VW T3 WESTFALIA Club Joker: Reisen und Informationen

-Fotografie & Geschichten-


Lorch/Camping Suleika - Im VW T3 WESTFALIA in den Rheingau

1 Mann, 1 Bus: Roadtrip im VW T3 WESTFALIA Club Joker

Campingreise Rheingau, Schloß Johannisberg, Kloster Eberbach

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  Vor etlichen Jahren, es mag 2009 gewesen sein, bin ich mit zwei Freunden zusammen an den Schwarzsee/CH zum VW Bus Treffen gefahren. Natürlich jeder in seinem eigenen Bus. Seltsamerweise fanden das damals einige Leute komisch. So nach dem Motto: "Voll dekadent, 1 Mann, 1 Bus". Für uns war das damals völlig ok, und ist es bis heute geblieben. Wie denn sonst, bitte? Und was ist daran komisch? Wer einen Bus hat, und gerne damit unterwegs ist, weiß zu schätzen, wie toll es ist, alleine darin zu cruisen, während die Freunde, vor und hinter einem, in ihren Bussen exakt genauso unterwegs sind. Die Art zu Reisen, und auch der Satz von damals sind geblieben,  sozusagen als Anreiz, Tradition & Slogan. "1 Mann, 1 Bus".

 

3 Mann, 3 Busse.
3 Mann, 3 Busse.

  Malte, Frank und ich sind auf Tour! Freitag nachmittag, 3 Mann, 3 Busse. In den schönen Rheingau gehts, streng genommen auf den Campingplatz Suleika, der vor den Toren von Lorch zu finden ist. Mehrmals bin ich schon dort gewesen. Mir gefällt vor allem die Anfahrt, die sich unmittelbar von Lorch aus knappe 4 Kilometer durch die Weinberge hinauf zum Platz schlängelt. Eigentlich "nur" gedacht für große Gespanne und Mobile, die zu hoch sind für die Brücke unter der Bahn hindurch, nutze ich die deutlich längere Anfahrt gerne. Haltepunkte samt Aussicht ins Rheintal sind einmalig schön.

 

  Dann erreichen wir den im schmal und steil aufsteigenden Tal gelegenen Campingplatz. Skuril ist sowohl dessen Zugehörigkeit zum "Freistaat Flaschenhals", als auch die Tatsache, dass wir zu dritt mit 3 Bussen als unangemeldete Gruppe gerechnet werden. Vater, Sohn plus Freund ist für mich zwar keine Gruppe, hier ist es aber eine. Und Gruppen sind nicht erwünscht. Wir können unseren Bedarf an Ruhe und unsere friedfertigen Wesensarten aber scheinbar überzeugend genug darstellen, denn wir dürfen trotz allem bleiben. Das ist mehr als nett, denn so entgeht uns auch nicht das leckere Abendessen im italienischen Restaurant am Platz, in dem ich einen Tisch reserviert habe. Dort ist das mit der 3er Gruppe übrigens gar kein Problem... ;-)

 

Panorama-Stop auf dem Weg hoch nach Suleika

Flair von Italien im "Freistaat Flaschenhals"

3x Genuss pur. 3x 1Mann, 1 Bus.


 

  Gut gepennt, angenehm geduscht im frisch renovierten Sanitärgebäude, und mit einer recht ordentlichen Menge starken Kaffees betankt, machen wir uns am Samstag mit unserer 1Mann-1Bus-3er-Gruppe auf den Weg hinunter zum Fluß. Adé Suleika! Erstes Ziel ist das Schloss Johannisberg. Das lieg hoch oben überm Vater Rhein, und zwar ziemlich exponiert und fett auf einem frei einsehbaren Hügel. Sich wie Ritter der alten Tage anzuschleichen fällt heute aus. Unsere Busse bollern sich ganz schön einen zurecht auf der langen, steilen Strecke hoch zum Schloß, und wir sind sicherlich weit zu hören. Das war auch schon immer so.

 

Schloß Johannisburg
Schloß Johannisburg

 

  Die umfangreiche, hoch interessante Geschichte von Schloß Johannisberg hier detailliert aufzublättern, wird schlicht zu oppulent und langatmig  ausarten. Vielleicht tun es auch ein paar kleine Infos und meine Fotografien. Toll gelegen, riesengroß, mit ebenso riesengroßen Bereichen, die als Privatsphäre nicht betreten werden dürfen. Der Riesling hier zählt jedenfalls zu den Besten überhaupt, Fürst Metternich ziert viele Flaschen.

 

  Unweit der Anlage, dort, wo Weinberge und unser Blick auf den Rhein hinab reichen, gibt es den "Goethe-Blick". Ob der hier außer Schauen noch was gemacht hat, keine Ahnung. Bänke gibt es dort jedenfalls, Sonnenschirme, und für uns 3 Sommerfrischler frischen Wein ins Glas. Für 11:00h morgens eine fulminante Kombination.

 

 

  Auf dem Parkplatz vorm Schloß stehen englische, italienische, und durchaus auch deutsche Luxus-Autos, die ich sonst in der Art und Fülle höchstens auf Messen finde. Oder dort, wo gut betuchtes Klientel unter den elektrisch aufschwingenden Flügeltüren üblicher Weise die Schuhe aus Kroko-Leder auf´s Pflaster setzt. Wie zum Beispiel hier.

 

  Tja, und wir mittendrin. 3 Mann, 3 Busse, und was für welche! Ganz ehrlich, ein Objekt der Begehrlichkeiten, gegen das ich hier den König der Camper tauschen würde, ist keines zu finden. Was bleibt, ist der genussvolle Blick über den besten Sitzplatz der Welt, hinweg in die Idylle am Johannisberg, bestehend aus einem alten Gemäuer und eben diesen heckmotorisierten Flanierwagen.

 

 

  Ebenfalls nur einen Steinwurf weiter entfernt, findet sich das Kloster Eberbach. Und auch hier hat man wohl mit der Vorgabe gebaut, "alles, was geht". Es ist ganz schön groß, gepflegt, und an den wirklich interessanten Stellen nur per Entrichtung von Eintritt zugänglich. Teile des alten Kino-Klassikers "Der Name der Rose" wurden u.a. hier gedreht. 

 

 

  Es regnet. Wir laufen umher. So richtig überspringen tut der Funke diesmal nicht. Mir ist das Aroma von Tourismus hier fast schon eine Spur zu intensiv, und Sean Connery ist weit. Etwas unkonzentriert, und der heiligen Dinge vor Ort leicht entrückt, sucht mein Auge wenigstens ein paar lohnende Motive, an denen sich fotografisches Austoben anbietet.

 

 Streifen & Steine

Vergessen & Vergänglich

Keltern & Kerzen


 

  Abfahrt. Samstag Mittag, und wir begeben uns auf den Weg der Heimat entgegen. Das Wetter macht sich, die Laune sowieso. Es schnurrt, fast zu Ende, die kleine Reise für zwischendurch.

 


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