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Das kleine, dreieckige Aufstellfenster vorne in der Fahrertür ist leicht nach außen gedreht, der Bus samt mir rollt mit knapp achzig Stundenkilometer durch Zeit und Raum. Ich liebe dieses Tempo. Mit anderen Autos unterwegs, gleiten dabei manchmal die Kilometer schneller über den Asphalt, als die Gedanken hinterher kommen. Das ist in diesem Fahrzeug anders.
Hier sitzend, im besten Automobil der Welt, lasse ich die Hand auf dem Lederlenkrad ruhen und merke, wie sich die Welt außen und die Welt innen zu einer einzigen, leicht schwingenden Linie vereinen. Was ein Glück doch dieser Reiseklassiker verströmt, welches sich nach 43 Jahre Reisen, nach tausend und einem Abenteuer, und nach ein paar unsterblichen Liedern immer noch zeigt.
Es ist wieder einmal kein klassischer Trip durch Landschaften, sondern ein stiller Flug durch das Zwischenreich: zwischen Tagtraum und Wirklichkeit, zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen dem, was sein könnte, und dem, was gerade wirklich da ist.
Zwischen Tagtraum und Wirklichkeit
Der Bus wippt über die Bodenwellen, wie nur ein T3 es macht. Meine Unterarme ruhen auf den langen Lehnen der ISRI-Reisesitze, und meine Gedanken kreisen um die Träume, die sich wie winzige Flämmchen bei jeder Reise neu entzünden. Ein Fahrzeug, was man so lange nutzt, wie ich diesen WESTFALIA-Bus, ist wie ein alter Freund, der einem gute Geschichten ins Ohr flüstert. Draußen zieht die Landschaft vorbei. Felder, Wälder, kleine Orte, deren Vorhandensein ich eher ahne, als bewusst wahrnehme. Es ist so etwas wie ein zartes Flimmern rundherum. Und dieses Flimmern aus Licht, Staub und der Sommerhitze voll Erinnerungen macht etwas mit mir.
Tagträume schieben sich sanft an den Fensterscheiben entlang, als würden sie sich hinter dem Glas verstecken, um nicht sofort wieder an der Realität zu zerplatzen. Wolken darin, die nach hinten vorbei ziehen. Tagtraum, Wirklichkeit, irgendwo dazwischen gibt es eine unsichtbare Pforte, die sich nie ganz schließt.
Road Trip im VW T3 WESTFALIA Club Joker
Reale Geschichten, verlorene Träume, Begegnungen, die wie Sterne aufgegangen sind und wieder verblassten. In mir taucht plötzlich der Begriff „Frühling alter Geschichten“ auf. Der Duft von Heu und frischem Gras weht zunächst ins offene Fenster, und dann in meine Gedanken hinein. Vielleicht ist genau das der Moment, in dem man sich selbst wieder anfängt zu verstehen, oder der Augenblick, in dem eine Verabredung mit dem Leben stattfindet – eine stille Vereinbarung zwischen Mut und Müßiggang, zwischen Planung und Zufall, zwischen dem, was man kontrollieren kann, und dem, was sich ohnehin entfaltet, wenn man es nur lässt.
Nach vorne schaue ich, sehe meine Hände auf dem leicht abgegriffenen Lenkrad, und die Route auf dem handgeschriebenen Zettel, der am Armaturenbrett klemmt. Möglichst analog, mit Karten aus Papier und wachen Sinnen, denn Reisen sind mehr als bloße Wegstrecken. "San Luis", der alte Song von Gregory Alan Isakov tropft aus dem Radio, und mischt sich unter den heißen Fahrtwind, der den Sommer auf meinen Unterarm brennt.
Es stimmt ganz sicher, dass Wirklichkeit und Tagtraum keine getrennten Räume sind, sondern zwei Atemzüge desselben Lebens. Und während die Landschaft draußen weiterzieht, wandere auch ich selbst weiter. Nicht vorwärts eilend, sondern tiefer hinein in das, was es bedeutet, zu reisen: Zu sehen, zu fühlen, zu akzeptieren, dass beide Welten - Tagtraum und Wirklichkeit - ihren Platz in der gleichen Galaxie haben.
Denkt nicht mal dran, ich bekomme da nix für...
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