WESTFALIA Ausstattung im VW Bus T3

 

WESTFALIA Hocker als Besteck- & Geschirrtruhe

 


   In diesem Beitrag geht es um die Lösung eines Mißstandes, den ich immer schon angehen wollte. Und zwar ist es die nur sehr mäßig nutzbare kleine Schublade im Küchenblock. So, wie sie landläufig verstanden sein will, nämlich als Besteckschublade, ist sie leider nur bedingt brauchbar.

 

Riesig ist die Schublade ja sowieso nicht, aber gerade im VW Bus T3 Club Joker mit L-Sitzgruppe ist der Küchenblock samt Schublade noch kleiner, als in allen anderen T3-Camper.

 

Trotz viel guten Willens paßt daher immer nur ein kleiner Teil dessen hinein, was in eine Besteckschublade klassischer Weise hinein gehören sollte. Gegenstände wie z.B. längere Messer, Gasanzünder, Kellen und Kochlöffel scheiden schon generell aus. Also haben sich Besteck und Geschirr gerade auf längeren Reisen zwangsläufig immer auf mehrere Orte verteilt, bzw. hatten keinen wirklich festen Platz. Das kann man so lassen, es geht unter Umständen aber auch praktischer. Als Lösung ist die Idee entstanden, diese große Porta-Potti-Staubox als zentrale Besteck- und Geschirrtruhe zu nutzen. Ein paar Veränderungen sind dafür nötig, deren individuelle Umsetzung samt Ergebnis sich hier in Text & Bild finden.

 

   Im Fall dieses Porta-Potti-Hockers aus 1983 handelt es sich noch um die ältere Ausführung der WESTFALIA-Kiste. Bei dieser ist der Deckel nicht nur ein flaches Brett mit Polster drauf, sondern der Deckel selbst hat "Tiefe". Dieser 5 cm hohe Bereich ist bislang völlig ungenutzt, da wir die Box nie so maximal hoch gefüllt haben. Deshalb soll demnächst dort im Deckel unser Besteck und Kleinkram seinen Platz finden.

  

   Aus dem Holzhandel habe ich eine 15 mm starke Siebdruckplatte besorgt. 15 mm deshalb, weil bisschen Materialstärke für Krampen +  Schrauben Sinn macht, und umlaufend der originale WESTFALIA-Möbelkeder zum Einsatz kommen soll. Das paßt bei 15 mm perfekt. Außerdem war die Siebdruckplatte in dunkelbraun zu bekommen, das fand ich jetzt auch ganz ansprechend. Das ganze System soll klappbar ausgeführt werden.


 

Radien anbringen,               2 Edding-Striche links + rechts der Mitte, dann  mit ruhiger Hand                           Zum Einkleben des Keders

diese nicht zu klein!                 per Flex die Nut für den Steg des Keders anbringen.                                        bin ich seitenweise vorgegangen.

 

 

   Zum Istallieren des Klappmechanismus´ habe ich ein Klavierband auf die Stirnseite der Platte geschraubt, und die andere Hälfte dieses Klavierband dann auf das vorhandene Klavierband des Deckels der Box aufgedoppelt. Ich denke, die Anordnung wird auf den Fotos genügend deutlich.                                                                                                                                                                                              

  Auf den beiden Fotos rechts ist gut zu erkennen, dass die Siebdruckplatte vollständig in der Kontur des Deckels verschwindet. Die Staubox kann also weiterhin bis Oberkante gefüllt werden, ohne dass da was klemmt oder im Wege ist. Im "Hohlraum" zwischen Platte und Deckel soll das Besteck Platz finden. Damit dies auf die Menge bezogen vom Platz her umsetzbar wird, ist die gesamte Ausstattung, wie eben auch das Besteck, zukünftig auf 2 Personen minimiert. Weiteres Besteck für eine 3. oder 4. Person landet in einem alten Kulturbeutel, und dieser findet sich bei eventuellem Bedarf irgendwo in den Untiefen der Sitzbank wieder.

 

 Die rauhe Fläche der Siebdruckplatte habe ich vorab mit sattelbraunem VW-Kunstleder bespannt. Zur Aufnahme des Bestecks kommt ein aufgetackertes 8cm breites Gummiband zum Einsatz. Mit etwas Spannung habe ich das Band über die Besteckteile gezogen, und in den Zwischenräumen mit Kunstlederstreifen auf der Platte fixiert. Rechts zu sehen, den braunen Keder am Radius. Zur Verwendung kam übrigens keines der Repro-Keder, sondern ein altes Reststück aus hauseigener Schlachtung.

 

 

 

 Im Inneren der Kiste selbst soll zudem

der Zugriff auf die restlichen Utensilien

optimiert werden. Wo es Sinn macht,

und wo es von der Höhe her paßt,

werden die Dinge zuküftig senkrecht angeordnet.

Das betrifft ein großes rotes Schneidbrett,

die Pfanne + Deckel, die flachen Teller, so wie ein Holzbrettchen für diverse Nutzung.

 

 Zum Frühstück verwenden wir die flachen Teller.

Tiefe Teller sind grundsätzlich keine dabei.

Stattdessen essen wir die Speisen,

die in tiefe Teller gehören, aus halbgroßen Schüsseln.

Das ist eine zweckmäßige Lösung,

denn auch für Salat, Müsli, oder Desert

sind dieselben Schüsseln brauchbar.

Im großen Topf lassen sie sich zudem

platzsparend aufbewahren.

 

 Im Fach mittig (hier noch leer) findet sich später

alles für´s Frühstück, also Marmelade, Honig, Rübenkraut, Nutella & Co. Daneben sind Gewürze, Trinkbecher, Tassen, Spül-Artikel + Kleinkram. Und unserer Lieblingslampe samt Lampenöl steht auch endlich ohne Sturzrisiko.

 

 Dank 2 einlegbarer Bodenhälften ist auch noch eine weitere Ebene entstanden. Und zumindest für während der Fahrt können dort z.B. Dosen mit Obst und fertig geschmierten Broten liegen, oder sonstige Dinge, die im Bereich Essen + Trinken Sinn machen. Die Petroleumlampe + das Öl lassen sich auch ohne Entfernen der Zwischenböden entnehmen. Die Einlegeböden sind einzeln oder beide entnehmbar. So kommt man wahlweise noch recht gut an die untere Ebene. Der Veranschaulichung halber habe ich mal die Bücher trappiert.

 Was jetzt noch fehlt, ist der erste Einsatz!

 

 

  Auf den ersten Blick, vielleicht auch auf den zweiten, mag es unter Umständen so aussehen, als wäre kaum was an Geschirr, Töpfen, Tellern, Tassen oder sonstigen Notwendigkeiten an Bord. Tatsächlich ist es aber so, dass es (uns!) an nichts fehlt. Vielleicht macht es Sinn, sich an so einer Stelle nochmal konkret zu verdeutlichen, dass es sich beim VW Bulli um einen Campingbus, und nicht um ein Wohnmobil handelt. Nicht jede kleinste Ecke und Nische muß vollgestopft werden und es muß nicht zwingend alles mit, was mitgenommen werden könnte. Wir reduzieren uns diesbzüglich bewußt, und es ist auch überhaupt kein Manko, wenn nicht all´ das mit auf Reisen geht, was zuhause in der Einbauküche hinter all´den Schranktüren mehrfach vorhanden ist. Das macht den Charme von Camping aus.

 

 Als für uns genial erweist sich die Möglichkeit, zukünftig nicht mehr permanent von draußen nach drinnen klettern zu müssen, um Besteck etc. aus dem Schrank zu holen. Die neue "Bestecktruhe" läßt sich optimal von außen öffnen,  alles ist direkt zur Hand. Die kleine Schublade ist nun frei. In ihr findet sich ab jetzt Platz für...


DT-CLASSICS

-Dezember 2018-