It` s Showtime!

 

 

Die Vielfalt von außergewöhnlichen, klassischen Fahrzeugen ist nicht minder bunt und interessant,

wie die der Menschen, die sich hinter diesen Automobilen verbergen,

oder besser gesagt, die diese Fahrzeuge "bewegen".

 

DT-Classics schließt daher die Kluft zwischen Biographien und "Auto"biographien,

und es darf sich hier all´ das zeigen, was sich markenübergreifend

hinter den Begriffen Klassiker, Youngtimer, oder Oldtimer wiederfindet.

 

Viel Freude beim Lesen und Anschauen!

 



OLDSMOBILE 88 Four-Door-"SEDAN"

Olaf Klein

 


11 Kommentare //

 

 Wer neuzeitliche Automobile aus einem einzigen Herstellungszeitraum vergleicht, wird einförmige, charakterlose Fahrzeuge finden, die sich oftmals nur durch bestimmte Platzierungen in der Pannenstatistik unterscheiden, oder ausschließlich durch die Markenembleme der Hersteller. Das sah 1956 noch gänzlich anders aus.

In Deutschland fuhren Kleinstwagen herum, die Karosse zusammengepresst aus Leukoplast, in die BMW Isetta gelangte man durch abenteuerliches Wegschwenken der Frontpartie, muntere Zweitakter trieben teils sportliche Flitzer an, das Volk fuhr Käfer, Bulli T1, oder HANOMAG. Und wer damals schon nicht wußte, wohin mit seiner Kohle, konnte sie trefflich im unverwechselbaren MERCEDES 300 SL versenken.

 OPEL ent-amerikanisierte währendessen sein Flagschiff. Der ´56er Kapitän wirkte gegenüber seinen Vorgängern schlichter und europäischer, wenngleich immer noch pro-amerikanisch mit einem immerhin 2,5-Liter Motor ausgestattet. Doch selbst der maß nur knapp die Hälfte zu dem, was das Aggregat zu bieten hat, welches diesen ´56er SHOWTIMER befeuert. Der zählt mit seinen 5,3 Litern Hubraum längst noch nicht zu den größten "Big Blocks". Aber abgesehen davon, besitzt dieser Sedan viel, viel mehr, als nur einen großen Motor, und ich freue mich sehr darüber, den freundlichen Riesen samt seinem Besitzer für diesen SHOWTIMER gewonnen zu haben.

 

  Bevor dieser Blechriese über Umwege nach Brandenburg, und anschließend nach Westfalen gelangt, wird er in seinem ersten Way of Life auf den Landstraßen rund um Kenosha am Lake Michigan chauffiert. Das liegt im US-Bundesstaat Wisconsin. Zum Verständnis, der Lake Michigan alleine ist knapp 25% größer, als die komplette Schweiz. Wer weiß, ob der Eighty-Eight dort jemals komplett herum gefahren ist. Anscheinend ist in den USA alles größer. Warum also nicht auch die Seen und die Autos.

 

 Olaf Klein ist Petrolhead. Er liebt den Rock´n Roll, die 50er, und "American Graffiti". Und er steht total auf Ami-Schlitten, die so herrlich knurren, und stilvoll Blech gewordenes Lebensgefühl der USA versprühen. Natürlich das Lebensgefühl der 50er Jahre. Sein Ami-Schlitten ist ein 1956er OLDSMOBILE 88 -four door- "Sedan".

 

 Frei! Olaf Klein und sein ´56er Eighty-Eight-Sedan.

 

 Der 56er OLDSMOBILE "Sedan" spiegelt in seiner Form und Farbgebung bestens wieder, wie romantisch und pastellfarben dieses 1950er Jahrzehnt ist. Als ich mich mit Olaf zum Fototermin + Auto angucken treffe, dringt Rock´n Roll aus den Kugellautsprechern im Heck. Jau, so ist das gewesen in den 50ern. Die Röcke wurden kürzer, die Musik lauter, die Autos größer und verwegener. Und neben dem wohlriechenden Pflegeöl, das Pomade heißt, und das man sich mit allen 10 Fingern kammartig von vorne nach hinten in die ungangepasste Frisur streicht, ist da auch plötzlich dieses elektrisierende, sauleckere, tiefschwarze Erfrischungsgetränk, das anscheinend jeder trinken mag.

 

 Die 50er Jahre stehen für Aufbruchstimmung und das Abfeiern vom Anderssein. Nicht nur in den USA, auch hier. In Stoffhose mit Bügelfalte, abends zusammen mit dern Eltern am Nierentisch zu sitzen und Hans Albers hören, bringt es einfach nicht mehr. Die neue Welt trägt Röhren-Jeans, Lederjacken mit Nieten, lungert mit wuscheligen Haaren in belebten Seitengassen herum, fährt halbstark schnelle Mopeds, raucht, trinkt Alkohol, und extrahiert das Gefühl unendlicher Freiheit. Ja, genau diese Freiheit! Sie geht auf revolutionäre Art einher mit dem American Way Of Life.

 

 Ehrfürchtig schaue ich in diese rollenden Kathedrale, und der Blick fällt auf die vielen großen und kleinen Details, die alle Ergebnisse sind von dem Anspruch, in ihnen Ästhetik und Nutzen für die Ewigkeit anzulegen. Verspielt, dekadent, und schön zugleich, sind alle die Chromschalter und -knöpfe, die sich neben dem zentral gesetzten Tachometer anordnen. Im Anschluß daran findet sich eine herrlich nach innen gewölbte Chromgitterleiste, die vom passend ausgeführten Autoradio nur die Bedienknöpfe und Skala freigibt. Wo gerade kein Velour oder Leder zu finden ist, findet sich auch kein Plastik. Metall, Chrom, Lack- fertig.

 

 

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 Dort, wo jeder Neuwagenbesitzer intuitiv den Scheibenwischer betätigen, reckt sich aus dem ultralangen Lenkstock des US-Boliden ähnlich dimensioniert der schmale Wählhebel der Schalt- Automatik in die Luft.

 

Typisch für die Autos der 50er, entwickelt der Zeitgeist dies- & jenseits des großen Teichs dünne Hupenringe in Chrom, und eben diese großen, weißen Lenkräder. In Verbindung mit dem hellblau des Interieurs und dem endlos weiten Innenraum, sind Ocean & Heaven nicht mehr weit weg.

 

 

 

 

 

Die passend zum Innenraum

weiß-blau gefärbten Kugellautsprecher,

die wie Kometen aus einem alten Comic

auf der Hutablage stehen, könnten die Epoche

nicht trefflicher wiederspiegeln.

 

 

 

 Immer noch läuft Rock´n Roll, nur etwas leiser. Wir haben die Stadt längst hinter uns gelassen. Bei leichtem Regen und dementsprechend nassbuntem Laub verschmilzt der 6-sitzige Amerikaner mit der Landschaft. Kein Zweifel, wir cruisen die Country Roads von Wisconsin! Das Fenster auf, die Ellenbogen draußen, doch das ist nicht unangenehm. Noch ist es warm hier an den großen Seen und in den weiten Wäldern des Westens, während wir einem entschwindenden Indian Summer hinterherfahren.

 

Geeignet für endlos lange, und nicht minder breite Highways, kommt mir der OLDSMOBILE

auf den kleinen Sträßchen noch größer vor, als er sowieso schon ist.

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 Vor meinen Augen lebt gutes, altes Kino plötzlich neu auf. Da sind die typischen Technicolor-Farben der 50er, ruhige Kameraführung, wenige Schnitte eines Films von gestern. Geschichten erhalten ihre Zeit, gehört und verstanden zu werden. Sie wehen genauso leicht und langsam durch die Luft, wie hier das bunte Herbstlaub. Ein ganzes Leben spiegelt sich in einer einzigen Pfütze.

 

Somewhere, USA.

 Man erinnert sich vage an die schaukelnden, in Federn und Lederriemen aufgehangenen Kinderwagen mit Speichenräder der 50er und 60er Jahre. Zumindest alle Ü-50 Leser*innen werden nun eine aufkeimende Ahnung dazu haben, wie das typisch rüttelfreie Federfahrverhalten der amerikanischen Großlimousinen aus dieser Zeit geartet ist.

 

 Dass so mancher Sportwagenfahrer hier seine Plomben verliert, während dieses 66 Jahre alte Fahrwerk, dank seiner federweichen Dynamik einer Segeljacht, sämtliche Löcher und Buckel unserer miesen Straßen wegbügelt, ist fast schon so etwas, wie automobile Ironie des Schicksals.

 

 Bei gefühlvollem Tritt auf das schmale, lange Gaspedal scheinen sich die mäßigen Motorumdrehungen kraftvoll aber sanft durch das komplette Dickschiff zu schrauben, das sich souverän in Bewegung setzt. Die 1,8 Tonnen des OLDSMOBILE geraten in Galopp, und es ist mit allen Sinnen spürbar, was die 5,3 Liter Hubraum, gepaart mit gut 230 Pferden könnten, wenn sie denn wollten.

 

 Hinten, am ausufernden Ende dieses Blechgebirges, finden sich jene nicht enden wollenden Karosserie-Raketen, Symbole amerikanischer Automobilgeschichte - Heckflossen, yeah! Stilistisch adaptiert aus dem Flugzeugbau, protzig, pubertär, frech, sinnlos, überdimensioniert, weisen sie dem ´56er OLDSMOBILE die entsprechende Ära unmissverständlich zu. So, als solle es einfach nicht aufhören, ragen sie über das eigentlich schon genügend große Heck hinaus.

 Es gab sie sicher kleiner, und es gab sie deutlich größer. Irgendwo angesiedelt zwischen den edel wirkenden Peilstegen eines MERCEDES 220, und dem in Form gebrachten Größenwahn eines CADILLAC "Eldorado", liegt deren Lässigkeit einer opulenten Verschwendung bei Fahrzeugen wie diesem.

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 Beim OLDSMOBILE haben die Konstrukteure eine tolle Rundumsicht geschaffen. Die riesigen, teils gewölbten Scheiben machen selbst bei diesen raumschiffartigen Abmessungen so etwas wie Rückfahrkameras und Abstandswarner überflüssig. Und abgesehen vom Nützlichen, wurde massenhaft Herzblut ins formgewaltige Blechkleid gegossen. Auch ohne die heutigen Fortschritte beim Insassenschutz zu unterschlagen, und auch ohne die Vergangenheit zu verherrlichen: Das Ding macht in seiner pompös-verspielten Dimension einfach Laune!

 

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"...Die Erfüllung liegt im Tun, nicht im Ergebnis..."
                                                      -James Dean-

 


 

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 Starrachsen, ein weiches Fahrwerk, literweise Hubraum, und eine richtig lange Karosse obendrauf, fertig ist die verrufene, legendäre Straßenlage eines US-Cruisers. Permanente Lenkeinschläge von Viertelumdrehungen nach links und rechts, und das auf schnurgeraden Straßen, dienen in dem Fall nicht dem Lenken an sich, sondern dem Versuch, ab 80Km/h aufwärts so etwas wie Geradeauslauf zu gewährleisten. Schnelleres Gleiten wie auf Wolken in dieser chromgezackten Blechsänfte will halt gekonnt sein.

 

 

 Ein bisschen Detroit ist auch in Michigan.

 

 

 

 

Die durchaus vorhandenen Stellen,

die vom Zahn der Zeit

etwas umfangreicher angenagt wurden, als dass sie noch

Patina genannt werden könnten,

lassen zwar Erhaltungsaufwände erahnen, nehmen dem Klassiker

aber nicht seinen Charme.

Männerzeit!

 

 

 

 Wenn Marlon Brando und James Dean

die geliebten Bad Boys der 50er Jahre waren,

sind die würdigen Nachfolger längst am Start.

 

 Olaf und Levi,

Vater und Sohn,

ja sicher, und auch Elvis lebt!

 

 Vieles ist zukünftig denkbar und möglich,

und so manches wird noch passieren.

 

 Eines aber wird wohl nicht geschehen,

nämlich, das sich diese beiden Petrolheads

per Smartphone ein fahrerloses Taxi herbeirufen, und der augenlosen Intelligenz an Bord

ihr Fahrziel eintrichtern.

 

 

 

A Twingo is definitely out. Große Geschichten, große Momente, große Autos, große Jungs. That´s it....

 

 Die Sonne senkt sich vielleicht gerade jetzt in den Lake Michigan, es wird Abend in Kenosha. Hier, in den hintersten Gassen der Stadt bekommt der Straßenkreuzer seine Bühne. Dezent, ohne Anmoderation und Publikum, weht der Geist von Audrey Hepburn und Humphrey Bogart den Sideway entlang. Ich sehe förmlich, wie die beiden Stars in sentimentaler Melange aus Fabrikfassaden und dem Licht einer Straßenlaterne eine Zigarette rauchen, stumme Blicke tauschen, oder auch mehr.

 

 Und ich sehe die beiden Petrolheads, wie sie die Stunde geniessen. Leise, lachend, ohne viel Worte. Es ist eine große Kunst, aus einer automobilen Besonderheit, wie diesem Four-Dour-Sedan, keinen rollenden Altar, sondern einen Zeitmaschine werden zu lassen. Eine, die Bedeutsamkeiten aller Dekaden einsammelt, und in der Gegenwart ablegt. Und da sind sie nun.

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 Obwohl erst etliche Jahre später zu hören, schwingen mir beim Belichten der Szenen die Songs der Beach Boys durch die Sinne. Chronologisch korrekter hingegen wäre ganz klar Bill Haley´s Rock Around The Clock. Diese Musik gewordene Unmoral rauscht ab 1954 durch den Äther, verzückt eine ganze Generation, und hinterlässt die Älteren in Furcht und Schrecken. Die Zeitungen berichten ohne Unterlass von der "Hymne des Teenage-Terrors". Doch es ist nicht aufzuhalten, lebt weiter, hat Bestand.

 

 All´ das sehe und spüre ich hier, während von väterlichem Zuspruch garniert, Levi die Heckflosse reitet. Es könnte allerdings auch sein, Levi erfährt gerade die neuesten Neuigkeiten. Dad hat nämlich noch ein Rendez-Vous! Oder anders gesagt, es könnt sein, das eins draus wird.

 

 

 Die 50er Jahre stehen für eine Welt, über deren hellem Himmel keine Gendersterchen leuchten. Kaum denkbar, aber auch das prägt diese poetische, knorrige und wilde Zeit vielleicht positiver, als heutzutage dargestellt. Die Umstände und Aufwände der 50er Jahre sind nicht schlechter. Sie sind halt anders. Und die Sternchen dieser Zeit haben schwarze Blusen mit weißen Punkten, tragen Lederjacken, und den Kopf erhoben.

 

 Zusammen mit jungen Ladies einfach ausgehen in den 50er geht nicht. Jedenfalls nicht einfach so. Was bleibt, ist, mit einem möglichst coolen Auto möglichst lässig vorm Haus so lange hin und her zu fahren, bis SIE es merken möchte. Und zwar merken möchte, bevor es ihre Eltern merken möchten. Mädels der 50er bekommt man(n) nicht per Maus-Click. Da darf´s gerne schon etwas mehr sein. Zum Beispiel das sanfte Klirren der dünnen Fensterscheiben im Wummern eines vorbeifahrenden V8, und dazu Johnny Cash auf´s gespitzte Mittelohr.

 

 

"...I keep a close watch on this heart of mine.
I keep my eyes wide open all the time.
I keep the ends out for the tie that binds.
Because you′re mine, I walk the line.


You've got a way to keep me on your side.
You give me cause for love that I can′t hide.
For you I know I'd even try to turn the tide.
Because you′re mine, I walk the line..."

 

- Johnny Cash -

 

 

 Ein Blick aus dem Fenster runter auf die Straße, ein verstohlener Wink, Petticoat und Wuschelhaar, und dazu ein Lächeln. Die Straße ist lang und leer. Hinten, kurz vor der Hauptstrasse läßt sich der Straßenkreuzer wenden. Letzte Runde? However, für einen einzigen Kuss bis zum Mond und zurück, oder nur einmal um Lake Michigan...

 

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 Mir tun alle die ein bisschen leid, die diese saugeile Zeit verpasst haben, und sich stattdessen heute von einem Algorithmus den Partner/die Partnerin vermitteln lassen. Wer bitte, kommt auf so Ideen? Jedenfalls keiner, der einen ´56er OLDSMOBILE 88 fährt. Dann lieber damit ein paar Stunden auf den Straßen der Liebe verbracht, mit Benzingeruch, Herzklopfen, Ben E. King, und dem gespannten Hoffen, das es gelingen möge.

 

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 "...No, I won't be afraid
Oh, I won't be afraid
Just as long as you stand, stand by me..."

"...When the night has come
And the land is dark
And the moon is the only light we'll see..."
  "...So darling, darling, stand by me,
oh stand by me                                                   
- Ben E. King -

 


Bei entsprechend riesiger Motorhaube ist darunter so viel Platz, dass man tatsächlich auch einen V8-Boliden als klein empfindet. Einzig der UFO-artige Chromdeckel des Luftfilters läßt erahnen, wie groß der Zentralvergaser sein wird, und dementsprechend der weiter unten liegende Motorblock.

 

 Weder ein Leistung vorgaukelndes Soundpaket, noch ein häßlich furzender Klappenauspuff produzieren so stimmige Klänge, wie sie dieser V8 zu erzeugen in der Lage ist.

 

Dessen brabbeliger, tiefer Klang bollert vorne aus dem großvolumigen Gewölbe heraus, rollt dann wie ein fernes Alpengewitter unter dem langen Wagenboden entlang, und dringt ohrenschmeichelnd unter der üppigen Chromstoßstange aus dem Endrohr zutage. Groß klingt genau so. Groß..!

 

 

 50er Jahre, hin oder her - Es soll tatsächlich Zeiten geben, in denen man selbst einen 8-Zylinder kaum mehr wahrnimmt. Nämlich dann, wenn Zündzeitpunkt und Funkenflug passen, schlägt im freudigen Kammerflimmern nur noch der eigene Puls im Ohr.

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                                    "...When I want you in my arms

                                            When I want you, and all your charms
                                               Whenever I want you, all I have to do, is dream..."

                                                                                                                                                               - Everly Brothers -

 

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Nicht, dass die für 3 Personen ausreichende XXL-Sitzbank nicht schon Platz genug böte. Auch der üppige, schluchtenartige Fußraum wird galanter Weise nicht durch eine ritterburggroße Konsole, oder einen Schaltstock im Ledersack unterbrochen.


 

 Man verliert sich im Fond,

denn auch vor der Rückbank

ist das möglich.

 

 Wuff!

 

Endlose,

amerikanische Weiten,

wohin das Auge nur schaut.

 

 Und hinten

diese Panorama-Scheibe,

durch die das Licht

eines ganzen Universums

ins Fahrzeuginnere

zu gelangen scheint.

 

 

 

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 Mir ist urplötzlich klar, worin der eigentliche Grund seinen Ursprung haben mag, dass in den 50er Jahren Automobile so oppulent groß wurden. Wer kleine Zimmer hat und dünne Wände, braucht einfach ein Refugium. Eines, das unerschütterlich Vertrauen schenkt, das dorthin gelenkt werden will, wo Ungestörtheit niemanden stört, und in dem es vorzugsweise eines gibt - Genügend Platz.

 

Big Love, big Cars

 

 Der ´56er Four-Door-Sedan ist ein mechanisches, wie auch optisches Kunstwerk. Von Menschen erdacht für solche, die das genau so zu schätzen wissen. Für Leute, die in eine Zukunft schauen, die sich im Wissen um die guten, alten Zeiten einfach besser lebt. Der Eighty-Eight mag für ein Glück stehen, das dem Fahrzeug entspricht. Groß, ehrlich, analog, nachvollziehbar, und vor allem - unkompliziert und einfach!

 

 Mindestens so lang wie der Eighty-Eight ist der Tag, der sich nun entgültig in die Nacht begibt. Ich schaue Nadine und Olaf noch zu, wie sie im OLDSMOBILE unter der Brücke hindurch, und anschließend auf den Highway fahren. Mich machen solche Momente immer völlig sentimental. Mit Blick auf so einen Klassiker wird die Zeit lebendig, aus der er stammt, und mit ihr die Zeit, die gerade ist.

 

 Schon der Tag heute atmet den Spirit der 50er, und durch die Musik, die Klamotten, und auch, wie Nadine und Olaf sich und diese Zeit abfeiern, werden Werte belebt, die heutzutage immer schwerer zu finden sind. Und dann gleiten sie dahin. Der V8 erhöht die Frequenz, ich spüre förmlich, wie die Luft schwirrt, und dann entfernt er sich den Highway entlang.

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 Längst ist es still, die Dunkelheit nimmt alles ein, ich stehe noch gedankenverloren auf der Brücke am Highway. Etliche Bilder des Tages schwirren mir durch die Sinne, zurück bleiben Momente, die bleiben werden. Was ganz sicher auch bleibt, ist die Erkenntnis, etwas Wunderbares erlebt haben zu dürfen. Menschen in ihrer Geschichte zu begleiten, ihnen mit Kamera folgen, und dann gemeinsam hinein in sehr persönliche Augenblicke eintauchen zu dürfen, ist ein unermesslich großes Geschenk. Was bleibt, sind sind genau diese Erinnerungen, die uns bleiben werden.

 

 

Achtung!!

 

Für alle Freunde von Schwarz/Weiß-Fotografien

hier die besten Belichtungen als Bonus-Video-Show

nochmals in monochrom!!

 

 

 Es ist etwas Wunderbares, wenn solche automobilen Klassiker nicht zum Fetisch, sondern zum Indikator werden. Nadine und Olaf haben mir das in seiner Bedeutung auch ohne Worte nochmal sehr verdeutlicht. Es geht nicht darum, sich mittels eines großen Autos selbst zu vergrößern. Vielmehr geht es ausschließlich darum, es zum Medium zu machen für etwas Großes, das nur darauf wartet, entdeckt zu werden.

 

Dazu wünsche ich Euch alles Gute!

 


Lieber Olaf,

 

wir haben uns kennengelernt zu einer Zeit, in der wir niemals auf die Idee gekommen wären, uns Jahre später auf eine so schöne Art zu bereichern, wie das jetzt im Zusammenhang mit unserer Liebe zu altem Blech, Oldtimer und Showtimer hat werden dürfen. Wenn es tatsächlich sein sollte, dass das ohne unsere Klassiker so nie geschehen wäre, ist alleine das ein Grund, der besser kaum sein könnte.

 

 

 

Wir haben es diesmal ziemlich ausgereizt. 3 Fototage, dein Sohn Levi, Nadine & Du, und es war mir wirklich eine Ehre, euch wunderbaren Menschen samt des ´56er Traumwagens für diesen SHOWTIMER gewinnen zu dürfen. Es ist mehr als ein  Hochgenuss, mit euch zu arbeiten. Für eure tolle Art, und das große Vertrauen, das Ihr mir schenkt, bedanke ich mich von Herzen!

 

Dirk Trampedach

 



2022 © DT-Classics


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Kommentare: 12
  • #1

    Rolf Hollstein (Donnerstag, 27 Oktober 2022 13:10)

    Wieder eine einmalige Geschichte um ein auch schon über 60 Jahre altes Auto. Sollte das Pärchen tatsächlich real sein, also keine Models, beglückwünsche ich die Beiden auf diesem Wege dazu, von Ihnen fotografiert worden zu sein. Ich finde die Fotos stimmungsvoll und wunderbar gelungen.
    LG

  • #2

    Dirk von DT-Classics (Donnerstag, 27 Oktober 2022 17:25)

    Lieber Herr Hollstein,

    danke sehr für ihre Zeilen, und ja, es ist alles real.. ;-)

  • #3

    Olaf Eberhard Klein (Freitag, 28 Oktober 2022 08:53)

    Hallo Herr Holstein,

    hier schreibt eins der “Models“. Ich kann das nur bestätigen, wir sind zum Glück ein reales Pärchen, und ich danke Ihnen für die Glückwünsche, den es ist genau das, nämlich Glück. Glück jemanden wie Herrn Trampedach in seinem näheren Umfeld zu wissen, der mit so viel Tiefe und Talent gesegnet ist, dass er solche Geschichten erzählen und bildlich festhalten kann. Meine Freundin und ich mögen uns selbst eigentlich gar nicht auf Fotos sehen, umso erstaunlicher ist der Umstand, dass die meisten Bilder von uns gar nicht gestellt sind, sondern diese Szenen einfach so ihren Lauf nahmen, aber dazu gehört tiefstes Vertrauen in denjenigen der hinter der Kamera steht. Da ich bei Dirk nicht Ersttäter bin (Showtimer-Beitrag WK-Bug), wusste ich um sein Einfühlungsvermögen und seine wunderbare Art, Stimmungen und Emotionen einfangen und weitergeben zu können. Bei seinen Showtimern geht es eben nicht um totes Blech oder nüchterne technische Daten, sondern um das große Ganze mit den Menschen dahinter und das am eigenen Leib und der eigenen Karosse zu erleben, ist eine Erfahrung die zu machen ich jedem nur ans Herz legen kann, denn das sind bleibende Werte….

    Liebe Grüße,

    Olaf Eberhard Klein

  • #4

    Börne (Freitag, 28 Oktober 2022 09:30)

    Fettes Blech, geiler Artikel! Seit "Straßen von San Francisco" fahre ich voll ab auf die Ami Schlitten. Wer's nicht besser weiß, glaubt ja fast, die sahne Fotos wären echt in USA gemacht. Und es begeistert, was sich hier mittlerweile "rund um den VW Bus T3" alles findet. Bitte weiter so, Börne

  • #5

    Falk (Freitag, 28 Oktober 2022 13:51)

    Alle Achtung, das ist aber echt gelungen, Showtimer ist meine Lieblingsrubrik. Klasse sind sie alle, aber ich finde die letzten 2-3 wirklich upper class, und unbedingt der hier. Danke für dieses unvergleichliche Format Showtimer, und weiterhin ein so gutes Händchen dabei.
    MfG, Falk

  • #6

    Dirk von DT-Classics (Freitag, 28 Oktober 2022 16:08)

    Lieber Olaf,

    danke dafür, und gut, dass ich sitze... ;-)
    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Lieber Börne, Falk,

    über so Rückmeldungen freue ich mich ohne Ende, vielen lieben Dank dafür!

    Herzlichst, Dirk

  • #7

    St. Bender (Samstag, 29 Oktober 2022 11:19)

    Hallo, sehr schöner Artikel! Das meiste ist ja schon gesagt, mir gefallen die Vater-Sohn-Fotos richtig gut.
    Das Foto "Somewhere, USA", mit dem unbefestigten Platz, dem Strommast, und der grandiosen Spiegelung, ist meinem Geschmack nach das amerikanischste Bild der ganzen Serie. Ganz große Klasse.

    Liebe Grüße!

  • #8

    Adrian Heina (Montag, 31 Oktober 2022 10:18)

    Phantastischer Beitrag in Wort und Bild. MEEEGA! Du hast den richtigen Blick dafür! Grosses Kino - vielen Dank!

  • #9

    Dirk von DT-Classics (Montag, 31 Oktober 2022 15:06)

    Hallo St. Bender,

    schön zu lesen, dass das "Amerika" in einigen Fotos
    wirklich erkennbar geworden ist, danke vielmals dafür!

    LG, Dirk Trampedach

  • #10

    Dirk von DT-Classics (Montag, 31 Oktober 2022 15:08)

    Lieber Adrian,

    zu danken habe ich! Es ehrt + freut mich sehr, dich in Form solcher Kommentare
    hier immer wieder als Gast und Freund zu finden.

    Herzlichst, Dirk

  • #11

    Mainsurfer (Montag, 07 November 2022 20:29)

    Hallo, ich bin noch nicht sehr lange hier in den vielen tollen Artikeln unterwegs, aber die Webseite ist schon gespeichert. Alleine die Rubrik Showtimers macht mich ziemlich an. Die Geschichte und die Fotos aus den 50ern ist extrem gelungen. Vielen Dank!

  • #12

    Dirk von DT-Classics (Dienstag, 08 November 2022 07:03)

    Hallo Mainsurfer,

    herzlichen Dank für Interesse & Besuch, viel Spass hier!

    LG, Dirk

 

Weitere SHOWTIMER- Beiträge finden sich hier:



 

Bitte aufgepasst!

 

Sollten auch sie Besitzer eines "Showtimers" sein, und sich vorstellen können, mit ihrem Automobil, der Story, und ihrer Person die Show zu bereichern, sind sie herzlich eingeladen, diesbezüglichen Kontakt herzustellen.

 

Zum Ablauf und zu ihrer Sicherheit:

Bzgl. der Showtimer-Präsenz werde ich mit ihnen im Vorfeld alle Details der Herstellung und Publikation besprechen. Ich veröffentliche nichts, zu dem sie nicht vorab ihr ausdrückliches OK geben. Und sollte ihnen irgendwann später einfallen: "Nein, ich mag das eine oder andere so doch nicht", passen wir das an, oder ich nehme den Artikel in letzter Kosequenz auch vollständig heraus. All das bekommen sie schriftlich, gültig ohne Zeitlimit.

 

Im Leistungsumfang meinerseits steht:

 

- Beratung über Vorgehensweise

- Terminvorschläge

- Vorschläge bzgl. einer geeigneten und ansprechenden Location.

- Erstellen des Fragenkatalogs bzgl. ihnen und ihres Klassikers,  sowie dessen textlicher Auswertung/Umsetzung.

- Herstellen der Fotos. Die Zahl ist um ein Vielfaches umfangreicher, als hinterher veröffentlicht wird.

- Ein großformatiges Erinnerungsfoto (30x20cm)

- Verschriftlichung der relevanten Dinge bzgl. Urheberrechtschutz & Datenschutzgrundverordnung.

- Info über Aufwand/Kosten


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