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Kleider machen Leute – und in klassischen Automobilen übernehmen diesen Part unter anderem die Lenkräder. Nun bin ich mit meiner Variante, die seit Jahren auf der Lenksäule steckt, mehr als zufrieden. Original-Lenkrad, 42cm, gepolstert, braun, mit ebenfalls gepolsterter Hupenplatte, und das alles vom Profi mit Echtleder bezogen.
Alles super. Bis auf die Tatsache, dass es Situationen gibt, wo die Mischung 205er Reifen/15“ + kleines Servo-Lenkrad dazu führen, dass es wirklich anstrengend wird. Dazu zählen z.B. unsere vielen Fahrten über die Serpentinen der Pässe unserer geliebten Berge.
Vor diesem Hintergrund kam mir die Idee, für unsere bevorstehende Reise ins Hochgebirge ein altes 45er Serienlenkrad einzubauen, was ich ausschließlich für solche Touren anstelle meines kleinen, feinen Lenker-Leckerchens nutzen könnte.
Irgendwo liegt immer eins rum. T3-Lenkrad in groß mit "Maximal-Patina".
Technisch top, also keine Schäden, Schaum fest, Hupe geht. Optisch mitgenommen, halt die typischen Brösel-Erscheinungen.
Das ist insofern schnuppe, weil ich es selbst beziehen werde. Habe ich noch nicht gemacht.
Aber was so etwas anbelangt, ist mein Lieblingswort eben jenes „noch“ im Satz.
Materialien:
# Ein altes Lenkrad mit intakter Hupenplatte:
# Leder in sattelbraun:
# Lenkerbezug zum Vernähen, Leder braun:
# Himmelkleber/Polstereikleber:
# Skalpell / Cutter:
# Entfettungsmittel – Bremsenreiniger/Silikonentferner:
# Klebeband:
Kosten:
Ca-. 70 - 250,- € (Je nach Verkäufer und Zustand)
Ca. 35,-€ (Bei allen etablierten Händler)
Ca. 20,-€ (Viele Anbieter online)
Ca. 25,-€ (Bei 500ml Menge wie im Beitrag)
--- // --- Sollte vorhanden sein
Ca. 5,-€
--- // ---
Als erstes habe ich das Stück Kunstleder oben und unten am Lenkrad mit Klemmen fixiert. Seitlich lässt sich das dann links und rechts umklappen. Es gelingt dann noch gut, die Felder zwischen Lenkradkranz und Hupenplatte zuerst anzukleben.
Anschließend habe ich das große Feld bis zur Lenkradnabe geklebt. Zwischenschritt ist dann gewesen, die kleinen Kanten im Bereich Hupenplatte anzupassen und zu kleben. Dann folgte die andere große Fläche. Die beiden großen Lederseiten habe ich überlappend geklebt, und anschließend mittig beide auf Stoß geschnitten. Dabei ist ein Fehler aufgetreten, der unter „keine Routine, keine Erfahrung“ zu verbuchen wäre, und den ich Euch nicht vorenthalten will:
Vorm Umklappen der Lederhälften auf den Lenkradkorpus habe ich das Kunstleder am Ring entlang geschnitten (siehe Foto). Leider ist dann später im Bereich, wo die Lenkradspeiche n den Ring stößt, zu wenig Material! Der Radius des vorab rund geschnittenen Leders lässt einiges an Fläche unbedeckt. Nun ja….
Lösung ist geworden, ein Stück Leder halbwegs kunstvoll einzusetzen (siehe Foto).
Von der Belederung der Hupenplatte
habe ich Abstand genommen.
Vor allem deshalb, weil ich es
als schwierig ansehe, das um die Kanten
der Platte gut hinzubekommen.
Außerdem ist es ggf optisch bisschen "drüber", alles einzuledern, hm..!?
Beim Lenkerband ist plug & play nicht machbar. Ich habe kein Band gefunden, das bei 45cm Umfang so schmal wäre, um den verhältnismäßig dünnen Lenkradkranz zu umschließen, ohne zu überlappen. Es ist also nötig geworden, das Leder schmäler zu schneiden. (Siehe Fotos)
Zum Ermitteln der nötigen Breite dient ein Stück Klebeband. Umwickelt und durchtrennt,
ergibt sich 1:1 die entsprechene Breite, die sich einfach auf das Lenkerband übertragen lässt.
Final habe ich dann ca. 5mm mehr weggeschnitten, um beim Vernähen etwas Zug/Spannung zu erhalten.
Klebeband zur Ermittlung
des Umfangs.
Durchtrennt, ergibt sich
automatisch die Breite.
Aufgeklebt, zeigt sich die entspreechende Schnittkante.
Davon 5mm abziehen, für Spannung beim Vernähen.
Zu Beginn habe ich den unteren Mittelpunkt des Lenkrades markiert. An diese Stelle setzt man bestenfalls die Naht des Lenkerbandes. Um beim späteren Vernähen ein Verrutschen/Verdrehen zu vermeiden, habe ich das dort mit Polsterkleber fixiert.
Ermittlung des unteren Mittelpunkts.
Fixieren am unteren Mittelpunkt.
Kleben, Fixieren und Aushärten.
Wenn man es so nennen mag: Was ist schief gelaufen?
Nunja, da wäre die Sache mit dem Zuschnitt des Kunstleders an der Unterseite vom Korpus. Ich habe es dennoch so gelassen, es ist, wie es ist. Diese Panne bleibt mehr oder weniger unsichtbar, es ist ja die Unterseite.
Dann die Breite des Lenkerbandes. Zuschneiden, neu abnähen, alles eine Kunst für sich. Wenn auch keine, die ich perfekt beherrsche. Ich hatte mich hinsichtlich neuer Naht richtig schön vermessen, wie man sieht. Wenns schief läuft, dann richtig. Folglich zeigt sich nun im Blickfeld eine richtig schöne Ziernaht, die genau das bleibt, was sie ist.
Außerdem bleibt festzustellen, dass das Nähgarn, welches dem Leder beigestellt war, keine überragend gute Qualität aufweist. Ich habe mir anschließend ein gewachstes Garn für Leder bestellt, auch mit entsprechend guter nadel, und ein opaar kleinere Stellen anchgenäht. Das wirkt um Lichtjahre besser. Vielleicht mache ich im nächsten Winter die belederung unter aktuellen Erfahrungen erneut, mal schauen.
Wie auch immer, - "learning by doing" - in Summe zeigt sich nun ein Lenkrad für heftige Kurbeleien, oder auch dafür, den Bus von Servo-gewohnten, bzw. weniger geübten Leuten fahren zu lassen. Es ist ein Teil geworden, dass gut einsetzbar ist, aber nicht so perfekt dasteht, wie mein schönes, kleines Lenkrad, das ein Profi bezogen hat. Die Grübelei, ob ich meine Low Budget-Variante dauerhaft drin lasse, stellt sich also so nicht wirklich.
Auch was Positives... ;-)

Der finale Einbau im Bus
muss noch bisschen auf sich warten.
Ein paar Vergleichsfotos habe ich
dennoch schon gemacht.
Wenn das Lenkrad mal zum Einsatz kommt,
reiche ich dazu selbstverständlich
noch aktuelle ein paar Fotos nach.
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