- Ein Leben rund um den VW Bus T3 -

 

und darüber hinaus...


 

 

Unterwegs in 2017

Geschichten & Bilder von kleineren Touren und größeren Reisen.

 

Verzeichnis:

 

August   -BulliSummerFestival Wolfsburg/Allerpark

Juli          -Lauterbrunnental/Schweiz

Juni        -Bullitreffen Oberweser / Weisse Hütte

Mai         -VW Bus Treffen Bad Harzburg

                -Klassikertage Hattersheim

April        -Vogelsberg/Schottenring


 

BulliSummerFestival Wolfsburg/Allerpark

03. - 06.08. 2017

 

 VW Bus Treffen mit Gemütlichkeit und dem Charme familiärer Atmosphäre sind mehr und mehr zu dem geworden, was ich mag, und zu dem es mich mittlerweile viel eher hinzieht, als zu Stellen, wo es laut und unpersönlich wirkt.

 

Klein & fein; da ist die Erwartungshaltung ähnlich übersichtlich und so entspannt wie ein Nachmittag im eigenen Garten unter     Hinzunahme diverser der Stimmung zutrräglicher Getränke. Alternative mit Tendenz ins Plus dazu bietet höchstens noch eine auf Boxersound ausgelegte, therapeutische Überlandfahrt per Bulli am Ende eines sonst eher oktanfreien Tages.

 

Apropos Bulli, da war doch was...   Genau! 70 Jahre VW Bus, ein schöner Grund zum Feiern! Irgendwas zu feiern scheinen wir, die Fahrer mit Hippie-Image im besten Auto der Welt, ja immer zu haben.

 Mit Blick auf die große Bulli-Fete á la Hannover ´2007 stimmt das in jedem Fall. Da wartet die gesamte Kommunity seitdem auf Neuauflage.

Jeder hofft insgeheim, dass VOLKSWAGEN sich des Riesenerfolgs erinnert, den das Internationale VW Bus Treffen damals hatte. Kopieren, geschweige denn, wiederholen, läßt sich das Ding von damals sicher nicht. Dennoch, die Ansage zum 70-Jahre-Bulli-Treffen in Form eines Festivals schlägt ein wie eine Bombe. Gemütlich und leise war also nicht zu erwarten.

 

Ein bisschen überrascht von mir selbst darf ich also schon gewesen sein, als dann die Ausschreibung samt Anmeldemöglichkeit zum Bulli Summer Festival veröffentlicht wird, und ich sofort einen Platz, die Karte und Konvoi-Teilnahme buche.

 Die Ahnung, dass sich hier Eile lohnen könnte, schwingt sofort mit und schiebt mächtig an. Eine beginnende Eigendynamik ist von Anfang an spürbar, bevor überhaupt richtig was in Gang kommt. Die etwa 1000 limitierten Plätze sind somit in Rekordzeit verkauft, trotz dem zu erwartendem Trubel. Oder gerade eben genau deshalb.

Laut Kartennummer bin ich unter den ersten 100, die sich angemeldet haben. Am kommenden Morgen ist dann Sektor "F" schon ausgebucht, kurze Zeit später alles andere auch. Bundesweite, europaweite, weltweite Hektik beim Kartenkauf, Gewusel an den PC´s, und ich mittendrin. Ganz toll! Nach Gemütlichkeit und klein und fein klingt das erstmal nicht.

 

Nuja, mal schauen...


 

 Bulli-Time. Viele kennen Viele. Unsere Kernzelle ist in wahrsten Sinne des Wortes über Jahre "gewachsen". Eine illustre Runde, jeder auf individuelle Art hochgradig vom VW Bus Fieber infiziert. Eine sternförmige Anfahrt aus diversen Ecken der Republik samt vorabendlichem Treffen am Campingplatz Paradiessee ist ein standesgemäß schöner Einstieg.

 

03.08., Aufbruch gen Wolfsburg,

Nieselregen bei der morgendlichen Abfahrt.

Wasser gefühlt von allen Seiten, und das reichlich.

 

 Ankunft WOB/Allerpark. Hier habe ich schon deutlich mehr Trubel erwartet. Doch relativ still ist es morgens gegen 9 Uhr noch. Und vorweggenommen; so sollte es dann auch bleiben. Sehr "chillig"...

Wir bekommen unser Armbändchen, eine Tasche mit sogenannten Giveaways, und eine Hand voll Instruktionen. Außerdem eine Instruktorin. Mit ihrer Unterstützung können wir dann einfahren dorthin, wo sonst  normalerweise gar keine Autos hin dürfen.

 

 

 

 

 

Sektor "F".

Wasser, Sandstrand, Promenade, Wiese, Bäume. Und wir mittendrin. Mehr geht nicht.

 Es gibt zwar nirgends mehr Wind und Sturmböen, wie in dem kleinen Streifen, auf dem wir stehen,

aber es ist ein richtig schönes Fleckchen dort.

Ganz ehrlich: Auf Sektor "A" zum Beispiel hätte ich keinen Tag durchgehalten.

 

 

 

Hawai...?

 

 

 

Kalifornien....?

 

 

 

Nö, Allerpark!!

 

 

 

 

 

In Gänze darstellbar sind solche Veranstaltungen fotographisch tatsächlich nie.

Jeder schaut aus seiner Stimmung heraus und sieht auf seine spezielle Weise durch den Sucher.

Alles so schön bunt hier!

Volkswagen, Citroen, Barkas...Völkerverständigung der einfachen Sorte.

 

 

 

 

Momente voller Stille,

die ganzheitlich erlebbar ist,

gibt es oft in den Bergen

und am Strand. Und reichlich davon auch

am BulliSummerFestival.

Sowas hatte ich nicht auf der Rechnung.

 

Wo sind denn eigentlich die ganzen

Classic Parts-Stühle hin gekommen?

 

 Selbst eine Bühne mit Equipment der Schallverstärkung kann Stille vermitteln, wenn alles paßt. Und es paßte.

 

Wasser, Sand, Livemusik, Love, Peace & Rock`n Roll.

Super entspannte Grundstimmung, und vielleicht noch ein Kaltgetränk dazu. Mehr muß nicht.

 

 

Auf der Bühne Martin Keen und Urban Beach. Faszinierend!

Und wir alle davor. Auch nicht schlecht.

 

 

 

Es spielt keine Rolle, ob die Bilder

in den 60ern, 70ern, 80ern oder heutzutage entstehen.


Denn in den Köpfen ist alles wie immer.                                                                                     Und die Busse sind es sowieso.

 

 

 

Bulli zu fahren entbindet vom Alltag. Keinem Fahrzeug gelingt leichter,

Fahrtwind und Freiheit in einer

so bekömmlichen Dosis bereitzustellen.

Das Gefühl, auf große Fahrt zu gehen,

vermittelt schon die kleinste Tour

ins nächste Dorf.

Wenn´s sein darf, täglich.

Dafür vonnöten ist tatsächlich bloß,

sich hineinzusetzen, und loszufahren.

 

 

 

 Oder eben auch nicht. Vielleicht doch nur reinsetzen. Oder zu denken, es zu tun, während man vor der Schiebetür rumschlawenzelt.

 

Egal was, es ist o.k. Der VW Bus ist ja da.

Fast wie ein guter Freund.

Einfach so.

 

 

 

Liegt es nun an Wasser und Sand, Sonne und Wind?

Oder woher kommt jene Gelassenheit, Lässigkeit und unverwechselbare Friedlichkeit,

die hier über allem liegt?

 

Und dann denke ich mir die ganzen Freaks samt VW Bullis weg,

und betrachte die Situation vor meinem geistigen Auge erneut.

 

 Düstere Vorstellung.

 Da bleibt plötzlich nicht mehr viel übrig. Keine Bullis und Bullifahrer, keine Leichtigkeit und gute Stimmung.

Nur schwarz-weiße Tristesse am Sandstrand. Und Wasser mit fahler Sonne drüber.

Alles ist plötzlich so, wie an 364 anderen Tagen im Allerpark auch.

 

 

 

 

 

 

 

Also mach´mal bitte

gerade jemand

schnell Licht an

und eine Schiebetür auf!

Das Geräusch wäre hier

jetzt echt die Rettung...

Was schreib´ich zum Schluß, sozusagen als Fazit?

 

Kritisiert wird ja doch meist schnell oder vorschnell,

und ich denke, die Organisationsgremien kennen die wenigen Stellen sowieso.

Ich möchte mich daher hier gerne an dem vielen  Positiven orientieren.

 

Die Location war sensationell gut, Preis-Leistung war einfach Spitze.

Die Mischung aus diversen Angeboten, Kulinarischem, Kunst&Kultur war völlig ok.

Dank an alle Organisatoren + Sponsoren!

 

BulliSummerFestival empfundener Maßen als Kurzurlaub hatte ich nicht erwartet,

aber so schön und erholsam war´s. Danke an jeden Einzelnen, der zum Summerfeeling beigetragen hat!

 

Und der Konvoi nach Hannover, ja, echt "abgefahren".

Sowas muß man erstmal hinbekommen!

Respekt und Dankeschön auch dafür!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rolling Home.


DT-Classics


 

 

 

Lauterbrunnental/Schweiz

19. - 31.07. 2017

 

 

Schöne Ausgangsfrage: Warum fährt man in die Schweiz? Gegenfrage: Warum eigentlich nicht?

In der Schweiz werden nicht nur Uhren von Weltruf hergestellt, sondern in der Schweiz ticken die Uhren auch angeblich anders. Jedenfalls erzählt man sich das. Wenn dies die Heil bringende Entdeckung der Langsamkeit ist, finde ich das durchaus reizvoll.

Würde man alle Berge der Schweiz wie mit einer Teigrolle glattwalzen, wäre die Schweiz wahrscheinlich sogar eins der flächengrößten Länder der Erde. Ja, es gibt unglaublich viele Berge dort. Und ich liebe die Berge, bin zugegebener Maßen viel zu selten dort. Aber es gibt auch noch weitere gute Gründe, es mit der Schweiz zu versuchen, und die sind eher praktischer Natur. Von meiner Haustür ist nämlich nach nur 630 Kilometern das Berner Oberland erreicht. Für die Strecke bis Zentralösterreich, Südtirol, oder gar zum Gardasee müßte ich nochmals gut 300 Kilometer dazu rechnen. Auch sowas kostet Energie, Zeit, Geld. Außer der Vignette von 37 Euro fällt also erstmal nichts zusätzlich ins Gewicht. Das ist verschmerzbar. Also los!

 

 

Ziel: Lauterbrunnental. Und da, ganz am Ende aller Befahrbarkeit,

liegt der Campingplatz Rütti Stechelberg.

 

 

 

 

 

 Außer den üblichen 7 Sachen (oder waren es eher 70?) haben wir die 2 Mountainbikes mit, sowie unseren genialen PETROMAX "Loki" Campingofen. Das Holz und die Holzbrikettes haben in wasserdichten Ortlieb-Seesäcken einen guten Platz in der praktischen Gepäckwanne des WESTFALIA-Klappdaches gefunden.                        

Desweiteren sind derbe Schuhe, Rucksack, und genügend Sonnenschutz für das Hochgebirge dabei. Und weil Schweiz eben Schweiz ist, findet sich im Bus eine große Alu-Box mit allen Lebensmitteln für 2 Wochen. Schweiz ist teuer. Daran gibt´s wenig zu rütteln. Und wir wollen, soweit eben möglich, nichts zukaufen, was zu vermeiden geht. Als "Hauswirtschaftsraum" für Lebensmittel, Regenbekleidung, Lauf-, Wander- und Bike-Schuhe, sowie allerlei im Bulli störender Krimskrams dient ein 2-Mann (oder Frau)--Zelt. Sowas entzerrt. Sylvia + Toni von Allmen, die den Campingplatz betreiben, bieten uns das sicher komfortabelste Eckchen des Platzes an.

 

 

Ende der Befahrbarkeit meint genau das. Hier ist mit dem Weiterfahren Schluß. Links liegt noch eine Auto-Garage (Werkstatt), die nur bei Bedarf öffnet, und ein großes Bauerhaus mit Ferienwohnungen. Rechts der letzte Gasthof, der per Fahrzeug erreichbar ist, und die Haltestelle vom Postauto. Damit meinen die Schweizer ihre große Busse, die aus Lauterbrunnen, Interlaken oder Grindelwald hierhin fahren, und auch nicht weiterfahren können. Wendepunkt. Ab jetzt sind Wanderschuhe unumgänglich, und die Akzeptanz stundenlanger Steigungen hilfreich.

 

 

Erste Schnupperrunde, Traditionelles und Kurioses findet sich auf Steinwurfweite am oder um den Campingplatz herum.

 

 

 

 

 

 Ich streife durch die Felder um Stechelberg, in der letzten Ecke finde ich eine kleine Halle, die scheinbar zur Energieaufbereitung des Ortes gehört. Das Geräusch, was nach draußen dringt, klingt nicht wie ein Generator der üblichen Art. Ich luge vorsichtig durch den Schlitz der angelehnten Tür. Ein Mitarbeiter nimmt gerade sein "Schätzchen" in Betrieb.

Top restauriert, kompromißlos original, läuft die alte BWM wie ein schweizer Uhrwerk, herrlich. Auch das ist die Schweiz. Und mit deutschen Fahrzeugen (BMW-Motorräder, VW-Bullis), ist man hier zulande gut angezogen. So jedenfalls mein Eindruck.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Regentage. Sowas gibt es. Selbst in der Schweiz. Das Lauterbrunnental, wie die gesamte Region,

ist für zwei Tage permanentem Starkregen und stark fallenden Temperaturen ausgesetzt.

Wir sitzen derweil im Bulli fest. Lesen, reden, bisschen Innenraumpflege, dösen, raus schauen, geduldig sein.

Die Berge ringsum liegen im Nebel...

...und wenn dann doch kurz die Wolkenbänder reißen, zeigen sich die Berge bis weit runter weiß. Es hat geschneit. Im Bulli brummt zuverlässig die alte Standheizung von Eberspächer, denn die Temperaturen, und es ist Juli,  liegen nachts nicht weit über dem Gefrierpunkt. Wenn überhaupt.

 

 

Wir haben beidseitig des Lauterbrunnentals eine Vielzahl von knackigen Touren gemacht, die in knapp 2 Wochen bei vorherrschenden Bedingungen möglich waren. Ein paar Eindrücke von einigen Hikes :

360 Grad-Ausblicke....

...vom Gipfel des Schilthorns (Piz Gloria)

 

Weit über die Umsteigestation der Seilbahn und das Lauterbrunnental hinweg reicht der Blick bis zum Eiger. Die Nordwand im Schatten, darunter grün der Sattel der kleinen Scheidegg, und noch ein Stückchen darunter die Bahnstation der Wengenalp.

 

 

 

 

 Der Abstieg aus den hohen Regionen

führt weiter unten über die scharfe Kante

runter nach Gimmelwald,

weiter dann bis Stechelberg.

Und der See ergiesst sich über die scharfe Kante hinunter ins Tal, als einer jener weit über 100 Wasserfälle, die das Lauterbrunnental prägen.

 

 

 

Bei der Wahl nicht steigeisenfester Schuhe zugunsten geringeren Gewichtes, gehe ich den Kompromiss ein, eben auch keinen Stein- und Geröllschutz am Schuh zu haben. Da bleiben Kampfspuren nicht aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Campingplatz zurück, streife ich ein bisschen umher und bin überrascht, wie dominant und vielfältig doch die Präsenz der Fahrzeuge aus dem Hause WESTFALIA ist.

                     Ford                                                                                                                     Fiat                                                                                                    Mercedes

                                      Mercedes                                                                                            Volkswagen                                            Und der Senior des Platzes: WESTFALIA "Madrid"

                                                                                                                                                                                                                      T2-Übergangsvariante der Modelle T2a und T2b

 

 

 

 

 

 

Aufstieg bis kurz unterhalb der Schmadri-Hütte, mit weiterem Verlauf am Oberhornsee vorbei. Anschließend wieder talabwärts zum Campingplatz zurück. Lange Tagestour.

Daraus läßt sich mit Übernachtung in hoch gelegenen Hütten oder Gasthöfen aber auch eine 1-2-Tagestour machen.

 

 

Pflanzen. Je höher, um so weniger, aber nicht weniger schön.

 

 

 

 

 

 

Alles zeigt sich alles in vollkommender Schönheit,

und das vor atemberaubender Kulisse.

 

Die folgenden Fotographien zeigen ausschnittsweise die Tour Lauterbrunnen-Wengen-Lauberhorn-Wengenalp-Kleine Scheidegg-Männlichen-Wengen.

 

Um nicht auch noch zu laufende 6 Kilometer von Stechelberg nach Lauterbrunnen hin und zurück an die Tour zu binden, sind wir per MTB nach Lauterbrunnen runter. Der freundliche Inhaber der Radvermietung dort hilft uns spontan beim Finden eines sicheren Platzes für die Räder. Er hängt sie einfach in seine Ausstellung! Einfach so...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Trotz Hochsaison und dem Feinsten, was Bergwelt bieten kann, sind uns in den Höhenregionen, wie auch im hinteren Lauterbrunnental selbst, nahezu nie großartig Menschen begegnet. Und die, die dort verweilen, sind Gleichgesinnte. Sie wandern, bergsteigen, und suchen alle dasselbe, was im Alltag schlicht abhanden kommt. Es ist still dort, ruhig, und weitaus weniger touristisch, wie man das vielleicht erwarten könnte. Mit jedem Schritt nach oben weiten sich Lunge, wie auch Herz, alles öffnet sich, und man sich selbst auch ein bisschen mehr, als das im Trubel der Restzeit des Jahres möglich wäre.

 

Die Schritte, oder besser gesagt, die Art zu gehen, verändert sich. Zuhause, in der Stadt, in Alltag und Beruf, da entscheiden wir, wie schnell und lange wir gehen oder rennen, um das Tagewerk zu  vollbringen, oder alles abzugrasen, was wir uns auferlegen. Aber hier, das wird das alles umgedreht. Vielleicht zu Beginn, am Fuße des Berges, haben wir noch unseren unrastigen Hetzschritt. Aber schon kurz danach wendet sich alles. Dann erhält der Gang eine demütige Weise. Der Berg gibt ihn vor, läßt sich nicht niederrennen, will bedacht sein. Bedächtig, in Gleichmäßigkeit und Stille, gelangt man höher und höher, und atmet samt der kristallklaren Bergluft auch die Würze des Lebens ein.

 

 

 

Abschlußtour ist schließlich noch der Aufstieg hoch von Stechelberg durchs Serfinental zum Tanzbödli.

Mit Blick vom Tanzbödli in die herrliche Welt der Hochalpen der Schweiz, und voller Eindrücke dieser erhabenen Landschaften

rund um das unter uns liegende Lauterbrunnental, nehmen wir Abschied.

 


 

Bullitreffen Oberweser / Weisse Hütte

15. - 18.06. 2017

 

Gut erinnern kann ich mich noch an die Zeit, in der es vor jeder Reise zu schauen galt, was eigentlich an Basisausrüstung für die Kinder in den Bus gehört, und was nicht. Erst wenn das alles geklärt und eingepackt war, machte ich mir über die restlichen, sprich, unsere Ladungen und die eigenen 7 Sachen Gedanken. 5 Personen mit Vorzelt, Sitzmöbeln, Räder, Spielzeug u.s.w. im Klappdach-T3, und das alles ohne Anhänger, ist eine anspruchsvolle Unternehmung. Es muß eine verzweifelte Form von Wunschdenken mobiler Harmonie sein, und hat letztendlich auch was von Bereitschaft für emotionales Harakiri. Erstaunlicherweise gelang das Überleben aber! Und dann, wenn der Berg an Gepäck eingeladen war, stiegen die Kids eines nach dem anderen hinten ein.

 

 

 

 

Lange ist es her.     

 

 

 

 

Die abgewetzten Kuscheltiere unterm Arm, nahmen sie wibbelig und reisefiebrig Platz in den für heutige Sicherheitsansprüche verwegenen Sitzschalen mit Beckengurt, unterstützt durch handgefertigte Sonderlösungen aus der Sperrholz-Ecke. Dafür käme ich heute mühelos ins Fernsehen, und nahtlos übergehend in Gewahrsam.

Nun ja, ihre damals noch kurzen Beinchen baumelten jedenfalls noch zwischen Sitzfläche und Boden, wippend im kinderfreundlichen Takt von Rolf Zuckowskis heilpädagogischen Kinderliedern, zu Karla Kolumnas Mörderquitsche, oder dem markanten Törrröööh jenes Elefanten, vor dem niemand verschont blieb. Und dann ging es endlich los.

 

 

 

 

                                                                                        Und doch nicht.


    2006, auf dem Weg zum Alfsee

 

Der T3 hat Aufwachsen und Erwachsenwerden geprägt, verbindet nach wie vor die Interessen und Vorlieben,

und auch die Art, wie wir überhaupt unterwegs sein wollen. Es ist die unbesprochene Selbstverständlichkeit:

Wir reisen im besten Auto der Welt.

Unser diesmaliges Ziel: VW Bus Treffen in Oberweser, Campingplatz Weisse Hütte. So ganz auf Autobahnen verzichten gelingt diesmal nicht, dafür ist die Zeit schon bisschen knapp. Also, roll on..!

 

 

 Eingebettet in Wiesen, Felder und Baumgruppen liegt unweit des Campingplatzes Weisse Hütte der Ortsteil Gottstreu. Ebenso, wie im nahe gelegenen Ort Gewissenruh, zeugt auch dieser Ortsname von der Gründung eines Dorfes, in dem religiös gesonnene Menschen zur Zeit der waldensischen Fluchtbewegung um 1722 dank des Landgrafen Carl von Hessen-Kassel eine neue Heimat fanden.

 Der staatlich anerkannte Erholungsort im Wesertal bietet Einwohnern und Gästen gleichermaßen Ruhe, Erholung, und Beschaulichkeit. Das Leben verläuft hier spürbar entschleunigt in der wundervollen Umgebung zwischen Reinhardswald und Weserlauf.


 Ralf, der Chef vom Platz empfängt seine Bulli-Gäste wie jedes Jahr

mit frisch geräucherten Forellen.

Ein Bier dazu-Genuss pur!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein paar Eindrücke vom Bulli-Treffen:

 

 

Eine Kuriosität am Platz ist ein knapp 50 Jahre alter HANOMAG, der so manchem Bulli die Show stielt.

 

 

Wer hat eigentlich einen VW Bulli, und betritt ihn aufrecht und auf Füßen?

Selbst bei aufgeklapptem Dach finde ich mich oftmals auf Knien hockend im Fahrzeug.

Das ist typisch.

 

Eigentlich, ja eigentlich ist alles bereit für den ersten Abend.

Aber so wirklich beschaulich soll es dann erst nach dem Gewitter werden,

welches sich das Wesertal aufwärts auf uns zu bewegt,

und sich dann mit Macht über dem Platz austobt.

 

 

 

 

Abends, bei Feuerschein und Kerze kommt alles und jeder zur Ruhe.

Die Uhren ticken langsamer hier

auf diesem unhektischen,

naturbelassenen Platz.

 

Ich habe meine "HOYER" Jumbo mit.

Gitarre spielen, Musik machen überhaupt, ist überlebenswichtig. Ich kann mir mich selbst ohne dies kaum mehr vorstellen.

Wir haben unseren Song des Tages gefunden:

 

Come down off your throne

and leave your body alone - somebody must change


You are the reason

I've been waiting so long - somebody holds the key


Well, I'm near the end and I just ain't got the time
And I'm wasted and I can't find my way home

 

 

Come down on your own

and leave your body alone - somebody must change
You are the reason

I've been waiting all these years - somebody holds the key


Well, I'm near the end and I just ain't got the time
And I'm wasted and I can't find my way home

-Steve Winwood, 1969-

 

 

Menschen, Begebenheiten, Begegnungen, Freunde.

Erinnerungen, Erlebnisse, Erfahrungen, Erkenntnisse.

Gesichter, Gesten, Stimmen und Stimmungen.

 

Frontlenker! Herrlich!

Wer weiß, was ein Frontlenker ist?

Da steige ich ein,

nehme auf der Vorderachse Platz. (Aha-Frontlenker!)

Jede Fahrt im T3 ist was Besonderes.

Und jede Fahrt im Club Joker

ist sehr besonders.

Heimfahrt ist Teil des Ganzen.

Und während meine Hände

auf dem leicht narbigen Lenkrad ruhen,

legt Malte die vielleicht am meiste überhaupt im Bulli gespielte CD ein.   

 

                                                                                                                                                                                                Best of, THE POLICE.          

              

                                                                                     Mit der Rollei entsteht dann das letzte Foto dieser Tour.


Bad Harzburg, VW Bus Treffen an der Rennbahn

25.-28. Mai 2017

 

Es ist wirklich kaum zu glauben, aber der Sommer kommt hierzulande mittlerweile immer später. Dieses Jahr erscheint er so dermaßen spät, dass die Mitsommersonnenwende sozusagen schon kurz vor der Winschutzscheibe lauert, und man noch gar nicht zu Potte, sprich, zum Cruisen&Campen gekommen ist. Dieses Wochenende sah das tatsächlich anders aus. Der Stern brannte vom Himmel, die Langzeitprognosen top.

 

Feiertag am Donnerstag, Freitag Urlaub, und an der Galopprennbahn in Bad Harzburg wurde zum EUROPA-Treffen der VW-Bullis geladen. Was lag da näher, als durchzustarten?

 

 

 

 

Auf der Autobahn vor uns, der schöne Joker meines Freundes. Diese Situation ist wirklich sinnbildhafte Konstante. Wir kennen uns ewig, und mit VW Bussen gemeinsam reisen, ist eine echte Tradition. Der vorbei rauschende Porsche läßt mich müde grinsen. "Schlaf mal drin", denk´ ich. Tauschen? Niemals...

 

 

 

 

Einen T3 bis an die Grenzen zu beladen, ist mir weder vom Gewicht, noch vom Volumen her bislang gelungen, und schon überhaupt gar nicht unter Reisebedingungen für 1-2 Personen. Von daher packt es sich sehr entspannt.

Packen ist übrigens die totale Vorfreude, und somit ein nicht unwichtiger Teil des Ganzen. Die Vorbereitungen, Packliste studieren, das Verstauen, Einräumen, Kühlschrank vorkühlen, Gas und Wasser tanken, und, und, und... ich liebe diese kleinen, zur Gewohnheit gewordenen Rituale, bevor es auf Reise geht.


 Kurz geschorener, harter Rasen ist der für mich schönste Untergrund, um zu campen! Und die Galopprennbahn ist reichlich umgeben von diesem First-Class-Belag. Es wird bunt; die Busse tummeln sich mehr und mehr auf dem Gelände, und auch wir haben am Zaun ein schönes Plätzchen gefunden, vorbereitet von Freunden, die per VW T4 Dehler unterwegs sind.

 Die noch recht neue Errungenschaft in meinem Equipment ist ein Zeltofen von PETROMAX. Das Ding ist bei mir jetzt schon auf der Skala der Lieblingsbesitztümer ziemlich weit oben angekommen, denn es erfreut mit Wärme, Kochgelegenheit im Freien, und einem stilechten Aussehen. Außerdem macht sich der Effekt bemerkbar, den Feuer überhaupt auslöst.

 Es fördert eine urgemütliche Geselligkeit.

Jeder rückt ein bisschen näher, und ich habe den Eindruck, ich rück mir sogar selbst was näher. Wir sitzen drumrum, und nichts könnte schöner sein, während ohne Funken und Rauch zu hinterlassen, die Schwaden in 2 Meter Höhe davonziehen.


Eindrücke von einer Wanderung zur Eckertalsperre

Waldsterben im Harz; auf den nach Osten zugewandten Hängen sehen die Höhenlagen teils erschreckend aus. Die aktuellen Veröffentlichungen in Sachen selbstverlogener Automobiltechnik, fragwürdiger Umweltpolitik, echtem Feinstaub, großer Machtgier, und einem völlig irrem Plakettenwahnsinn zeigen jedoch deutlich, dass wir Oldtimerfahrer im Grunde genommen eine blitzsaubere Ökobilanz hinlegen, und wir Freaks die verkannten Saubermänner der Szene sind. Doch ich sehe schon die Schlagzeilen:

"Viele hundert Hippie-Busse brachten am vergangenen Wochenende

das Waldsterben im Harz richtig weit nach vorne.

Der Neuwagenschwindel wurde vorerst ad acta gelegt..."

 

Impressionen vom Bustreffen:

Zeiten wie diese machen mich meist immer ein wenig sentimental. Da ist alles so einfach, leicht, voller guter Eindrücke und Erlebnisse, von lieben Menschen umgeben, unbeschwert, völlig ohne Plan und Vorgabe, glücklich, zufrieden, dankbar.                                            

Mir scheint, dass diese Empfindungen der friedvollen Ursprünglichkeit unglaublich nahe kommen, mit der wir alle mal auf diesem Planeten angekommen sind.

Und was ist einladender, als die geöffnete Schiebetür eines VW Busses, aus der das Licht einer Kerze scheint? Wärme, Geborgenheit, ein Nest, ein Daheim. Ohne Mühen findet sich das kleine Paradies, in dem wir zuhause sind.

 

Rolling home...


Klassikertage Hattersheim

20. Mai 2017

Wash & Go! Zum ersten mal überhaupt möchte ich die Klassikertage in Hattersheim besuchen. Diese Veranstaltung soll sich angeblich gewaschen haben, von daher ist eine rückstandslos staubfreie Anreise Ehrensache. Ich begrinse mich auch immer selbst dabei, denn beim Wagenwaschen reinige ich mich selbst auch ein wenig. Hat so´n bisschen was vom therapeutischem Vorgang einer Psychohygiene.

Na, egal...ihr wißt, was ich meine.

 

 

Die Anfahrt von Siegen aus wähle ich größtenteils über Landstrassen. Zum einen mag ich das abwechslungsreiche Cruisen viel mehr, als auf eher öden Autobahnen zu fahren, denn nichts ist schöner, als den eigenen kleinen Gedanken hinterher hängend an einem frühen Morgen über Land zu fahren.

Und zum anderen werden alle 6-beinigen Flieger nicht ganz so sehr in den frisch gewaschenen Lack und die lupenreine Scheibe hinein massiert.

 

 

Das vermeintlich viele Wasser, das in Hattersheim nieder geht, ist Gott sei Dank kein unwetterartiger Regen, sondern Teil der schönen, einladenden Parkanlage, die für Young- und Oldtimer aller Marken und Sorten eine ausgesprochen angemessene Kulisse bietet.

Wow, ein ziemlich großes Oldtimertreffen, und ich bin tatsächlich der Einzige, der einen T3 im Gepäck hat!

Damit hatte ich selbst nicht wirklich gerechnet, und die Szene ist auch hier teilweise immer noch leicht bis mittelschwer irritiert.

"Oh, der Bulli hat tatsächlich auch schon H-Kennzeichen?"

So erstaunt klingende Fragen erreichen mich an diesem Samstag mehrfach.

Ich schaue mich erstmal um hier:

Das wirklich Auffallende ist für mich, wie super entspannt die Atmosphäre am gesamten Gelände ist. Klar, niemand braucht sich irgendwem umständlich erklären, denn hier haben alle dieselben Grundmuster, und Neid hat niemand nötig.

Alles in allem eine tolle Veranstaltung. Und wenn man dann auch noch davon ausgehen möchte, dass es nicht selbstverständlich sein muß, "einfach so" dies alles kostenlos nutzbar zur Verfügung gestellt zu bekommen, (kein Standgeld, kein Eintritt) ist es doppelt erwähnenswert, wie einmalig schön es dort ist. Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder, keine Frage.


Vogelsberg/Schottenring

08.-09. April 2017

 

Glück dem, der Zeit und Muse findet, und spontan genug ist, ein wirkliches warmes und sonniges Wochenende nutzen zu können. Ja, wir haben es getan! Treffen im Vogelsberg. Die erste "richtige" Fahrt für dieses Jahr ist es geworden. Der vorfreudige Enthusiasmus war demnach auch kaum noch steigerbar, bis es endlich losging.

 Morgens recht zeitig treffen Oliver und ich uns am Autobahnrastplatz. Dann geht es im Mini-Konvoi gen Süden. Der US-Vanagon ist tatsächlich ein "echter". Nach langen Jahren in den USA jetzt die Erstzulassung hier in Deutschland, und standesgemäß ausgestattet mit WBX GW, 1.9er Kat, mit Automatikgetriebe versehen. Fahren tut sowas übrigens recht charmant.

Für mich ist es mittlerweile ein spassiger Gedanke, mir vorzustellen, an wie vielen (oder wenigen) Stellen in Deutschland zur selben Zeit zwei oder mehrere schöne T3´s zusammen unterwegs sind.

 Alltagsprägend ist das schon lange nicht mehr. Und auch die Fahrer der glattgelutschten Neuwagen, die den Rastplatz erreichen oder verlassen, schauen interessiert und wehmütig zugleich zu uns herüber.

 

Etwa zur gleichen Zeit macht sich Jürgen von noch weiter südlich auf den Weg gen Vogelsberg. Ob aus der fetten Soundmaschine im Inneren die Beach Boys klingen, Jack Johnson, Bob Marley, es ist in jedem Fall gut.


Sein Bus ist im "American Style" anzusiedeln, wenn auch völlig anders, als der Vanagon.
Hier ist das beschwingte Surfer-Leben unter Kaliforniens Sonne auf besonders gelungene Weise spürbar.

 

 

 Campingplatz Nieder Mooser See. Völlig verschlafen hängt der gesamte Platz noch in der Winterstarre. Hier bewegt sich nichts. Wir sind scheinbar mit die ersten Gäste überhaupt für dieses Jahr, und werden quasi per Handschlag begrüßt.

Obwohl nun niemand außer uns da zu sein scheint, steht dennoch Mittagsruhe samt Fahrverbot an. Wir nutzen das zum Platzaussuchen, Kaffee kochen, und einem erstem "Hallo.."

 Ziel einer feinen Ausfahrt soll der Schottenring sein, vorher gilt es aber, die Tanks zu fluten. Egal, wo wir herfahren, stehen bleiben, tanken, es ist sofort 80er Jahre-Feeling. Bei uns sowieso. Aber auch bei denen, die zum Beispiel an der Tanke die Samstagnachmittags-Lethargie eines verschlafenen Örtchens am Lande bekämpfen. High-Noon-Flair bei AVIA.

 

 

 

Der Schottenring, eine "eigentlich"

aus normalen Landstrassen

zusammengesetzte Rennstrecke,

bietet spiegelblanken Strassenbelag,

und teilweise dramatisch-schöne Aussichtspunkte. 

Hier, am höchsten  von allen,

haben wir es länger ausgehalten.

Photoshooting US-Vanagon

 Es macht Laune, und begeistert mich völlig, diese Unterschiedlichkeit der Fahrzeuge! Kein Einheits-Schema, jedes in seinem Konzept dem entsprechend, wofür es genutzt werden soll. Wie Dr. Watson (oder war es der andere...?) umschleichen wir die drei Autos, immer auf der Suche nach neuen Details und Besonderheiten, die noch unentdeckt sind. Viele sind es nicht.

 

 Zeitgenössische Begegnung auf der Strecke ist am Schottenring keine Seltenheit. Überall sieht man Youngtimer, die einen vergessen lassen, was gerade die Gegenwart ist. Man hat das Gefühl, in der Zeit unterwegs zu sein, die den Automobilen entspricht, in denen wir sitzen. Ich bin ein Kind der 80er...yeah! Alles und jeder begegnet sich grinsend. Eigentlich ein sehr friedensstiftender Umstand. Aggressiv sein und Oldtimer fahren schließt sich wohl von selbst aus.

 Zurück am See. Kein Lüftchen, kein Wellenschlag,. Die Ruhe des einschwingenden Abends nimmt uns auf. Und da sind sie, die Momente, die Salz in der Suppe der Zeit sind. Eigentlich sind unserer Busse Medium. Medium für Begegnungen, Medium für Erlebnisse, Medium für Emotionen, Tapetenwechsel auf 4 Rädern.


 Zurück am See. Kein Lüftchen, kein Wellenschlag,. Die Ruhe des einschwingenden Abends nimmt uns auf. Und da sind sie, die Momente, die Salz in der Suppe der Zeit sind. Eigentlich sind unserer Busse Medium. Medium für Begegnungen, Medium für Erlebnisse, Medium für Emotionen, Tapetenwechsel auf 4 Rädern.

 

Der fast schon passend kalifornische "sundown" bringt in Perfektion Licht und Stimmung in den endenden Tag.

Sonntagmorgen, alles verstaut, Rolling Home...