An Tagen wie diesem

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  An Tagen wie diesem, wie mögen wohl alle die verschiedenen Antworten auf die Frage lauten, was für einen selbst Glück bedeutet, was Glück im Kern ausmacht? Gemeint ist nicht der Lottogewinn, und auch nicht die Tatsache, früher als der Nachbar einen Impftermin zu erhalten. Ich meine das andere Glück. Das, was so schön ist, dass es ein bisschen weh tut.

 

 

  An Tagen wie diesem, wenn sich alles total stimmig zeigt, und die Wärme, die zu spüren gelingt, nicht zwingend was mit der Tagestemperatur zu tun hat, scheint es sich zu zeigen, dieses Glück. Dieses Glück hat was damit zu tun, der sein zu dürfen, der man ist, ohne sich zu rechtfertigen, und ohne sich zu erklären. Es hat etwas von einem wertvollen Geschenk, das seinen Wert erst gar nicht zeigt, wenn man es sich einfach nimmt.

 

  An Tagen wie diesem, wenn ich so für mich, und nur mit mir unterwegs bin, dringt Freiheit durch. Und auch die kommt nicht von ungefähr, sie nimmt man sich nicht einfach so. Das Glück steckt darin, Freiheit zu erhalten, und einfach frei sein zu dürfen. Trotz aller Verpflichtungen, und gerade auch aus allen wichtigen Bindungen und glücklichen Beziehungen heraus. Ich weiß nicht, was noch schöner sein könnte, als in belassener Freiheit zu sein.

 

  An Tagen wie diesem, wenn es einfach ausreicht, sich selbst unter einem uralten Baum zu begegnen, reduziert sich das Glück auf den Moment. Und doch reicht das zur Erklärung nicht, denn dieser Augenblick ist völlig zeitlos. Und, für den Baum gesehen, sind wir zwei emotional verbandelten Vergänglichkeiten absolut bedeutungslos. Hier als kleiner Mensch zu sein, mit einem nur knapp 40 Jahre alten automobilen Klassiker, das wirkt neben seinem ewig alten Stamm schon fast...tja.

 

 

 An Tagen wie diesem, wenn der Boxer im Heck schnurrt, da zeigt sich Heimat. Unterwegssein in diesem herrlichen Fahrzeug ist Heimat, der gemütliche Camper mit frischem Kaffee ist Heimat. Alles, wo ich um mich herum hinschaue, ist Heimat, und genau der Ort, zu dem ich später zurückkehre, ist ganz sicher auch Heimat. Überall ein Gefühl von Zuhause zu empfinden, das kann nur Glück sein.

 

 

 An Tagen wie diesem, wenn ich mich an dem erfreue, was ich mit eigenen Händen und einem bisschen Geschick herbei führen durfte, merke ich, wie viel Glück auch darin steckt. Etwas zu schaffen, das einem entspricht, das man sehen, fühlen, erleben kann, und das es vielleicht sogar noch zu teilen oder weiterzureichen gelingt, macht mich zufrieden und in gewisser Weise demütig.

 An Tagen wie diesem, wenn sich eine große Ruhe breitmacht, und sich einfach keine Wünsche mehr offenbaren, überkommt einen die Erkenntnis, glücklich zu sein.

 


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Kommentare: 2
  • #1

    Ben (Dienstag, 27 April 2021 05:46)

    Hallo Dirk.
    Sehr schön geschrieben ! Ich kann das alles total verstehen !
    Unsere HEIMAT ! Ich liebe Sie auch...

    Beste Grüße Ben

  • #2

    Werner (Dienstag, 27 April 2021 10:34)

    100 %!
    Liebe Grüße und noch viele Glücksmomente
    Werner