               Teppich, Schienen + Schutzleiste Einstieg

 

Zusatz-Sitzbank

Tatsächlich war diese schöne 2er Einschubbank damals schon so erwerbbar, und zwar für knapp 1100,- DM. Eingeschoben und verriegelt in den im Boden eingelassenen Schienen, vergrößert sie das Sitzplatzangebot im CLUB JOKER für weitere 2 Personen.

Die rechte Hälfte der Lehne ist klappbar, so daß der Einstieg nach ganz hinten recht einfach gelingt.

Ausgestattet mit Gurten & Kopfstützen, ist diese Bank der Sitzbank hinten in Komfort und Sicherheit ebenbürtig.

Einziger Wermutstropfen:

Bei eingeschobener Bank läßt sich

der Kühlschrank nicht mehr öffnen.

Die Versorgung mit leckeren Speisen und belebenden Getränken hat in dem Fall aus dem Picknick-Korb zu erfolgen.


 

 

L-Sitzgruppe

 

Kommen wir zur L- oder landläufig bezeichneten "Rundsitzgruppe", jenem legendären Einrichtungsteil des CLUB JOKERS erster Generation. Wie dieses Möbelstück zu nutzen ist, braucht sicherlich nicht erklärt zu werden, die Bilder sprechen da für sich. Das Einnehmen der Mahlzeiten, durchaus zu mehreren möglich, ist nicht minder reizvoll, als abends bei Wein & Kerzenlicht um die Kurve zu kuscheln.                                                                                                                                                                                            Die landläufig bezeichnete "Rundsitzecke" mit dazu gehörigem Tisch

 

 

Sitzbank

 

Dank der genialen WESTFALIA-Scharniere wird aus der Bank nach wenigen Handgriffen ein Bett. Einzig die Kopfstützen und der Tisch müssen dafür vorher demontiert werden. Das Polster des Einzelsitzes neben der Küche wird hochgeklappt.Die Rückbank des Club Jokers hat serienmäßig sowohl Kopfstützen, als auch Beckengurte für 2 Personen.

 

 

 

 

Das Fassungsvermögen der Sitzbank ist immens! Wohl in kaum ein anderes Staufach im WESTFALIA-Camper gelangen so viele Nützliche Dinge, angefangen vom Werkzeug, über Ersatzteile, Campingzubehör, oder Dinge wie Schuhe bis hin zur Schlechtwetterbekleidung. Der braune Auslöseknopf der Sitzfläche ist übrigens nur bei den ersten CLUB JOKER (und Joker) in Form und Funktion so ausgeführt, wie am Foto abgebildet.


Blick ins "Wohnzimmer"                                                                                                                                                                                                       Entriegelung der Sitzfläche

TIPP:

Das in der Sitzbank befindliche Ladegerät "LG20" erzeugt heftig Wärme und braucht Luft. Daher keine Utensilien auf dieses Elektroteil legen. Wer langfristig auch in den Untiefen der Sitzbank Wert auf Originalität legt, ist gut beraten, sich ein geprüftes "LG 20"- Ersatzgerät auf Halde zu legen.

 

Sobald die gemütliche Sitzbank zur noch viel gemütlicheren Liegefläche verwandelt wird, verwandelt sich auch der Bus, und zwar aus einem aufgeteilten "vorne-mitte-hinten" in ein gesamtgroßes Etwas.

Gerade im T3 Club Joker mit L-Sitzgruppe verbreitert sich zum Küchenblock hin die Liegefläche um ein weiteres Stück, welches in anderen Ausbauten, z.B. Joker, so nicht herstellbar ist.

Es entsteht ein vollwertiges Doppelbett-Feeling, zumindest dann, wenn man mit dem Kopf bei der Schiebetür liegt. Wer jetzt noch den Stauhocker im Schiebetürbereich daheim läßt, der wird mit Erstaunen feststellen, wie nahezu uneingeschränkt die Bewegungsfreiheit im Innenraum beibehalten bleibt. Das helle, luftige Raumempfinden läßt vergessen, wie kompakt, und im Vergleich zu heutigen Campingwagen eher klein die Außenmaße eines VW T3 sind. Der Retro-Charme, die hohe Qualität der 80er Jahre, und die perfekt nutzbare Reduzierung auf´s Wesentliche machen das komfortable, wie auch geniale Konzept heute noch absolut konkurrenzfähig.

 

 

Keilkissen

WESTFALIA Keilkissen; klappbar

Zur Vervollständigung von Extravaganz und Gemütlichkeit dienen im CLUB JOKER diese zwei schönen Keilkissen.

Als Zubehör gab es das Paar für verschiedene Stoffvarianten der unterschiedlichsten WESTFALIA-Camper. Im CLUB JOKER dürften die Kissen von Beginn an dabei gewesen sein, und bei allen anderen Modellen konnten sie optional für etwa 60,- DM/St. zugekauft werden.

 

Optik und Nutzen sind einfach klasse. Aufgeklappt kann man sie sich unter den Kopf legen. Zusammengeklappt werden sie zur luxuriösen Armlehne im Fond. Und auch als "Ausstellungsobjekt" mit klassischer Volkswagen-Mütze drauf, macht sich so ein Keilkissen richtig gut.


Die hinteren Schränke

Ganz hinten links befindet sich im CLUB JOKER ( und div. anderer Modelle) der größte Schrank des Fahrzeugs. Je nach Modell und Baujahr führte WESTFALIA diesen Schrank differenziert aus. So gibt es ihn mit großer Klapptür, teilweise auch ohne, manche Schränke haben zur Heckklappe hin 2 übereinander liegende, offene Staufächer (siehe Foto), andere wiederum haben auch dort eine kleineTür, oder auch nur die geschlossene Schrankfront.

Im oberen der kleinen Fächer findet sich übrigens die kleine Öffnung in der Rückwand, durch den die Schraube zugänglich wird, mit der die hinter dem Schrank verlaufende Gardine gegen herausziehen zwischen Schrank und Fenster gesichert wurde.

Die z.B. in späteren Joker-Modellen geteilte, oder auch ungeteilte "Kleiderschranktür", die in Fahrtrichtung vorne  im Schrank eingelassen zu finden ist, ist zu Zeiten dieser ersten CLUB JOKER noch nicht erhältlich.

Im großen Schrank selbst finden sich 2 Einlegeböden, wie auch weiter oben (im Bild nicht sichtbar), eine Kleiderstange. Über deren Funktion schweigt sich das werkseigene Prospekt aus, und auch die noch so praxisorientierte Nutzung läßt keine Möglichkeit finden, dort u.a. mit Kleiderbügeln zu hantieren, ist doch der Schrank dafür eindeutig zu schmal.

 

TIPP:

Da die Größe und das Volumen dieses Schrankes einen nicht unerheblichen Resonanzraum darstellen, macht es Sinn, Schall schluckende Dinge in ihm zu verstauen, wie z.B. Decken, Schlafsäcke, Bekleidung, Gardinen...

Schallisolierung macht übrigens auch Sinn in dem gerne ignorierten, "toten Raum" unterhalb des unteren Schrankbodens. Dieser wird bei Entnehmen der Matratze zugänglich. Dort, zwischen der Motorabdeckung und dem Schrankboden, machen sich geräuschdämmende, entkoppelnde Füllungen jeglicher Art deutlich positiv bemerkbar. Die hallenden Vibrationen der Dieselfahrzeuge werden durch diese Maßnahme an jener Stelle tatsächlich deutlich ab, und selbst ein säuselnder Wasserboxer wird noch um einige Prozente leiser.

 

 


Zwischen dem großen Schrank links, und der rechten Fahrzeugseite, spannt sich oben unterhalb des Daches ein flacher Dachschrank. An dessen Rückseite zur Heckklappe hin (siehe Foto), findet sich eine vielseitig nutzbare "Rinne". Viele nützliche kleine Dinge lassen sich dort prima einlegen, an die man beim Öffnen der Heckklappe schnell gelangt, und die während der Fahrt wohl behalten an ihrem Platz verweilen. In Verlängerung dieses Stauraumes nach links befindet sich rückseitig am großen Schrank ein ähnlich ausgebildeter, kleiner Stauraum, in dem z.B. ein Multitool oder der Heckklappenaufsteller prima Unterschlupf finden.

 

 

Staubox

Zur reichhaltigen Ausstattung ab Werk zählte beim CLUB JOKER auch diese große Staubox. Konsequent gestaltet, ist wie bei allen anderen bezogenen Ausstattungsteilen, dieser Klappdeckel im Velour des Fahrzeugs bezogen. Ursprünglich gedacht war dieses durchaus schicke Möbelstück zur unsichtbaren Beförderung eines Chemie-WC´s. Im Laufe der Jahre wurde aus der ehemals gedachten Reisetoilette eine Staubox nicht unerheblichen Ausmaßes. Eine unendliche Vielfalt und Menge an Utensilien aller Art nimmt diese Box auf, die für Reisende schnell und leicht erreichbar bleiben sollen. Die Vergrößerung an Stauraum wird gerne genutzt.

 

 

Die Küchenkombination

 

Der Küchenblock im CLUB JOKER der ersten Generation ist in sofern ein Unikum, als dass er deutlich schmäler ist, als das aus den anderen Modellen bekannt ist. Geschuldet ist diese Tatsache dem Vorhandensein der bis zum Küchenblock reichenden  L-Sitzgruppe. Um der Gemütlichkeit jene Vollendung zu schenken, die sie erhalten hat, mußte der Küchenblock zwangsläufig kleiner ausfallen. Beeinträchtigt hat das konkret die Breite der Schublade und des Staufachs darunter. Der große Deckel des Küchenblocks sieht auch anders aus, als der in den nachfolgenden Modelljahren.

 

 

 

Und er unterscheidet sich auch von denen des Jokers aus derselben Epoche. Er ist vollständig innerhalb der Kontur der Seitenwände eingelassen, und mit damals noch suboptimal rechtwinkligen Ecken ausgeführt. Viele alte Joker und CLUB JOKER haben deshalb an der Rückseite des Fahrersitzes unschöne Risse im Sitzbezug, wenn die Lehne beim Öffnen des Kocherdeckels nur ein einziges mal nicht nach vorne geneigt wurde. Diese Scharfkantigkeit wurde später durch einen Radius ersetzt.

 

TIPP:

Sofort nach Abstellen des Fahrzeuges Lehne leicht nach vorne neigen.


WESTFALIA-Küchenkombination

 

Als Kochfeld mit integrierter Spüle findet sich im CLUB JOKER (und Joker) das sogenannte "Caravan-Kochteil für Flüssiggas", in dieser Ausführung hergestellt von der Firma SEPPELFRICKE aus Gelsenkirchen/Schalke.

In der schmalen Blende der Küchenfront ist das laut Unterlagen benannte "Leuchtpult der Küchenkombination" zu finden.

Von jeweils rot nach grün ist sowohl der aktuelle Wasserstand (links) im Frischwassertank (max 55Liter) abzulesen, als auch der ungefähre Ladezustand der Zweitbatterie (rechts). Außerdem findet sich unter der Wasserstandsanzeige noch eine Kontroll-Leuchte für ein- oder ausgeschalteten "Eis-Ex" der Armaturen des Unterflur-Gastanks.


 

 

 

Stauraum

 

Am Thema Stauraum kommt man bei der Beschreibung jenes CLUB JOKERS mit L-Sitzgruppe nicht vorbei.

Es gehört zu diesem Fahrzeug dazu, wie alle die anderen einzigartigen Dinge auch. Durch die L-Sitzgruppe samt erweiterter Sitzmöglichkeit neben der Küchenkombination ging in diesem Bereich eindeutig Stauraum verloren. Ob man den nun als 4-köpfige Familie mit reichlich Gepäck schmerzlich vermißt, oder als alleine Reisender nur ein bisschen; der Stauraum ist schlicht geringer. Auch die Zugriffmöglichkeit in den sogenannten "Kleiderschrank", die bei späteren Joker-Modellen vorlag, wurde hier noch nicht umgesetzt. Hinzu kommt, dass die Küchenkombination, wie schon genannt, ebenfalls an Volumen einbüßte.

Diese ganzen Umstände haben möglicherweise von Anbeginn für Debatten, Diskussionen, und ganz bestimmt auch für Kritik bei den Verantwortlichen im Hause WESTFALIA gesorgt. Ein Teil der Kunden mag sich über diese Einbußen geäußert haben, oder hat sich erst gar nicht zum Kauf entschieden.

 

 

 

 

 

Und in der Herstellung wird diese Ausbaustufe wahrscheinlich auch für WESTFALIA überproportional Kosten verursacht haben. Es liegt also nichts näher, als anzunehmen, dass alle diese Kritikpunkte in ihrer Summe der Auslöser waren für eine Kette von Überlegungen und Entscheidungen.

Nach gut 20 Jahren L-Sitzgruppe im VW Bus, und nach etwa 2 Jahren in Ausführung dieses Club Jokers, entschied man sich, entgültig Abstand von dieser Ära zu nehmen und das Modellbauprogramm zu rationalisieren.

(Das im VW Bus T4 und folgenden Modellen deutlich geringere Raumvolumen ließ eine Renaissance dieser überaus schmucken Wohnlandschaft in vorliegender Weise nicht mehr zu.)

Jetzt, nach über 30 Jahren, bescheren uns alle diese teils skuril wirkenden Umstände die Situation, versöhnt und gelassen auf ein durchaus seltenes, interessantes, und auch zeitgenössisch besonderes Automobil zu schauen, dass tatsächlich kein Massenprodukt im herkömmlichen Sinne geworden ist.


 

 

Der Kühlschrank

ELECTROLUX RM 184 EGI

 

Alle Kühlschränke im T3 WESTFALIA, und somit auch im CLUB JOKER, stammten von der Firma ELECTROLUX. Dieses Unternehmen ist übergegangen in das heutige Unternehmen DOMETIC. Das im CLUB JOKER verbaute Modell trägt die Bezeichnung RM 184 EGI. Dieser Kühlschrank ist in seiner Bauform und Größe sehr speziell. Meiner Recherche nach gab es diese Ausführung damals bei ELECTROLUX als Standardware gar nicht, sondern wurde extra passend in die von WESTFALIA vorgegebenen Küchenkombination "hinein konstruiert".

Nach Abverkauf aller Lagerbestände wurde an diesem Format weder seitens ELECTROLUX, noch seitens WESTFALIA, weiter festgehalten.

Für uns zur Folge hat das heute (Stand Oktober 2017), bei keinem einzigen Anbieter Ersatzkühlschränke zu finden, die wie gehabt in den Ausschnitt des Küchenblocks passen. Auch die entsprechende Tür samt der schönen WESTFALIA-Schrankblende paßt auf keinen der heute angebotenen Modelle, da diese allesamt aus der Kontur der Küchenkombination heraus ragen.


 

 

 

Der große, hintere Tisch

 

Im Gegensatz zu allen anderen Tischen in WESTFALIA-Fahrzeugen auf T3-Basis, wurde der große Tisch an einer Ecke dem Radius der L-Sitzgruppe angepaßt. Eingeschwenkt, schließt er wunderbar übergangslos die Lücke zwischen Küchenkombination und hinterer Sitzbank. Auf der Unterseite der Tische dieser Baujahre ist die Adaption an die Schwenkarme in Form eines großen Tellers samt Rohrstück ausgeführt.

 

 

 

 

 

Einmal aufgesetzt, war diese Konstruktion eher unauffällig. Jedoch bei dem Versuch, den Tisch irgendwo platzsparend unterzubringen, ist Umsicht gefragt. Denn es besteht schnell das Risiko, mit dem Rohrstück Schaden anzurichten.


 

 

Der kleine, vordere Tisch

 

Der kleinere, vordere Tisch ist vielfältig einsetzbar. Recht praktisch ist die Möglichkeit, ihn über den seitlich gestellten Fahrersitz zu drehen, und dadurch eine Verlängerung des "Arbeitsplatzes Küche" herzustellen. Dazu sei erwähnt, dass das Drehen des Sitzes nicht ohne weiteres möglich ist, wenn das große Standard-Lenkrad (VW Busse ohne Servolenkung) verbaut ist.

Gut mach sich "der Kleine" auch als Einzeltisch. Im Einsatz für Denjenigen, der am umgedrehten Beifahrersitz Platz nimmt, entzerrt diese komfortable Option ganz charmant die Drängelei um die besten Plätze in der "Rundsitzecke".


Grundsätzlich gibt es die Aufnahmen/Schwenkarme beider Tische in 2 Ausführungen (´83-´85). Meiner Recherche nach wurden die 83er + 84er CLUB JOKER mit der noch klobigeren Adaption versehen. In der folgenden Zeit bis Produktionsende finden sich aber auch in fließendem Übergang jene Tische mit der flachen Adaption an Bord.

 

Diese Ausführung wurde dann durchgängig bis zum generellen Ende quer durch die Palette der unterschiedlichen T3-Campingfahrzeuge von WESTFALIA beibehalten.

 

Zu der jeweiligen Variante gehört unmittelbar der jeweils passende Schwenkarm hinzu, die Systeme sind nicht mischbar. Im Fahrzeug selbst sind sie ohne Umbau beide einsetzbar.

 


 

Stoffe & Bezüge

 

Bezogen im CLUB JOKER sind Sitze, Bänke und Matratzen mit jenem braun gemustertem Velour, der sich auch im Spiegel der Seitenverkleidungen findet. Er trägt die Bezeichnung "Adagio". Das Muster dieses Stoffes basiert auf der ursprünglichen Idee, ein durchlaufendes "W" für WESTFALIA einzuweben.

 

 

 

Als weitere Besonderheit gilt zu erwähnen, dass neben allen üblichen Sitzen und Bänken auch die Matratze zwischen Bank und Heckklappe in "Adagio" ausgeführt sind. Dies gilt zudem auch für die Matratzen im Dach. Bei allen anderen Modellen sind diese Matratzen überwiegend mittels einfarbigem Stoff bezogen.

 

 

 

Dieser CLUB JOKER-Velour mit der Bezeichnung "Adagio" ist bis zum heutigen Tag (Stand Oktober 2017) bei keinem Zulieferer als übrig gebliebene Neuware erhältlich. Es liegen mir bislang auch keine Informationen vor, dass seitens einschlägig bekannter Zulieferer der Szene, eine "Adagio"-Nachfertigung geplant oder produziert wäre.


TIPP:

Sollte der Velour verschlissen, oder gar aufgerieben und defekt sein, läßt sich zumindest beim Club Joker neuwertiger Ersatz finden, und zwar im Dach! Die Dachmatratzen sind in der Regel die am wenigsten strapazierten Polster, und waren darüber hinaus nahezu nie UV-Bestrahlungen ausgesetzt. Den Stoff der Unterseiten der Matratzen kann man also zum Reparieren von z.B. den Sitzen vorne nutzen, und durch z.B. braunes Kunstleder ersetzen. Der "Eingriff" bleibt nahezu unsichtbar, und gut gemacht, ein feiner Kompromiss zu Gunsten der Originalität im Fahrerhaus. Sollte gar kein Stoff zu finden sein, lassen sich zumindest die verschlissenen Sitzkanten (Beispiel Bild rechts) durch braunes Kunstleder ersetzen.

 

Verkleidungen

 

Alle Seitenverkleidungen im CLUB JOKER bestehen aus geprägtem Kustleder und sind mit einem Velourspiegel ausgeführt (Adagio). Zusätzlich sind die Türpappen noch mit einer Chromleiste versehen.

 

 

 

An den vorderen Türen sind zudem edle Fensterkurbeln verbaut, die einen Chromring im Drehknopf haben. Außerdem befinden sich in den vorderen Türen braune Lautsprecher der Marke BLAUPUNKT.


Die Türenverkleidungen mit Velourspiegel + Chromleiste

 

Im Gegensatz zum Modell Joker hat auch die Schiebetür vom CLUB JOKER diese aufwendige Verkleidung, und selbst die Verkleidung der Heckklappe ist wirklich nicht von Pappe! Sie ist in ebenfalls sattelbraunem Kunstleder ausgeführt. Dies macht Sinn. Denn einerseits ist es pflegeleichter, und andererseits ist die Wahrscheinlichkeit ständigen Kontakts durch Gepäck oder die Füße schlafender Insassen für Velour sicher deutlich strapaziöser.

 

Fenster & Gardinen

Serienmäßig eingesetzt sind Isolierfenster aus doppelwandigem, bronzebraun gefärbtem Acrylglas.             Werksseits gab es entgegen mancher Annahme keine Schiebefenster, auch nicht optional. Einzig beweglich, und zwar klappbar, ist das hinter der Küche befindliche Fenster.

 

Wie konsequent und überaus detailverliebt damals gearbeitet wurde, läßt sich an Kleinigkeitenfestmachen, wie z.B. die auch in braun ausgeführten Fensterverriegelungen und die Klemm- hülse des Aufstellbügels.

 

 

 

TIPP:

Eine regelmäßige Reinigung und anschließende Behandlung mit Acrylglas-Pflegeprodukten mittels Poliermaschine läßt die Isolierfenster neuwertig-glänzend erscheinen und mindert den Alterungsprozess. Der UV-Bestrahlung und deren Schäden (matt, rissig) wirkt dies zusätzlich entgegen. Bei starker Kratzerbildung darf durchaus mit handelsüblicher Politur vorbehandelt werden.

 

 

 

Für die Gardinen wurde ein mittelbraun melierter, sehr dicht gewebter Stoff gewählt.

Zur Ausstattung gehören die Gardinen an allen Iso-Fenster.

 

 

Außerdem gibt es eine Fahrerhausgardine, die die Fenster der Türen samt Windschutzscheibe verdeckt. Alternativ dazu, als Option für die 4-Jahreszeiten-Camper, gibt es auch noch eine sehr dicke, dunkelbraune, doppelt gesteppte Wintergardine für das Fahrerhaus. Außerdem verfügte die CLUB JOKER-Ausstattung ab Werk auch noch über eine Gardine, die zwischen Fahrerhaus und Wohnbereich den Innenraum abtrennt.

 

 

 

 

 

 

 Zur Zwischengardine darf gesagt werden, dass sie damals nicht nur praktisch war. Natürlich, sie hält die Blicke fern, und die Wärme im isolierten hinteren Bereich. Tatsächlich basiert ihr Entstehen aber auf der Vorschrift, dass man in der Stadt nicht einsehbar in Fahrzeugen schlafen darf, bzw. durfte.

Diese kleine Gardine legalisierte also die praktische Möglichkeit, im unauffälligen VW Campingwagen innerstädtisch über Nacht zu verweilen, und darin zu schlafen.


....Fotos & Beschreibungen der Fahrerhaus-Gardinen folgen in Kürze...

 

 

 

Als Besonderheit ist auch noch die große, geschwungene Abdeckung über der Schiebetür zu nennen. Dieses auffällig aufwendige, luxuriöse Bauteil ist ausschließlich so im CLUB JOKER zu finden. In ihr integriert verläuft die Schiene für die Schiebetür-Gardine. Außerdem ist sie gleichzeitig mit zwei Ausströmer für Frischluft versehen.

 

 

 

 

 

Elektrik & Heizungen

 

Die gesamte Elektrik, die den Wohnbereich versorgt, ähnelt nahezu 1zu1 der, wie sie in allen T3-WESTFALIA´s verbaut ist. Ein Großteil dessen wird über eine Zweitbatterie versorgt, die ihren Platz unter dem Fahrersitz hat. Abgesichert sind die elektrischen Teile der Küchenkombination, sowie die Standheizung über Sicherungen, die sich in einem kleinen Kästchen an der linken B-Säule finden.      Das ist bei allen Modellen von WESTFALIA gleich.

Ein erwähnenswerter Unterschied besteht allerdings im Zusammenhang mit der eingebauten Standheizung der Firma Eberspächer.

 

 

 

 

Selbsterklärend, und einfach in der Bedienung auch das Handrad vom Raumthermostat. Durch Drehen ist möglich (so wie früher halt), jenes leise, mechanische "Klack" der Stelle zu finden, an der sich die Heizung aktuell an-, oder eben abschaltet.

 

Das Herzstück der Heizung, nämlich das Steuergerät, befindet sich für geschickte Hände erreichbar im schmalen Spalt rechts, zwischen Sitzbank und Seitenverkleidung.


Im CLUB JOKER der ersten Jahre befindet sich das Bedienteil in der Seitenwand rechts, unmittelbar über der Armlehne.

 

 

 

 

Außerdem hat es noch die analog-rustikale Ausführung mit kleinem Kipp-Wählschalter für eine der Funktionen, die da sind:

Roter Punkt: Heizung an, Mittelstellung: Heizung aus, Blauer Kreis: Gebläse läuft.

Bedienteil + Zeitschaltuhr der EBERSPÄCHER B2L

Komfortabel nutzbar ist die Standheizung mit der dazu gehörigen Zeitschaltuhr. Der weiße Zeiger markiert die eigentliche Tageszeit, entspricht also der Funktion einer herkömmlichen Uhr, nur halt ohne einen Minutenzeiger. Der rote, breite Zeiger überdeckt den Raum einer Zeitstunde. Bei aktiv geschalteter Uhr läuft die Heizung auch exakt nur diese eine vorgewählte Stunde! Dazu stellt man also den roten Zeiger auf den gewünschten Zeitraum, und zieht den schwarzen Mittelring eine Raste heraus. Sobald der weiße Zeiger den roten Zeiger erreicht, springt die Standheizung an, und sobald er (nach 1 Std.) den roten Zeigerbereich wieder verläßt, schaltet sich die Heizung ab.

TIPP:

Wer diese Uhr nachrüsten möchte, und tatsächlich noch ein Exemplar finden sollte, ist gut beraten, die Einbauposition besser nicht im Schlafbereich zu wählen, da die Uhr recht laut tickt. Wie am Foto zu sehen, sitzt sie hier vorne im Fahrerbereich, und zwar im Lüftungstrapez vorm Schaltstock.

 

 

Leuchten

 

 

Der Typ von Leuchtstoffröhren, der beim CLUB JOKER in die Verkleidung über der Schiebetür, sowie im sogenannte "Gewürzregal" über der Küche eingesetzt sind, findet sich in kaum einem anderen WESTFALIA auf T3-Basis.

 

 

 

Hochdach

Das WESTFALIA Hochdach am VW T3 ist etwas besonderes. Denn wenn man sich mal die Mühe macht, alle Varianten von Hochdächern anzuschauen, die auf dem VW T3 zum Einsatz kamen, fällt eines durchaus auf: Es gibt kaum ein Dach mit einer Stufe. Und wenn doch, ist diese Stufe meist eher hinten. Das WESTFALIA Hochdach hat sie aber vorne. Die Position der Stufe, und die Weise, in der sie gestaltet wurde, hat einen höchst spannenden, techischen Hintergrund. Dazu Folgendes:

Beim VW Bus T3 liegt der Gewichtsschwerpunkt knapp hinter der Mitte des Fahrzeugs.

 

Dieser Tatsache wurden alle die Fahreigenschaften betreffende Konstruktionen unterworfen, wie z. B. das Fahrwerk. Die Entwickler bei WESTFALIA schufen mit dem Hochdach eine Form, bei der der seitliche Flächenschwerpunkt des Hochdaches exakt über dem Gewichtsschwerpunkt des Fahrzeuges liegt.

Dies hatte zur Folge, dass bei Seitenwind der Bus zwar Neigung erhielt, aber in seinem Spurverhalten nicht "verdrückt" wird. Für den Fahrer änderte sich also nur die Neigung, aber nicht das Spurverhalten. Dies ist bis in die heutige Zeit hinein längst kein Standard.


 

Klappdach

 

Auf den ersten Blick scheint es, als wäre das WESTFALIA-Klappdach beim T3 durch die Jahre hindurch gleich geblieben.

 

 

 

 Das Klappdach (Hochdach ebenso) sind zum Beispiel ausschließlich beim CLUB JOKER ab Werk in in der Farbe "samosbeige" ausgeführt. Ein paar Unterschiede und Besonderheiten gibts es aber dennoch.


Der CLUB JOKER (wie auch Joker) hat in der Verbindung mit dem Klappdach immer auch die typische Gepäckwanne davor. Die manchmal angebauten Spoiler stammen von den Modellen California und Atlantic, und sind demnach also erst einige Jahre später zwecks gewünschter Umrüstung verfügbar gewesen.

Des Weiteren ist das Zelt, also der Faltenbalg, aus einem sandbraunen Stoff (beim Joker dieser Baujahre ebenfalls). Entgegen späterer Baujahre, die eine Ausführung mit Keder haben, ist der Faltenbalg dieser frühen Baujahre oben am Dach noch mittels Krampen an einen Holzrahmen getackert, der in die GFK-Schale des Daches einlaminiert ist. Bei einem anstehenden Austausch des Faltenbalges macht es also Sinn zu wissen, welche Ausführung der eigene Bus hat. Einige Hersteller haben mittlerweile gute Nachfertigungen beider Ausführungen im Angebot, und es gibt auch Faltenbalge, die statt nur einer Öffnung vorne, jeweils seitlich große, dreieckige Öffnungen haben. Außerdem kann mittlerweile zwischen etlichen verschiedenen Farben gewählt werden.

Ein sehr wichtiges Bauteil am Klappdach ist übrigens die große, umlaufende Dichtung, die auf der kompletten Kante des Daches sitzt. Diese Dichtung verhindert, dass Feuchtigkeit während der Fahrt an den Stoff  gelangen, und es dadurch unbemerkt zu Stockflecken oder sogar Schimmel am Stoff kommen kann.

 

Wenn dies passiert, hat das meist zeitgleich zur Folge, dass auch die Beflockung innen am Dach stockig oder schimmelig wird. An vielen Bussen, die noch die originale, erste Dichtung haben, sind oftmals Anfänge von sich lösenden Bereichen zu sehen.

 

Der Kern der Alt-Dichtung hat noch einen Metallkäfig. Dieser ist nicht rostfrei. Ergebnis selbstredend, es löst sich mit der Zeit. Mancher Besitzer hat auch schon neue Dichtungen verbaut.

Dazu ist erwähnenswert, dass die nach innen ragende Gummilippe von höchster Wichtigkeit ist, und an manchen der günstigen Repro´s zu klein ist, oder gar fehlt!


Umlaufender Dichtrahmen an der Klappdach-Kante

 

Die Aufstell-Mechanik vom Klappdach der frühen Joker und CLUB JOKER ist nahezu identisch zu der Ausführung der späteren Modelle, also derer ab etwa 1986/87. Einzig das große Scharnier des Aufstellbügels besticht durch seine Form und Größe, und hebt sich damit deutlich von denen jüngerer Generationen ab. Wer sich an Bussen mit aufgestellten Klappdächern die Seiten aufmerksam anschaut, der sieht die deutliche Wölbung im Stoff, die die großen Scharniere der älteren Bauart hervorrufen.

Und auch bei eingeklapptem Dach ist innen zwischen diesem großen Scharnier, der Kontur des GFK-Daches, sowie der Blechhaut vom Bus selbst, sehr wenig Platz. Je nach dem, wie ungünstig dort alles zusammenkommt, kann es bei aufgestelltem, wie auch eingeklapptem Dach zu Scher- und Reibschäden am Stoff kommen. Da der über die Jahre zigfach identisch auf- und eingeklappte Faltenbalg wieder und wieder an der selben Stelle beansprucht wird, wurde die neuere Ausführung deutlich filigraner gebaut.


Sichtbare Wölbung im Faltenbalg                                                                                                                                                                           Die alte, größere Ausführung des Gelenks

TIPP:

Sollte sich über Jahre der Eindruck einschleichen, dar Stoff vom Faltenbalg sei weniger unter Spannung, als das mal gewesen sei, ist die Ursache nicht in jedem Fall im Stoff selbst zu vermuten. Im Drehgelenk (Bild rechts) schleift sich ein wenige Milimeter starkes Blech im Laufe der Zeit durch den Aufstellstab hindurch. Das ist dem Alter & Verschleiß geschuldet.

 

Eine umfangreiche Erörterung dieses Defektes samt Anleitung zur Revision des Aufstellgestänges findet sich hier bei DT-Classics unter folgendem Link:


 

 

VERDUNKELUNG

 

Ebenfall aus braunem Stoff ausgeführt ist eine Verdunkelung, die mittels umlaufender Klettbänder unter das Aufstellfenster im Klappdach angebracht werden kann. Dieses Teil besteht aus dem Stoff selbst, sowie ein darunter liegendes Fliegengitter. Nutzbar also gegen Mücken, Fliegen, oder zu viel Licht.

....Fotos dazu folgen in Kürze...

 

Stoßstangen

 

 

Die Stoßstangen waren ab Werk schwarz, und sowohl vorne, als auch hinten, mit den aufgesetzten Prallgummis versehen. Die bei älteren T3 Modellen gerne verwendete Chromstoßstange gab es beim CLUB JOKER ab Werk nicht.

 

 

Prallgummi auf dem Stoßfänger

 

 

TIPP:

Die schwarzen Stahlstoßstangen des T3´s sind werkseitig nicht wirklich in schwarz ausgeführt. Bei der Farbe handelt es sich um einen speziellen VW-Stoßstangenlack, der die Bezeichnung "graphitgrau" mit der Nummer H7B trägt. Dieser Lack wird in glänzend auflackiert, anschließend nach Aushärtung mit einem Schleifflies angerauht, und abschließend mit Klarlack überzogen. Die entstandene, typische Optik wirkt auf den ersten Blick schwarz, ist es aber nicht. Alle tiefschwarzen Stoßstangen sind also entweder nicht korrekt gefertigte Reproduktionen, oder unwissentlich falsch nachlackierte Originale.

 

 

 

Frontspoiler

 

"Frontspoiler Westfalia, Typ Joker" ist die offizielle Bezeichnung des 3-teiligen Spoilers. Ihn findet man durchaus auch an weiteren Varianten des Modells Joker, war er schließlich als WESTFALIA-Artikel nachrüstbar. Beim CLUB JOKER gehört er abertatsächlich zum Auslieferungsumfang.

 

 

 

Und sollten alle relevanten Dokumente die Jahre überstanden haben, dürfte kosequenter Weise und der Vollständigkeit halber auch die entsprechende "Prüfbescheinigung" vorliegen. Außer Ergebnissen diverser Abnahme- und Prüfnachweisen enthält sie auch eine detaillierte Montage-Anleitung.


Der 3-teilige WESTFALIA Frontspoiler

TIPP:

Wer sich zum Neukauf eines der erhältlichen Reproduktionen dieses Spoilers entschließt, macht absolut nichts verkehrt! Diese Nachfertigungen sind jeden Euro wert, und in ihrer Qualität, Optik und Paßgenauigkeit tatsächlich mehr als überdurchschnittlich gut geraten. Und nahezu alle Anbieter haben auch das dazu gehörige Befestigungs-Set im Angebot.

 

 

Einfüllanschluß Trinkwasser

Beim CLUB JOKER der ersten Serie finden wir die Wassereinfüllöffnung hinter einer Klappe, die in dieser Ausführung in späteren Baujahren so nicht beibehalten wurde.            

Diese Klappe galt auch lange Jahre als ausverkauft, vergriffen, und nicht mehr beziehbar, taucht in letzter Zeit aber hier und da doch wieder bei verschiedenen Anbietern als Reproduktion auf.


 

Zum guten Schluß

 

Mir bleibt zu wünschen, dass der Einblick in die Club Joker-Vita und in deren Zusammenhänge ein wenig neu, interessant und spannend war, und zu lesen Spass bereitet hat. Geschichten, Ausstattungen, und Besonderheiten des ersten WESTFALIA Club Jokers  haben durchaus ihren Reiz, aber Geschmäcker sind verschieden; Gott sei Dank!

Es macht viel Freude, auf diversen Oldtimerveranstaltungen zu erleben, wie die Vielfalt an klassischen Fahrzeugen die Szene lebendig macht, und Erklärungen, Rechtfertigungen oder ähnliches total überflüssig sind. Hier ticken alle gleich. Ich möchte behaupten, dass es wohl zu jedem Oldtimer samt Besitzer irgendeine sehr persönliche, spezielle Schlüsselszene, eine Story, ein Urknall-Erlebnis gibt. Die Oldtimerei ist Emotion, Leidenschaft, Lebenskunst, und sicher ein Stückchen Blech gewordenes Teil einer jeden Biographie.

 

 

 

Sehr anregend fände ich daher die Vorstellung, wenn es vielleicht den ein- oder anderen animieren möge, das eigene Fahrzeug, die eigene Story, und die Oldtimerszene an sich nochmal anders, nochmal neu zu beschauen. Denn bei aller Schrauberei, bei allen Kosten und Mühen, die wir alle kennen, und bei allen Widrigkeiten, die dem klassischen Automobil zukünftig vielleicht beschert werden:

Wir fahren automobiles, wertiges Kulturgut und bewegen Lebensgefühle! Wir sind Repräsentanten und Vermittler von etwas, das anscheinend gut tut. Die Menschen, an denen wir vorbei fahren, tragen durchweg ein Lächeln oder winken uns zu. Wir sind Botschafter einer überaus friedlichen, positiven Welt, und das in aller Unterschiedlichkeit. Ich finde, darauf dürfen wir, jeder in seinem schönen, klassischen Fahrzeug, auch ein bisschen stolz sein.


 

Club Joker - Impressionen


DT-Classics

-Oktober 2017-