- Ein Leben rund um den VW Bus T3 -

 

in Fotografie & Geschichten

 


WESTFALIA Ausstattung im VW Bus T3

ISRI Reisesitz  1000/518, komplette Revisionsserie

Teil 1.: Demontage von Armlehnen, Seitenblenden und Anbauteilen

 

  Sie sind einfach platt. Und richtig bröselig. Und obendrein sitzt man gefühlt mehr in einem tiefen, harten Tal, als in einem bequemen Reisesitz. Einen der beiden Sitze vorne habe ich vor einigen Jahren schonmal machen lassen. Aber eben nur einen. Die Differenz der beiden Zustände und Sitzkomforts ist dementsprechend groß. Und jetzt wieder nur einen neu aufzupolstern, erscheint mir nicht sehr ratsam. Nach 38 Jahren Einsatz sieht´s mit Kulanz oder Rückrufaktion seitens ISRI sicher auch wenig erfolgversprechend aus. Die Sitzpolster beider ISRI Reisesitze zu erneuern, und in einem Aufwasch auch noch beim Schaum der Lehnen zu schauen, ist also angesagt. Nicht der verkehrteste Grund, sich bei winterlichen Bedingungen in die warme Werkstatt zu verziehen.

 

In diesem Teil 1 der Revisionsserie geht es um die Demontage der Armlehnen, sowie aller Blenden und Anbauteile.

 

 

  Da ich mich entschieden habe, sowohl die Sitzfläche, als auch das Polster der Lehne zu überarbeiten, ist es vorab nötig, die Rückenlehne vom Sitz zu trennen. Und da ja dazu der Bezug der Rückenlehne runter muß, sind auch die beiden Armlehnen vorher abzunehmen. Damit geht es also los. Am Drehpunkt der Armlehnen befindet sich zwischen dieser und der Rückenlehne eine Schraube mit Mutter, die gelöst und herausgezogen werden muß. Ist das geschehen, läßt sich die Lehne herausziehen.

 

 Zwischen dem auseinander gedrückten Kunstleder

zeigt sich die Lehnenbefestigung in Form der Schraube samt Mutter.

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Im Normalzustand schön unsichtbar.

Von vorne zu sehen, die Mutter.

Von hinten, 5mm Imbus.


 

 Empfehlen möchte ich, eine möglichst schlanke 13er Nuß zu wählen, und sowohl dafür, als auch für den 5mm Imbus-Nuß, eine entsprechende Verlängerung. Das mindert das Pech, doch irgendwas am Kunstleder von Rücken- oder Armlehne zu beschädigen. Beim Herausdrücken der Schraube nach hinten bitte darauf achten, auch mit dem Dorn nichts zu beschädigen. Und der nach hinten herauswandernde Schraubenkopf schabt gerne am Kunstleder entlang. Auch das kann Beschädigungen hervorrufen, die sich mit bisschen Vorsicht bestens vermeiden lassen.

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Ich empfehle schlankes Werkzeug.

Langer Schaft schafft Abstand!

Dorn zum Herausdrücken der Schraube.


 

Immer schön die Kleinteile sichern! Mit einer Hand im Zwischenraum Druck ausübend,

und mit der anderen Hand die Armlehne schwenkend, läßt sie sich gut aus der Verbindung ziehen.

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Die Mutter ist selbstsichernd.

Lehne drehend langsam abziehen.

Keine Hexerei, so sieht´s aus.


 

 Als nächstes sind links und rechts am Sitz die Kuststoffblenden zu demontieren. Die wichtigste Info dazu ist: Das Zeugs ist recht betagt, brüchig, und klemmt teils fürchterlich! Ein Abbrechen von Haltenasen oder sonstigen Verbindungen ist fast schon vorprogrammiert, also zaghaft bitte.

 

 

 

 

Auf der rechten Seite beginnend, sind erstmal zwei Teile zu entnehmen. Die ovale kleine Blende oben, und der Griff für die Lehnenverstellung.

 

Ich rate dazu, erst unten den Griff abzumachen. Da die Kerbe zum Aushebeln des oberen, ovalen Teils

an dessen unterem Radius ist,

kommt man mit dem jeweiligen Werkzeug besser klar, wenn der Griff schon  ab ist.

 

 Irgendwelche verkratzten Blenden versauen die komplette Optik im inneren des Fahrzeugs. Ich bin daher immer sehr bemüht, möglichst präventiv zuu arbeiten, was deren Vermeidung anbelangt. Zum Abhebeln der Blenden wähle ich einen sehr schmalen Schraubendreher, um überhaupt einen ersten minimalen Spalt zu erzeugen. An-schließend lege ich ein dünnes Gummi unter. Hebeln läßt sich bei solchen Arbeiten übrigens auch sehr gut mit einem Heber für Seitenverkleidungen.

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Schmaler Schraubedreher und Heber für Verkleidungen.

Gummiunterlagen halten die Kosmetik auf Niveau.


 

 Der Griff sitzt oben in einem Kunststoffzapfen. Unten steckt er in einem recht langen, sehr stramm sitzenden Blech. Mit möglichst vielem Umsetzen der Werkzeuge und bei mäßigem Hub, löst man milimeterweise den Griff. Aus dem Zapfen löst sich der Griff zuerst. Nun möglichst nicht am Griff biegen oder verdrehen! Das hält der schmale Spalt kaum aus. Also nur kippen, wackeln, ziehen! Die Fotos zeigen nochmal, was wo hinein gehört.

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Der bis zu 40 Jahre alte Kunststoff verträgt wenig. Die ineinander greifenden Konturen sind potentielle Bruchstellen.

 

 Nun geht´s an den kleinen ovalen Deckel. Wie schon beschrieben, hat der am unteren Radius eine kleine Kerbe, in die ein kleiner Schraubendreher passt. Dem ist der vorab entfernte Griff nun nicht mehr im Wege. Auch hier gilt die Vorsicht, die auch schon die anderen Plastikteile gerettet haben mag. Die Kleine Kerbe gibt die Einbaulage zwar vor, aber auch die Zapfen sind unterschiedlich. Kreuz nach oben, runder Zapfen nach unten.

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 Was jetzt abschließend noch fehlt, und im vorfreudigen Elan des Schrauberglücks gerne übersehen wird, ist das Entfernen des kleinen Sicherungsrings, der auf dem Haltebolzen des Griffs sitzt. Er sichert die große Blende, und muß vorab entnommen werden. Das gelingt ganz gut, indem man gegenüber der Öffnung des Ringes einen kleinen Schraubendreher hineinsteckt, und diesen verdreht. Das hebelt den Ring ab.

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Der kleine, unscheinbare Federring.

Wer den übersieht, braucht meistens eine neue Blende.

Mit kleinem, scharfem Schraubendreher geht´s.

Zwischen Zapfen und Ring, dann verdrehen.


 

 Zum hoffentlich guten Schluß gilt es jetzt, die große Blende abzunehmen. Auch diese sitzt sehr fest, und zwar dort, wo die obere Aufnahme des kleinen ovalen Deckels aus der Blende selbst herausragt. Die Blende hat rückseitig Haltenasen, die in kleinen Nuten dieses Metallzapfens eintrasten.

 Meine Empfehlung wäre, die große Blende an ihrem oberen großen Radius konzentriert und vorsichtig abzuhebeln zu versuchen. Auch hier läßt sich mit kleinerem Hebelwerkzeug entlang der Kontur unterstützend arbeiten. Der empfindlichste Moment ist der, wenn sich, meist mit einem Schlag, die Blende aus den Haltenasen löst. Wer dann zu viel Schwung hat, hat meist Pech. Allzu gerne verkantet man die Blende, die Nasen brechen ab, oder man bleibt unten an dem langen Blech hängen, auf dem der Griff saß. In beiden Fällen geht´s selten ohne Schäden ab. Also bitte auch hier langsam und sorgfältig demontieren.

 Das flache Blech der Lehnenverstellung, auf dem der Kunststoffgriff sitzt, paßt übrigens so eben durch die seltsame V-Öffnung der Blende. Auch hier beim Abnehmen derselben präzise arbeiten!

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Zu anfangs weiß man nicht so recht,

wo und wie man starten soll.

Der Spalt reicht soeben,

um die Blende über das Blech zu ziehen.


 

 Was jetzt noch fehlt, ist die Entnahme der großen Metallblende, die hinten am Sitz von den beiden Kuststoff-blenden gehalten wird. Da die rechte Blende ja nun gelöst, bzw. entnommen ist, läßt sich diese Metallblende aus der linken Kuststoffblende heraus ziehen. Das Abnehmen der Blende links erfolgt dann genau, wie hier im Beispiel rechts. Einzig der Arbeitsschritt bzgl. des Griffs zur Lehnenverstellung entfällt links logischer Weise.

 

 Der erneute Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Richtung. Die jeweils erwähnenswerten Umstände samt Fotos ergänze ich hier, sobald das Projekt abgeschlossen ist.

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